20.01.2019

19. Januar:

Am Abend haben wir noch auf Campingplatz eine weitere Planung für die nächsten Tage gemacht und festgestellt, dass wir alles ganz ruhig angehen können. Dadurch, und auch weil ich mit Bernd geredet hatte, fühle ich mich wieder viel besser, mein Migräne verschwindet total und ich bin am nächsten Morgen richtig angenehm ausgeschlafen.
Wir frühstücken unser Müsli eher aus Vernunft, richtig Hunger haben wir noch nicht, aber wieder einen Scone, nur weil ich Frühstückshunger dann habe, ist es heute nicht. Außerdem haben wir hier heißes Wasser für Tee!

Zunächst bleiben wir noch im Örtchen, gehen in die Library, die „device-free“ ist – das Wifi darf man nur draußen nutzen. Also lesen wir ein wenig und gehen dann noch in den schönen Garten, um ein paar Sachen nachzugucken. Aber dadurch komme ich nicht dazu, meinen Blog zu schreiben, das verschiebe ich.

Irre Baum-Gehänge

Der Ort gibt außer ein paar Touristen-Läden nicht so viel her und so machen wir uns bald auf den Weg. Ich möchte über Waitangi, nur 1,5 km entfernt, eine Kurve fahren, zu einem netten Wasserfall gucken und dann an der Küste weiter nach oben Richtung Nordspitze. Dort sind zwei Plätze, die wir ansteuern wollen, mal sehen, welcher der nettere ist.

Waitangi ist ein bedeutender Ort für die Maori und ich bedauerte es, dass ich damals  nicht hingefahren war – nun habe ich aber ja noch einmal die Gelegenheit. Auf diesem Fleckchen Erde wurde der lange ignorierte, umstrittene und oft angefochtene Vertrag zwischen der Englischen Krone und den Maori-Häuptlingen  1840 unterzeichnet und gilt als Geburtsort für Neuseeland. Es gibt dort ein großes Museum, das ich auch gerne besuchen würde- doch der Eintrittspreis ist mit 50$ pro Person uns einfach zu hoch. Wir verstehen es auch nicht – da gibt es in Wellington ein riesiges Museum mit viel mehr Personal und Unterhaltungskosten, das für den Besucher frei ist,  und hier, an dem Geburtsort der Landes, ist es so teuer. Wir entscheiden uns dagegen, besuchen aber das Café, das sehr gemütlich ist. und in dem man drinnen und Wir setzen uns auf die wunderschöne Terrasse, direkt an einen Teich, der zwar voller Algen ist, in dem aber immer wieder Aale zu sehen sind. Enten kommen auch an die Tische, in freudiger Erwartung, dass etwas herunterfällt, aber da sind sie bei uns an der falschen Adresse.

Wir fragen einen jungen Maori, warum der Eintritt so teuer sei, und er weiß, dass das Museum und die ganze Anlage sich selbst tragen muss und keinerlei Unterstützung von der Regierung bekommt. Wir begreifen das nicht – es wäre doch die beste Werbung für die Regierung. Bernd will da mal hinschreiben – und ich lasse mich überraschen, ob er das wirklich macht.
Die folgenden Wasserfälle sind „ganz nett“, mehr aber auch nicht, und da der Parkplatz direkt da drin ist und wir auch noch an einer Hühnerfamilie und zwei Hähnen vorbei laufen, lohnt sich der Ausguck auf jeden Fall.

Eine Stunde fahren wir nun weiter, meistens an der Küste entlang. Wir fühlen uns verschwitzt, es ist irre heiß heute. Und da nützt die morgendliche Dusche auf dem Campingplatz schon lange nichts mehr.

So halten wir an einer kleinen Badestelle – wie schade, dass man hier nicht nächtigen darf. Public Toilets direkt daran, und ein richtig schöner Strand. Wir nehmen unsere Badesachen, schließen alles ab und schon geht es in den Pazifik, wohl wissend, dass wir uns danach nicht mehr verschwitzt, dafür aber klebrig fühlen werden. Aber das ist es wert – die Erfrischung ist ja so schön! Wir juchzen in den Wellen, schwimmen, lassen uns treiben und haben einfach Spaß! So ein Meer ist schon etwas Feines.
Natürlich sind wir danach wirklich klebrig, fühlen uns wie in einer Salzkruste. In der Toilette waschen wir uns jedenfalls die Arme und die Hände, mehr geht an den kleinen Becken aber nicht. Egal, wir sind erfrischt und fahren weiter.

Der erste Freedom-Camping-Platz ist am Rande eines kleinen Örtchens, ebenfalls am Wasser gelegen. Abgesehen davon, dass in den Bewertungen einer hineingeschrieben hat, dass es da nachts viele Ratten gäbe, die auch nicht menschenscheu wären, macht es auch keinen so tollen Eindruck. Wir haben eher das Gefühl, dass er geschlossen ist, denn das Rasenstück ist abgezäunt, und auf dem Weg ist es eigentlich zu eng. Dabei wäre der Ort super, um sich abends noch ein wenig hinzusetzen, vielleicht ein Bier zu trinken und aufs Wasser zu gucken. Aber wir fahren weiter, eine halbe Stunde weiter soll es ja noch einen zweiten geben – freedom campgrounds gibt es hier wenig, und das, wo wir so schön self-contained sind.

Die Bewertungen dieses Platzes sind recht unterschiedlich, und wir sind gespannt. Und es ist so ein schöner Platz: mitten am Meer, eine Toilette mit Außendusche ca. 200m entfernt. Noch nie hatten wir einen so schönen Blick vom Bett aus :

Es stehen einige Wohnwagen und Vans um uns herum, aber nicht zu dicht. Einmal über eine kleine Düne, und schon sind am Meer, es ist einfach traumhaft!
Wir inspizieren die Toiletten und machen noch einen Spaziergang am Wasser. Es stehen viele Angler dort, und wir sind erstaunt, dass sie überhaupt etwas fangen – doch ein Maori zeigt uns seine Beute. Immer mal wieder fahren Leute mit dem Auto über den Strand – aber es sind nicht viele, daher nervt es nicht. Manchmal ist es auch einfach lustig, einer z.B. zieht einen Anhänger, gefüllt mit Kindern, die sich freuen.

Es ist windig und wir essen im Windschatten des Vans Abendbrot: Brot mit einem wie immer leckeren Salat. Wir müssen allerdings manchmal ein wenig improvisieren, damit nichts weg weht…:

Und so schlafen wir dann früh, wie so oft, wenn wir kein Licht mehr haben. Erst genießen wir noch ein wenig den Blick aufs Wasser, der Fast-Vollmond leuchtet das Meer an, spiegelt sich in ihm, es ist fast kitschig!

 

 

18.01.19

Schon nachts wache ich immer wieder auf, weil ich weiterhin Migräne habe, Mist! Sie bleibt eben doch so lange, bis ich dazu stehe, was wirklich los ist und sie auslöst. Die Lösung ist eigentlich gar nicht so schwer: ich habe keine Lust mehr zum Reisen,  auf das ständige Orgnaisieren und nicht wissen, wo ich die nächste Nacht verbringe. Mir fehlen die Frauengespräche! So schön es ist mit Bernd ist – das ist einfach etwas anderes. Und wenn man 24 Stunden am Tag 7 Tage die Woche zusammen ist, kann man sich doch nicht immer wieder etwas Neues erzählen, worüber denn?  Jedenfalls nicht, wenn man 30 Jahre seines Lebens gemeinsam verbracht hat – da gibt es auch nur noch weniges aus dem früheren Leben, was man noch nicht erzählt hat…

Wir schlafen aus und frühstücken in Ruhe, Auch danach bleiben wir noch auf dem Platz, einfach zum Chillen. Der Ranger ist nicht gekommen, oder er hat uns nicht geweckt. So hatten wir die Nacht kostenlos, allerdings umgerechnet auf 2 Stunden Bezahl-Versuch ist es ein schlechter Stundenlohn.

Frühstücksbesuch

Meinem Dröhnschädel mache ich erneut mit ner Tablette den Garaus und im Auto, auf dem Weg weiter in den Norden, spreche ich auch mit Bernd darüber. Ich habe ein schlechtes Gewissen, einfach so, auch wenn mein Kopf weiß, dass ich mich doch nicht für meine Gefühle schämen muss. Wo ich mich doch immer so auf das Reisen gefreut habe, immer wieder etwas Neues sehen, erleben. Aber vielleicht ist auch irgendwann der Kopf voll, und außerdem ist dasalles ganz egal – es ist so, Punkt, aus, Ende!
Wie immer tut es gut, es auszusprechen,  Am wichtigsten ist es ja doch immer, es mir zuzugeben und am besten auszusprechen, dann habe ich die meisten Chancen, dass sie wegbleibt. Und Bernd? Der findet das alles nicht nur nicht schlimm, sondern ganz normal. Und ganz pragmatisch meint er, wir werden sehen, dass wir uns die letzten Tage mehr Ruhe gönnen und es uns nett machen. Und dass ich – und auch er – sich wieder auf zuhause freuen, ist doch wunderbar!
So, nun kann die Tablette wirklich helfen!

Wir fahren zunächst bis Whangarei, wo wir am Hafen eine Kaffeepause machen. Die Stadt, die ich eignetlich so toll fand, ist mir viel zu voll und zu laut heute, und ich möchte auch gar nicht lange hier bleiben. Dementsprechend machen wir uns anschließend wieder auf den Weg und fahren die Küste weiter hoch, machen einen Halt beim Hundertwasser-Klo

und enden in Paihia an der „Bay of Islands“. Auch hier ist es sehr  touristisch, aber trotzdem wunderschön und nicht ganz so voll. Leider gibt es weit und breit  keinen kostenlosen Campingplatz, so dass wir einen Top10 ansteuern. Dort sehe ich das erste Wohnmobil mit Deutschem Kennzeichen! Ich denke erst, ich spinne, und dass es einfach nur dem deutschen ähnelt, aber nein – es ist so! Ich spreche die Leute an, sie kommen aus Ulm, und haben ihr Wohnmobil mitgenommen, verschifft. In Deutschland haben sie alles verkauft, ihre wichtigsten Möbel in Containern gelagert und reisen nun rum – 9 Monate Neuseeland. Und davor waren sie in Amerika für ein Jahr und hinterher geht es nach Australien – und dann mal sehen! Uff, es gab mal eine Zeit, da habe ich genau von einem solchen Leben geträumt, heute kann ich mir das nicht mehr vorstellen. Ich glaube, so „retired“ (also berentet) kann ich gar nicht werden, um damit zufrieden zu sein. Nein, immer mal wieder raus und Neues erleben – auf jeden Fall – aber ich denke ja eher, dass mir selbst 10 Wochen zu lange sind.

Es ist ein schönes Gefühl, sich in seinem Dorf so wohl und heimatlich zu fühlen! Und dazu gehören so viele so tolle und liebe Freundinnen, Freunde und Bekannte!

Der Platz ist klein und ruhig, und ebenfalls direkt am Wasser. Der Stelplatz, für den wir uns wegen des Preises entscheiden, ist etwas weg vom Wasser – aber wir sind ganz für uns, es ist dunkel – und ich finde, er sollte der teuerste sein! Für mich ist er der allerbeste!
Auf dem ganzen Platz ist es naturgemäß am Tag sehr laut: in den Bäumen müssen Millionen von neuseeländischen Zikaden sein, die eigentümliche Geräusche machen, indem sie ihre Flügel aneinander schlagen. Stellt euch eine Starkstromleitung vor – in ganz laut! Andere wiederum knacken immerzu. Doch so sehr wir suchen und den Geräuschen hinterher wandern – wir können sie nicht entdecken.

Daher ein Bild aus dem Internet:

Vor dem Campen gibt es noch Pommes am Hafen – einmal normale, und eine Portion aus Kumara, eine Süßkartoffelart.

Man achte auf die Verziehrung!

 

17.01.2019

Am nächsten Morgen wache ich mal wieder mit leichter Migräne auf – es war für mich also doch gestern anstrengender als gedacht gewesen, hatte schon abends leichte Kopfweh. Aber ich nehme meine Anti-Migräne-Dröhnung und kann den Tag dann gut angehen.
Unsere erste Anlaufstelle ist Miranda, dort soll man gut Watvögel beobachten können – allerdings am besten kurz vor under nach der Flut. Und die war leider morgens um 4:00. Die Vogelstation hat noch nicht geöffnet, wir sind einfach früh heute, und so fahren wir ein paar Kilometer weiter und frühstücken erst einmal eine Kleinigkeit in einem kleinen Dorfcafé. Ich frage mich, wie so ein Cáfe sich überhaupt halten kann – das Dorf ist so klein und viel Tourismus scheint hier auch nicht zu sein. Trotzdem kommen, während wir da sitzen, ungefähr 4 Einheimische, ordern einen Kaffee oder kaufen Obst, das auch angeboten wird. Am besten ist die Toilette, die ein wenig an Hundertwasser erinnert:

An der Vogelstation treffen wir eine Frau wieder, die eben auch einen Kaffee getrunken hat, und die dort arbeitet. Sie erkennt uns ebenfalls und so kommen wir nett ins Gespräch. Sie bestätigt, dass es jetzt keine günstige Zeit ist, um die Mengen zu sehen, aber einige werden auf jeden Fall da sein.
Doch schon beim ersten Beobachtungsposten wird klar, dass es zu spät ist – das Watt ist total trocken, es sind man gerade zwei Vögel da. Auf einem anderen sieht es nicht  viel anders aus. Aber da bleiben, bis die Flut kommt? Das würde wieder heißen, einfach zu warten, ohne danach zu wissen, wie wir weitermachen, und es fühlt sich für uns beide nicht gut an. Und so fahren wir weiter – wir wollen ins Nordland und dazu müssen wir an Auckland vorbei. Und meistens sind dort die Strassen gruselig voll.
Kurz vor der Millionenstadt fahren wir aber noch in einen Vorort, um ein Schwimmbad zu besuchen. Wir fühlen uns so klebrig und brauchen dringend eine Dusche. Und wenn wir die nächste Nacht wieder möglichst self-contained übernachten wollen, ist das zwingend nötig!
Das Schwimmbad ist schnell gefunden und kostet erstaunlich wenig: 4$ pro Peron, das sind man gerade 2,30€. Senioren (nur neuseeländische…) sind frei und Kinder auch fast. Wir duschen erst einmal und schwimmen dann eine Runde. Dafür, dass es ein Vorort ist, ist das Schwimmbad erstaunlich groß! Abgetrennte Bereiche für alle Altersklassen, so dass die Kleinen auch nicht zu den Schwimmer-Becken gelangen können. Witzigerweise baden die meisten mit Badeabzügen oder sogar mit langen Oberteilen. Von draußen kennen wir das, es ist ein Sonnenschutz, hier in NZ sehr wichtig. Aber innen? Im Bekini fühle ich mich fast nackt, was noch unterstützt wird, dass ein kleines Maori-Mädchen mich anspricht, ob ich denn die Zeichen nicht gesehen hätte. Sie zeigt mir auf einem Schild, was erlaubt ist und was nicht: darauf sind dann ein BH abgebildet – der aussieht wie ein Bikini-Oberteil. Aber es steht dabei: no bras and no underwear (Unterwäsche). Das erkläre ich ihr, aber ich bin wirklich die einzige. Doch was soll’s- ich bin man gerade eine Stunde hier und keiner wird mich je wiedersehen…  Also schwimmen wir unsere Runden und duschen danach noch mal das Chlorwasser ab  und fühlen uns wie neugeboren! Nun geht es an Auckland vorbei, schneller als gedacht – und so landen wir in Orewa, wo ich gestern dann geschrieben habe.

Brotzeit, bevor ich im Café schreibe

Einen kostenlosen Platz gibt es hier nicht, also fahren  wir zum Schlafen  auf einen Campground, der in einem wunderschönen Park liegt. Freie Platzwahl, direkt am Wasser, das Gate wird um 21:00 geschlossen, viele Tiere! So schön! Der Platz ist nicht kostenlos, aber mit 16$ für beide doch fast! Es gibt gute öffentliche Toiletten, sogar eine Außendusche finden wir, aber die brauchen wir ja nicht mehr.

Allerdings gibt es Probleme mit dem Bezahlen: man soll per Kreditkarte zahlen, was grundsätzlich kein Problem darstellt- doch die Internetseite ist so gesichert, dass man eine TAN von der eigenen Bank bekommen soll – und die läuft auf die deutsche Telefonnummer, die nicht abrufbar ist. Wir probieren fast zwei Stunden herum, telefonieren mit den zuständigen Leuten, werden hin und her geleitet – und geben auf.
Mit einer sehr netten Frau erzähle ich währenddessen, und die rät uns, doch zu warten, bis jemand kontrollieren kommt und dann zu bezahlen. Genau den Gedanken hatte ich auch schon und so machen wir das. Wir bauen Tisch und Stühle auf und kochen uns Nudeln. Gerade, als wir essen wollen, kommt einer herumgefahren und kontrolliert, ob auch alle zertifiziert self-contained sind. Logisch, wie glücklich wir ihm unseren Schrieb zeigen! Das Geld will er nicht annehmen, wir sollen es morgen früh dem Ranger geben, der irgendwann herumkommt. Okay, also werden wir morgen früh sehen.

Ganz glücklich bin ich, als ich noch einen Papageien sehe, und später sogar noch eine schar über uns hinweg fliegen! Leider kann ich kein Foto machen – bis ich den Apparat angestellt habe und heranzoome, ist er bereits weitergeflogen, und ich weiß nicht wohin.

 

 

16.01.2019

Und wieder kommt es anders als man denkt

Wir sind wieder, nein ich bin wieder in Orewa – Bernd ohne wieder… Orewa liegt nördlich von Auckland, direkt an der Küste und ist der Ort, in dem ich letzten Tage vor drei Jarhen verbrachte, und wo ich mich so wohlgefühlt habe! Klar, ich hatte mein Auto verkauft, musste nichts mehr organisieren und konnte drei Tage einfach ohne Planungen genießen. Ob wir hier bleiben oder später noch weiterfahren, weiß ich noch nicht, erst einmal haben wir hier eine Essenspause gemacht und sitzen nun  in einem Wifi-fähigen Café. Ich muss euch schließlich wieder aktualisieren…

Den gestrigen Morgen beginnen wir mit einem Besuch beim Council – der Gemeindeverwaltung. Wir wollen unsere Strafe zahlen – bevor wir frühstücken!  Bernd versteht nicht ganz, warum ich den Zettel für das Zertifikat mitnehme, aber ich weiß schon warum.
Die Dame, der ich alles erzähle, von wegen, wie überzeugt wir waren, alles richtig und legal gemacht zu haben und es leider ja nicht besser wußten, bekam großes Mitleid. Und dass ich nicht wüßte, ob ich die Frau, die uns aufgeschrieben hatte, richtig verstanden hätte, dass wir vielleicht nicht zahlen müssten, wenn wir den Zettel hätten, aber wie gesagt, ich weiß nicht, ob sie das so gesagt hätte, wir wären ja deutsch, und der Sprachte nicht so mächtig…. (Mir war schon bewußt, so zu 7/8, dass sie gemeint hat, wenn ein Zettel auftauchen würde…). Diese Dame zumindest bespricht sich kurz in unserem Beisein mit ihrer Kollegin, die zu einem weiteren Mitarbeiter ins Nebenzimmer geht, ich vermute, dass es der Vorgesetzte ist. Inzwischen erzählen wir mit ersten Angestellten, über unsere Reise. Sie fragt, ob es uns denn trotzdem hier gefallen würde und wie lange wir reisen würden und wo wir gewesen seien. Wir schwärmten ihr von den tollen Landschaften und Erlebnissen vor. Ihre Kollegin kommt wieder und meint, es sei alles storniert. Und sie hoffen, dass wir weiterhin eine tolle Reise hätten!

Wie cool ist das denn? Ich kann mein /unser Glück nicht fassen und Bernd geht es ebenso. Es ist ja nicht so, dass wir auf Mitleid gemacht haben, eben genau so, wie es eben auch wirklich war. Dass wir uns sicher gewesen sind, völlig legal gehandelt zu haben. So gesehen, habe wir den Umbau nun quasi umsonst bekommen – hätten wir ihn nicht gemacht, hätten wir die Strafe zahlen müssen und hätten auch nicht mehr kostenfrei übernachten können. Hurra, hurra, hurra!! 200$ Umbau – 200$ Strafe erlassen!

Nun heißt es Frühstück und wir suchen  uns ein Café – ich schicke eine Bestellung ans Unversum: es soll gemütlich sein und Scones haben. Wir müssen nicht lange warte – nur das Wifi habe ich in der Bestellung vergessen und somit kann ich nciht schreiben. Man kann nicht alles haben… Aber wir sitzen schön, freuen uns und genießen ein kleines Frühstück.

Vor einem Friseur neben dem Café

In der I-Site informieren wir uns über Wanderwege in der Gegend  und fahren danach in einen Teil des Coromandel Forest, in dem Kauri-Bäume stehen. Auch dort ist ein Visitor-Center, bei dem wir uns beraten lassen und uns für einen Weg entscheiden. Das Center ist nett gemacht und wir gucken uns noch die kleine Ausstellung an.

Der Weg, den wir uns ausgesucht haben, soll eine gute Stunde dauern und zum ältesten Baum gehen. Er startet am vorletzen Campingplatz, zu dem wir erst noch eine Viertelstunde auf einer recht holprigen Strasse fahren. Mir tut unser Auto immer ein wenig leid – und ich hoffe immer, es bricht nicht auseinander…

Zunächst ist es ein Traumweg, den wir gehen – durch den kühlen gemischen Wald, leichte moderate  Anstiege, ein toller Untergrund, einsam, einfach nur schön – bis dann Treppen kommen, immer nach oben, sie nehmen kein Ende. Ich schwitze, keuche, immer wenn ich denke, wir seien oben, kommen weitere. Und als ich überlegte, dass es noch zwanzig Minuten dauern würde – sind wir plötzlich da. Wie aus dem Nichts steht der gewaltige Riese plötzlich vor uns, geschützt durch eine Abtrennung. Oh wie schnell kommen die Kräfte wieder, wenn man weiß, man muss nicht weiter, nur noch zurück! Der Weg war offenbar für Familien berechnet worden. Wir machen unsere Fotos, bewundern den Baum und gehen zurück. Trepp ab geht es auch wesentlich einfacher und ich vertreibe mir die Zeit damit, die Stufen zu zähen: alle zehn Stufen schreibe ich ein Z in meine Notizen-App und zähle am Ende alles zusammen! 721 Stufen sind wir gelaufen – kein Wunder, dass es kein Ende nahm und mir immer noch die Beine zittern, als ich unten auf Bernd warte, der noch auf dem Weg Fotos macht.

Wir sind ziemlich verschwitzt, wollen in einen ausgewiesenen Pool uns erfrischen – und verpassen ihn. Plötzlich ist das Visitor-Center da und wir fahren auf den recht leeren Parkplatz, breiten unsere Stühle aus und machen ein Picknick. Wir haben richtig Hunger, und nicht auf Fast Food, das auch im Café angeboten wird.

Wider zurück in Thames geht die Fahrt weiter in den Norden von Coromandel. Wir wollen einen Teil der Küstenstraße fahren, die so wunderschön ist! Nur einen Teil, dann umkehren und zurück. Die Strasse führt auf dem ersten Teil immer zwischen Pazifik und Bergen, schlängelt sich hindurch und bietet unglaublich schöne Ausblicke. Ich erinnere sie gut, bin sie allerdings von oben gekommen. 10 km vor Coromandel Town geht es in dann von der Küste weg und durch die Berge, ebenfalls mit so schönen Ausblicken, dass wir überlegen, nicht umzukehren, sondern in Coromandel einen Kaffee zu trinken und dann erst zurückzufahren.

Wir sitzen lange im Café, nach dem Cappuccino fließt das Wasser wieder in rauen Mengen, ich schreibe (den gestrigen Bericht) und Bernd liest. Als wir dann wieder loswollen, ist die Zeit schon ordentlich voran geschritten, und wir überlegen die beste Planung – wir müssen heute kochen, damit uns das Fleisch nicht schlecht wird. Hunger haben wir jetzt schon, und wo wir landen, wissen wir ja noch nicht.

Also fahren wir an den Hafen, wo ein neben einer Skater-Bahn eine Picknickbank mit Tisch finden, bauen unseren Kocher auf und bereiten unser Gemüse und das Fleisch zu. Es ist wie zu erwarten ein sehr leckeres Mahl!

Gegen sieben machen wir uns auf dem Rückweg, der nun mit dem Sonnenuntergang noch schöner ist.

 

Zwischendurch gucken wir auf verschiedene Plätze, auf denen man übernachten darf, aber entweder gibt es kein Klo oder er ist voll. Eine Frau im Wohnmobil bietet uns an, uns neben sie zu stellen – wir würden ihr damit den schönen Ausblick aufs Meer nehmen, aber sie steht direkt am Schild und wir wollen lieber nicht „gesetzwidrig“ stehen. Trotzdem finde ich ihr Angebot supernett!

Ich konnte mich nicht entscheiden…

Im Endeffekt landen wir wieder in Thames und schlafen dort auf einem anderen Parkplatz, der zwar keine Schilder hat, aber auf der Website der Gemeinde als erlaubt ausgewiesen ist. Direkt am Park, dahinter das Meer, auf der anderen Strassenseite Einfamilienhäuser – richtig nett.

So war dieser Tag voll und schön. Ich bin absolut ko und fühle mich klebrig – eine Dusche wäre nicht schlecht, aber die muss bis morgen warten.

 

 

15.01.2019

Self-contained…

Wir lasssen den Vormittag erst einmal langsam angehen, frühstücken in Ruhe und fahren dann zur Cathedral Cove, 9 km entfernt. Ich rechne wohl damit, dass der Parkplatz um diese Uhrzeit voll sein würde, aber nicht damit, dass es ihn gar nicht mehr gibt… Statt dessen haben sie am Ortsrand einen großen Platz eingerichtet, von dem Shuttle Busse fahren – was für eine Erleichterung für die Anwohner, die zum Teil ihre Vorgärten als Parkplätze vermietet hatten. So entgeht ihnen zwar eine Einnahmequelle, aber sie gewinnen eine Menge Ruhe.

Wir nehmen also den Shuttle, fahren an den Wanderweg-Beginn und laufen ca. 40 min zur Cove. Der Berg mit seinem riesigen Loch ist beeindruckend, sieht toll aus, aber Bernd geht es so wie mir vor drei Jahren: auch er hat mehr erwartet, dafür, dass er überall so hoch gepriesen wird. Es ist schön, gerade mit dem Strand und den anderen Felsen im Wasser, den Wellen und den Bäumen, die fast von den Felsen fallen. Natürlich ist viel mehr leben als bei letzten Mal, wo ich morgens um halb sieben hier war. Da konnte ich den Felsen noch menschenleer fotografieren.

Heute sitzt hier sogar der Rettungsschwimmer und passt auf!
Wir machen  unsere Bilder, laufen einmal hin und her und begeben uns wieder auf den Rückweg. Uff, bergauf ist es wirklich anstrengend, auch wenn man morgens 3 Eier gegessen hat.  Aber meine iWatch freut sich! Der Trainigingsring ist gleich doppelt geschafft!

Wir holen unser Auto, trinken in der Ortsmitte noch unseren Kaffee und beschließen, eine halbe Stunde weiter südlich zu fahren, wo Bernd dann einen Termin um halb sechs ausgemacht hat, dass unser Zertifikat abgenommen werden kann. Dann haben wir es hinter uns, und heute kann man bei dem unerwarteten tollen Wetter die Zeit gut überbrücken. Wir werden unser Auto auf jeden Fall noch so herrichten, dass das Klo gleich vorne ist und einen Eimer als Deckel brauchen wir auch noch.

Wir fahren also nach Tairua, suchen uns einen Schattenparkplatz und kaufen erst einmal einen Eimer. Anschließend räumen wir dann auf. Dinge, die wir nicht brauchen, wie unsere Schlafsäcke, kommen in die großen Rucksäcke, das Klo nach vorne, der Eimer wird als Mülleimer eingerichtet.

Was soll noch schiefgehen? Wir freuen uns jetzt schon über unsere Entscheidung, dann haben wir es vom Tisch. Dann werden wir morgen unsere 200$ Strafe zahlen und nicht mehr dran denken!
Glauben wir….

Bis zum Treffen um halb sechs teilen wir uns eine Pommes und lesen. Wir denken, dass wir gegen sechs/halb sieben weiterfahren können!
Das Haus finden wir schnell, es ist nur 5 min vom Parkplatz entfernt und an zwei Camping-Bussen und einen Van gut zu erkennen.

Die Frau kommt zu uns, bewaffnet mit einem Formular, das ausgefüllt werden muss, der Mann mit einem GErät, mit dem er millimeter genau abmessen kann , hinterher. Beide sind sehr nett – verlieren aber an Sympathie, als sie meinem, dass unser Auto nicht als self-contained zertifiziert werden kann, bevor da nicht diverse Änderungen gemacht wurden. Uff, das hört sich schon gleich nach viel Zeit und viel Geld an – dazu hab ich keine Lust. Das Klo muss so stehen, dass man im Auto pinkeln kann – kann man doch, wenn man die anderen Kisten wegnimmt – dazu muss das Brett durchgesägt werden. Die Wasserbehälter sind zu klein – der Gesetzgeber schreibt 4l pro Person für drei Tage vor – uns fehlen 5 l pro Kanister! Außerdem braucht der Mülleimer einen Deckel… Na toll…  Wir fragen genau nach: wie lange wird das dauern, was kostet es? Dauer ca. 1-1,5 Stunden, Kosten ca. 120$. Okay, dann ist es keine Frage! Das machen wir. Dann haben wir ein gutes Gefühl und können es auch besser verkaufen.

Und los gehts: das Brett wird gesägt und neu angebracht, die Frau meint, wir sollten einen Behälter mit Deckel finden, egal was für einen. Kisten haben wir ja genug – wird akzeptiert. Zwei neue 25l-Kanister haben sie da, die dann etwas mühsamer sind, einzubauen. Das Formular schreibt eine bestimmte Schlauchdicke vor, die wir natürlcih nciht haben – aber der pragmatische Mann nimmt einen anderen und setzt ihn drüber. Von einem Innendurchmesser steht da ja nichts.

Nach wirklich ca 1,5 Stunden haben wir das Papier in unseren Händen, mit der Zertifizierungsgebühr 200$ bezahlt und müssen nun noch ans Amt 30 $ überweisen und dann schicken sie uns den Aufkleber zu – egal, wo wir dann gerade sind, mit Expressversand. Mit dem Zettel dürfen wir auch ab jetzt „zertifiziert“ schlafen! Hurra!

Es ist noch früh genug, um zu unserem weiteren Ziel zu fahren: wir wollen an die westliche Seite der Coromandel-Pensuela, in die District-Hauptstadt Thames. Dort werden wir morgen früh unsere Strafe bezahlen und einmal die Küstenstraße nach Coromandel town fahren, aber das ist morgen.

Thames ist nach einer Dreiviertelstunde erreicht und wir finden auch gleich den kostenlosen Platz, Toiletten sind nicht weit uns haben sogar 24 Stunden geöffnet. Wir lassen den Wagen stehen und gehen noch ins Einkaufszentrum.
Meistens haben die großen Läden hier ja bis mindestens 22:00 geöffnet, daher ist es nur zur Sicherheit, dass wir nachsehen, wie lange wir beim Pack‘n Save Eis kaufen können, damit unser Gemüse und das Fleisch, was wir eigentlich heute machen wollten, bis morgen hält. Ansonsten überlegen wir erst einmal etwas herum zu gucken. Es ist 20:05 – und er schließt um 20:00! Die letzten Kunden kommen gerade heraus – und Silke schlüpft schnell hinein, fragt den jungen Mitarbeiter, ob sie nur gaaanz schnell einen Beutel Eis kaufen kann, und er winkt sie hinein. Die Truhe mit den Eiswürfeln steht direkt an der letzten geöffneten Kasse, wir zahlen und freuen uns.

Nun geht‘s zurück zum Auto, wir machen uns ein Müsli, und dann geht‘s ins Bett.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

14.01.2019

Es kommt immer anders als man denkt…

Heute werden wir unsanft geweckt, mitten im Traum, um 7:00 Uhr: jemand klopft ordentlich an unsere Scheibe, ich höre es gar nicht und denke, Bernd spinnt, als er das sagt. Doch wir öffnen die Tür – und davor steht eine Frau in Uniform und einem Formular in der Hand, die uns erklärt, dass sie von der Gemeindeverwaltung ist und die self-contained-Fahrzeuge kontrolliert. Wir denken natürlich, sie möchte unser Klo sehen, aber weit gefehlt – sie erzählt uns, dass wir nicht registriert seien und uns vorne die Plakette fehlt. Der blaue Aufkleber hinten zählt nicht, weil viele den einfach klauen oder irgendwo kaufen. Ups, das wußten wir natürlich alles nicht – nur dass ich den Gedanken in Worpswede auch schon hatte, von wegen, ob man den Aufkleber nicht einfach ausdrucken könnte und so. Sie habe auch unsere Autonummer unter den Registrierungen nicht gefunden, ob wir einen anderen Nachweis hätten. Sie ist dabei total nett und wir erklären, dass wir alles an Bord haben, und dachten, dass alles in Ordnung sei. Immerhin hatten die Vorbesitzer erzählt, dass sie das Auto registriert haben lassen. Nun wissen wir es besser. zwischendurch kommt ein Einheimischer, der sie anpöbelt, dass die Gemeinde nur geldgierig sei und dass sie uns in Ruhe lassen sollte. Sie bleibt ruhig, erklärt, dass sie nur ihren Job macht und dass wir sehr nette Leute seien, und sie uns nichts Böses wollte. Der gleiche Typ hatte uns gestern schon über die Politik und Sonstiges unterhalten. Von wegen, dass wir die Welt retten müssten und dass Neuseeland dazu Hilfe bräuchte und die Regierung sowieso nur ihre eingeben  menschlichen Interessen verfolge usw. EInmal Welt retten und zurück, er war kaum zu bremsen. Sie erzählt danach auch, dass sie täglich ihre Diskussionen mit diesem Herren hätte.  Die 200$ Strafe werden wir zahlen müssen, Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Allerdings fühlen wir uns nicht ungerecht oder blöd behandelt und das macht doch wirklich viel aus. Wir wollten nicht beschupsen, fühlten uns gerade mit unserer Luxus-Toilette total auf der sicheren Seite und das hat sie uns auch abgenommen. Nun wandert unser Blick auf die anderen Wohnmobile und siehe da, die haben alle vorne auch die Zertifikats-Plakette….

Nun werden wir den Tag noch hier verbringen, denn der Kemptner, der diese Zertifizierung abnehmen darf, hat erst heute nachmittag Zeit. Es kommt halt doch immer anders als man denkt…

So, später geht es weiter, mehr ist nämlich nicht passiert.

Später:

Es fängt an zu regnen, wir wissen eigentlich gar nicht, wie wir den Tag herumbekommen sollen. Können ja nicht immerzu im Café sitzen, in der Bücherei wird es uns auch schnell langweilig, draußen gießt es – was ist das denn für ein blöder Tag?
Als es weniger wird mit dem Regen, beschließe ich, dass ich raus muß, baden oder spazieren. Aber die Stimmung ist so blöd, Bernd ärgert sich total und das kommt natürlich rüber und läßt mich nicht kalt.  Und alleine hab ich auch keine richtige Motivation.
Und dann werde ich pragmatisch: ich beschließe, dass wir weiterfahren – für heute nacht haben wir eh den Campingplatz an der Hot-Water-Beach gebucht, und dann sehen wir weiter. Zur Not bleiben wir halt jede Nacht auf einem bezahlten, es müssen ja nicht immer die teuersten sein. Alles ist besser als sich nun immerzu zu ärgern. Aber jetzt noch die ganze Zeit zu warten, nicht wissen, was wir bis heute abend machen sollen, wir wissen ja nicht einmal, wann der Typ anruft,  das ist doch blöd. Und Bernd ist einverstanden. Er ärgert sich immer noch, er kann ja auch nicht aus seiner Haut.

DIe Fahrt dauert eine Stunde, in der ich versuche, mich von der Stimmung nicht so doll runterziehen zu lassen.
Dann erreichen wir die „Hot Water Beach“, werden total nett auf dem Top10-Platz empfangen und bekommen auch gleich Hilfe bei der Suche nach einem zertifizierten Monteur als wir nachfragen, ob sie jemanden wissen. Das nette Mädel am Tresen gibt uns eine Internetadresse, und dort können wir uns etwas später schlau machen.
So setzen wir erst einmal eine Wäsche an, machen eine kleine Brotzeit, bei der wir schon mal googeln, wie wir weiter mit dem Auto vorgehen können. Es gibt mehrere Möglichkeiten, und Bernd schreibt  einen Mechaniker gleich an.

Als die Wäsche fertig ist,  wandern wir an den Strand, an dem man bei Ebbe Löcher buddelt, aus denen dann warmes bis heißes Wasser kommt. So baut man sich seine eigene Badewanne. Noch ist das Wasser nicht vollständig weg und so kommen immer wieder starke Wellen, die unsere schönen Löcher wieder wegspülen. Die ganzen Plätze, die etwas vom Wasser entfernter sind, sind alle besetzt, dieses Teilstück des Strandes ist übervölkert- und alle haben ihren Spaß. Ich lasse Bernd ordentlich buddeln – bekanntermaßen baut körperliche Arbeit Ärger und Aggressionen ab…. den Spaten haben wir auf dem Campingplatz leihen können.

Und wir haben wirklich Spaß, es ist lustig, wenn es unter den Füßen schon heiß ist, dann aber eine kalte Welle kommt.  Die Ruhe, sich hinzulegen oder noch schwimmen zu gehen, hat Bernd nicht, und ich gehe dann mit ihm zurück auf den Campingplatz. Es ist völlig in Ordnung, sonst wäre ich einfach noch alleine geblieben.

Aber so duschen wir erst einmal, sortieren die Wäsche ein und kochen uns dann Kartoffeln, die wir mit Butter und Salat essen. Wir haben inzwischen eine Antwort erhalten und uns mit mehreren Möglichkeiten angefreundet: entweder können wir es hier in der nähe machen lassen oder bei der Fahrt in den Norden in Auckland, oder ganz am Ende in Auckland – oder gar nicht. Die Stimmung wird immer besser!

Zeitig gehts dann ins Bett, irgendwie brauchen wir derzeit viel Schlaf! Oder verbraucht Ärger mehr Kraft?

 

 

13.01.2019

Nach dem Mini-Frühstück am Wasser fahren ins kleine Städtchen, von dem wir gar nicht weit entfernt sind. Wir sitzen in einem netten Café, trinken unseren Cappuccino und literweise Wasser. Ich wechsel zwischendurch nach drinnen, weil ich Strom brauche, und schreibe und schreibe. Währenddessen fragt mich die nette junge Bedienung, ob ich noch Wasser möchte und bringt mir eine weitere Flasche, dann nach einer Zeit die dritte. Zwei Cappuccini hatte ich, Bernd einen, er ist weiterhin draußen. Nach ungefähr eineinhalb Stunden wollen wir gehen.  Ich warte auf der Strasse auf Bernd, der noch kurz zum Klo ist, und die Bedienung fragt mich, ob wir die Nummer noch benötigen – das verstehe ich jedenfalls. Nein, nein, alles okay.  Daraufhin ruft sie mir noch etwas zu – ich gehe noch einmal näher und frage nach. Ob wir bezahlt hätten? Mist, oh nein, das haben wir nicht, total vergessen. Meine Güte, das ist mir unglaublich peinlich. Sie haben sich so supernett gekümmert und wir bezahlen nicht. Dazu die Erklärung: normalerweise orderst du  und zahlst sofort. Es ist mir sehr unangenehm, aber natürlich glauben sie uns.

Wir spazieren noch ein wenig am Wasser und kommen an einem  kleinen Fischereihafen vorbei. Die Leute essen alle Fish und Chips, also gesellen wir uns dazu – es ist sehr lecker.

Nun wollen wir aber weiter in den Norden und  landen nach ungefähr zwei Stunden in Whangamata, einem sehr netten kleinen Städtchen. Wir finden auf Anhieb einen Parkplatz mit öffentlichen Toiletten, der genügend Schlafplätze bietet- und noch völlig leer ist. Wir lassen das Auto da, schnappen uns die Badesachen und laufen die ca. 400 m zum Meer. Es ist warm und somit der Strand gut besucht. Wellenreiter, Schwimmer, Kajakfahrer, SUP-Paddler, alles sind vertreten. Fehlen eigentlich nur die Delfine.


Wir schlüpfen in unsere Badesachen und gehen ins Wasser. Ach, ist das erfrischend!  Wellen, die einen immer wieder zum Ufer tragen, aber nicht zu hoch sind, schnelle eine angenehme Tiefe, einfach eine Erfrischung pur mit einem hohen Spaßfaktor. Und das Wasser ist sehr angenehm warm, wenn man erst einmal die Hürde geschafft, ganz nass zu sein!
Nach dem Bad fühlen wir uns munter – und klebrig. Salzwasser dient nicht gerade zur Reinigung. Wir nehmen unsere Sachen und wandern zur Surfschule, wo wir eine Außendusche vermuten. Und wirklich können wir uns kalt abduschen und uns vom Salz befreien. Abgesehen von den Haaren sind wir wieder sauber.
Die einzelnen Strandzugänge sind nummeriert und so suchen wir uns unsere Nummer 6 und sind bald am Auto. Ein kleines Abendessen und einen kleinen Gag durch die Hauptstrassse, die, es ist Samstagabend, sehr belebt ist, dann geht es ins Bett.

Die Nacht ist ruhig und ich schlafe wunderbar. Den Tag beginnen wir mit einem Spaziergang, und verleben ihn ansonsten sehr entspannend. Das Meer hat immer etwas beruhigendes für mich, wir werden eine weitere Nacht bleiben. Zwar gehen wir heute nicht baden, spazieren aber wunderbar am Strand lang, chillen in Cafés, lesen, und kochen abends: Spaghetti Bolognese – lecker! Dazu einen Salat! Auf dem Parkplatz.

Ich bringe ein Mückennetz an – nun werden die Nächte hoffentlich kühler…

12.01.2019

Rotorua – ein Worpsweder Treffen

Es muss im Sommer 2018 gewesen sein, denn wir saßen im Sonntag in Worpswede  (für alle Nicht-Worpsweder: es ist kein Schreibfehler: das Sonntag ist eine tolle Kneipe, in der man auch super eine Kleinigkeit essen kann) – wahrscheinlich war es aber auch an einem Sonntag – draußen, trafen  Bekannte, die mit dem Bruder des Mannes dort waren., und setzten uns dazu. Wir erzählten von unserer geplanten Reise und brachten Jörg offenbar auf den Geschmackt, etwas Ähnliches in Angriff zu nehmen.  Der Gedanke wuchs in ihm, wir trafen die drei noch manches Mal dort – bei uns ist es eine Art Ritual geworden, das Wochenende mit einem Bier im Sonntag zu beenden, gerade solange man draußen sitzen kann.  Wir tauschten die Handy-Nummern aus – wir wollten mal sehen, ob wir nciht in Neuseeland einen gemeinsamen Kaffee trinken können.

Und nun ist es soweit, aber der Reihe nach…

Wir beginnen den Tag nach einem schönen Frühstück auf dem Campingplatz – Bernd macht uns ein englisches: Toast mit Speck und Eiern – mit einem Waldspaziergang. Dazu fahren wir in den Redwood-Forest und entscheiden uns für einen etwa einstündigen Weg. Es ist wunderbar, entspannend, ein Traum, Balsam für die Seele. Der Weg verläuft auf einem weichen Waldboden, riesige Bäume um uns herum, nicht so dicht, so dass sie  nicht einengen und auch genügend Licht durchlassen, aber natürlich ganz viel Schatten spenden und für eine angenehme Kühle sorgen. Ich bin mit leichten Kopfschmerzen heute aufgewacht, daher tut dieser Gang mir besonders gut.

Spiegelungen

Wir unterhalten uns gar nicht viel, genießen einfach jeder auf seine Weise.

Und ich bin die einzige, die den Anweisungen folgt – nur alle schaffe ich alleine nicht:

Nun wollen wir uns noch ein Maori-Dorf ansehen, gucken uns erst noch die mitgenommenen Prospekte durch und entscheiden gegen die angebotenen Veranstaltungen. Es sind nicht die Kosten, die uns abhalten, es ist das touristische. Ich würde zwar gerne mal erleben, wie sie ihre traditionelle Gerichte zubereiten, sie garen sie unterirdisch, und ihre Tänze finde ich beeindruckend – aber so extra in der Krieger-Kleidung, ich weiß nicht. Da kann ich mich nicht so für begeistern. Bernd geht es genauso.  Vor drei Jahren sah ich eine Aufführung im Rahmen einer Weihnachtsveranstaltung. Das war anders, denn ich war die einzige Ausländerin, die nicht aus dem Örtchen kam. Alle anderen waren Einheimische.
Wir fahren also in die Stadt, parken unser Auto in einem Parkhaus, so dass wir nicht so auf die Zeit achten müssen, und wandern zum Maori-Dorf, das man auch einfach so ansehen kann. Leider können wir das Versammlungshaus nur von außen bewundern, aber ich habe eine Kopie davon im Te Papa-Museum in Welligton gesehen. Es ist schade, dass ich es nicht fotografieren durfte, das war dort verboten. (Ich habe es sogar versucht, aber innen saß ein maorischer Aufpasser, der mich lautstark ermahnte -und den ich nicht gesehen hatte… )
Im Prospekt hingegen steht extra für die bezahlten Touren, dass man auf keinen Fall seinen Fotoapparat vergessen sollte – also darf man dann Bilder machen. Na gut.
In diesem Dorf war ich eben vor drei Jahren auch, hatte damals noch so nett mit der Maoir-Frau in dem Shop erzählt und ihr Smartphone-Unterricht gegeben – ihr gezeigt, was „das Ding, das sie eigntlich doch gar nicht brauchte, die Kinder ihr aber angeschnackt hatten“, alles konnte und sie so in  wahre Begeisterungsstürme gebracht. Die Kette, die ich von ihr als Dank geschenkt bekam, trage ich heute. Eine kleine Hoffnung hege ich, dass ich sie treffen könnte, aber erstens ist der Shop nicht mehr im gleichen Gebäude, zweitens sitzt ein muskulöser Maori-Mann an der Kasse. Ich kann ihn mir gut in einem Kriegstanz vorstellen – und möchte auch nicht wirklich eine ernste Meinungsverschiedenheit mit ihm haben. Natürlich erklärt er mir sehr nett und freundlich, dass die Schule umgezogen ist, in ein größeres Gebäude, und daher nun der Shop hier und nicht mehr unten ist. Da ich den Namen der netten Frau nicht mehr weiß, kann ich nicht nach ihrem Verbleib fragen. Vielleicht hätte sie ja heute Nachmittag Dienst.  That‘s life. Hätte ich gewußt, dass ich so schnell hierher zurückkehren würde, hätte ich ihren Kontakt nicht gelöscht. Hätte, hätte….

Wieder einmal bin überrascht, dass direkt an den Wohnhäusern heiße Quellen verlaufen, sprudeln und nicht abgesichert sind. Passiert den Kindern denn nie etwas? Cool ist, als uns ein Einheimischer mit seinem Sohn auf Fahrrädern entgegenkommt und ihm etwas zuruft, was wir überhaupt nicht verstehen können – uns grüßt er mit „Kia Ora“ , der maorisiche Willkommensgruß!  Wie schön, zu erleben, dass sie Sprache wirklich lebt! Überall in Rotorua steht alles auf beiden Sprachen. Hier leben  viele Maoris, richtig toll!

Nun sind wir wirklich viele Schritte gelaufen und suchen uns ein nettes Café, in dem wir  lesen, schreiben und chillen. Bis… zunächst ist es wirklich richtig schön, aber dann kommt ein Obdachloser entlang, der mir vorher auch schon mal aufgefallen war, ging in den daneben liegenden Hauseingang und kehrte wenige Minuten später zurück. Seitdem riecht es gelinde gesagt, sehr unangenehm. Ich denke erst, dass er es sei, aber geht weiter und es stinkt weiterhin. Der Abfluß an der Strasse? Nein, als ich aufstehe, um aufs Klo zu gehen, sah ich, was er im Hauseingang gemacht hat. Ich werde es eurer Fantasie überlassen, mir wird jedenfalls total übel. Klar kann ich mich nicht mehr wieder dahin setzen. Man erlebt eben auch unschöne Sachen auf so einer Reise.

Noch während wir lesen, habe ich Jörg, mit dem wir immer mal sporadisch Kontakt haben, das letzte Mal Silvester, angeschrieben, wo er denn inzwischen sei. Er befindet sich im Bus auf dem Weg nach Rotorua – was für ein witziger Zufall. Wir wollen zwar heute noch weiterfahren, das hat aber Zeit bis zum späteren Nachmittag. Jörg will sich melden, wenn er sein Hostel bezogen hat.

Unser nächstes Ziel ist eh die Bibliothek, in der wir erst noch eineinhalb Stunden verbringen, und dort treffen wir uns dann. Unten gibt es Kaffee, mit dem wir uns gemütlich nach draußen setzen, gerade sind Sitzkissen unter einem Sonnenschirm frei geworden. In der prallen Sonne kann man es noch nicht aushalten. Witzig, dass bei beiden meiner Neuseeland-Reisen etwas Worpswede dabei ist: letztes Mal das nette Treffen mit meiner damals noch Nachbarin Els (inszwischen ist sie weggezogen, zum Glück aber in Worpswede geblieben), und nun eben dieses mit Jörg.
Wir schnacken ungefähr eine Stunde, haben es nett berichten von unseren unterschiedlichen Erlebnissen. Jörg reist mit dem Bus und erlebt natürlich ganz andere Dinge als wir. Die Busse hier kutschieren die Backpacker zu den unterschiedlichsten Orten, halten dabei durchaus auch mal an unterwegs liegenden Sehenswürdigkeiten. Gerade wenn man nicht so viele Wochen hier unterwegs ist oder das Risikos des Auto-Kaufens nciht auf sich nehmen möchte, ist das eine tolle Art zu reisen und viele Kontakte aus aller Welt zu bekommen.

„Happiness is a cup of coffee and a good book“

Wir fahren nun weiter – Ziel ist die Ostküste. Da ich aber nun nach meinem Cappuccino fast die dritte Flasche Wasser leer habe und Bernd allmählich Hunger bekommt, berichte ich später oder morgen weiter…

 

20:15 Uhr – wir sind inzwischen in Whangamata

Eigentlich wollten wir hier nur einen Zwischenstopp einlegen, nun sind wir geblieben.

Nach unserem Treffen mit Jörg fahren wir nun wirklich weiter, ohne Ziel.  Wir wollen mal sehen, wie weit wir kommen. Langsam aber sicher melden sich meine Kopfschmerzen von morgens wieder. Ich habe nun auch noch meine Regel bekommen – hört das denn nie auf??? – und dann bin ich eh anfälliger für Migräne.  Ich fackele nicht lange und nehme meine Dröhnung – eine Anti-Migräne- und eine entzündungshemmende Schmerztablette. So bin ich nach 20 min jedenfalls schmerzfrei und eine weitere halbe Stunde später auch von der Migräne erlöst. Bis dahin mämpfe ich  besonders mit dem ganzen Sonnenlicht, das mich  bei Migräne besonders stört. Wir sind an der Ostküste gelandet und wollen nun einen Schlafplatz suchen – kostenlose gibt es in Mengen, sollte also nicht so schwer sein. Doch pustekuchen – je Platz darf man gerade mal 2-3 Plätze zum Übernachten besetzen. Keine Ahnung, warum… Und die sind natürlich schon voll, die Küste ist sehr beliebt, besonders an einem Freitag Abend! WIr ändern unseren Plan und fahren weiter nach Tauranga, dort sind zumindest drei hintereinander zum Abklappern. Und schon beim ersten – siehe da- neben dem Wohnmobil ist der Platz noch frei! Hurra, was bin ich glücklich! Die Toilette ist nicht weit und hat bis 21:00 geöffnet, also schnell etwas gegessen, ich nur wenig, das sind noch die Folgeerscheinungen, dann das Bett gemacht, Zähne putzen – fertig. Der Platz ist direkt an einem großen Kinderspielplatz. Erst ist noch lebhaftes Treiben, aber hört bald auf. Dann und wann kommt noch ein Auto angefahren, als ich schon im Bett liege, manchmal mit etwas lauter Musik, aber die bleiben nie lange. Und so schlafe ich tief und fest – bis wir um 6:30 !!!! von superlauter Popmusik geweckt werden! Meine Güte, was für ein Depp, Idiot, Blödmann! Ich sehe aus dem Fenster- zwei junge Leute, die ihr Hab und Gut zusammenpacken und ins Auto verstauen. Wahrscheinlich haben sie hier übernachtet und hauen lieber ab, bevor möglicherweise noch kontrolliert wird – es ist nämlich nur ein einfacher PKW – weit entfernt von self-contained. Und das kann teuer werden. Trotzdem – haben die denn noch nie das Wort „Rücksicht“ gehört? Empathie? Mitdenken? Dann sind sie weg- und wir sind wach… Na gut, haben wir mehr vom Tag! Bernd hat noch keinen Hunger und ich mache mir ein kleines Brötchen, das reicht. Gemütlich sitzen wir in der Sonne, Blick auf das Meer, es gibt Schlechteres! Nicht weit von unserem Auto gibt es sogar einen Wasserhahn, an dem wir uns etwas frisch machen können!

 

11.01.2019

Rotorua

in dieser Nacht habe ich wunderbar geschlafen! Und eigentlich wollen wir wieder ein Frühbad nehmen, aber Bernd ist eher nach einer Dusche und meine Haare würden sich auch darüber freuen. In Taupo kann man öffentlich duschen, nein, das ist nicht ganz richtig ausgedrückt – gibt es öffentliche Duschen, 4 min zum Preis von 2,50$. – 50 Cent allerdings, um überhaupt in den Toilettenbereich hineinzukommen.
Wir parken direkt davor, suchen unsere Sachen zusammen und zum ersten Mal in einem Leben benutze ich eine öffentliche Dusche – ist gar nicht  so viel anders als die auf dem Campingplatz, supersauber. Und die vier Minuten reichten gut aus – ich hatte aber für denFall der Fälle ein weiteres 2$ Stück bereit…

Frisch und sauber beginnen wir nun den Tag, in dem wir in dem Café von gestern ein kleines Frühstück zu uns nehmen und uns anschließend auf den Weg nach Rotorua machen. Ich hoffe so, dass ich die Stelle mit den Matsch-Löchern finde, aus den es brodelt und qualmt, dass man denkt, man sei im Harry-Potter-Film.

Und wirklich, bald kommt die Abzweigung von der Hauptstrasse, an die ich mich erinnere, sie führt eigentlich zu einem großen Thermalbad. Zunächst geht es aber an einem kleinen Pool vorbei, in dem beim letzten Mal ganz viele saßen, heute aber nur einer – ebenfalls wie nahe der Huka Falls ein heißer Zufluss in einem, in diesem Fall, kleinen kalten Fluss. Wir testen das Wasser mit den Unterschenkeln , das reicht uns und wir fahren dann weiter.

Die Schlamm-Monster lassen nicht lange auf sich warten – schon bald kommt die Ausschilderung „Mud-Pools“ und schon  sind wir an diesem blubbernden, matschigen Areal, gut eingezäunt, damit wirklich keiner hineinfällt.  Ich kann mir vorstellen, dass man sich wirklich schwerste Brandverletzungen holen würde. Wir kommen aus dem Fotos- und Videos-Machen gar nicht raus, man möchte doch gerade dann abdrücken, wenn der Schwalll am höchsten ist.

Das ist Farbaufnahmen!:-)

in Rotorua stinkt es heute zwar nicht sooo doll wie wenn es Regenwetter ist, aber der Schwefelduft ist trotzdem latent überall. An einem Park wollen wir Pause machen, haben ziemlichen Hunger und freuen uns auf ein Müsli. So suchen wir uns einen Schattenplatz, bauen Tisch und Stühle auf und bereiten alles zu. Nervig ist nur, dass es immer wieder Autofahrer gibt, die ihren Motor anlassen, während sie Pause machen. Mich nervt es und ich kann mich nicht daran gewöhnen – die Abgase stinken und der Lärm nervt!

Wir wandern mit unseren Utensilien zehn Meter weiter und da stinkt es zumindest nicht mehr.
Satt und zufrieden machen wir nun einen Gang durch den recht großen Park, in dem ebenfalls lauter Löcher und sogar ganz heiße Seen gibt, die zwar eingezäunt sind, damit man nicht zu nahe kommt, aber gut sichtbar. Es ist unfassbar, wie viel Energie hier einfach aus der Erde kommt und „verpufft“.  Ein kleines Loch, umrandet von Steinen, ist offen und ich fasse zum Spaß mal in das heraussprudelnde Wasser – nur ganz kurz! Ich schätze, mit der Hitze kann man sich einen Tee aufbrühen, vielleicht nicht gleich einen schwarzen, aber einen grünen bestimmt. Ich schätze die Temperatur auf 70-80 Grad, nicht zum Baden geeignet. Auf einem Holzsteg an dem See muss ich meine Füße während des Fotografierens immer wieder bewegen – der Wasserdampf kommt durch die Ritzen und ist richtig heiß!

Nachdem wir nun noch in der Stadt einen leckeren ( ihr erinnert natürlich: hier gibt‘s nur leckere!!) Cappuccino zu uns genommen haben, wollen wir unseren Schlafplatz suchen und von dort aus noch auf einen abendlichen Markt gehen. Der wird nämlich schon gerade aufgebaut.  Und der self-contained-Platz liegt recht zentral. Aber von wegen – es sind alle Plätze belegt, das hatte ich nicht erwartet, so spät ist es doch gar nicht. Trotzdem, da hilft kein Klagen und kein Hoffen, wir fahren weiter und suchen kurzerhand einen Top10 auf, obwohl wir heute morgen geduscht haben. Der ist zwar unerhört teuer hier, aber wir haben keine Lust, weiter zu suchen, ich bin müde und kaputt. So springe ich nach einer kurzen Ruhepause unter die Dusche und bin danach wieder fit genug, um auf den Abendmarkt zu gehen bzw. fahren. Der Top10 liegt ein wenig außerhalb und so weit mag ich heute nicht mehr laufen.

Es herrscht viel Trubel in der Stadt. Dieser Abendmarkt findet jeden Donnrstag abend statt und es wird neben Kunst und Schnickstand viel zum Essen angeboten, dazu gibt es an beiden Enden Live-Musik. Richtig nett.
Viel Hunger habe ich nicht, daher essen ich bei Bernds thailändischem Nudelgericht etwas mit und wir sind beide glücklich gesättigt.

Ist das nicht ein gemeiner Straßenname? Fehlt nur das Leerzeichen….

10.1.2019

Noch einen Tag in Taupo

Um mich herum dampft und qualmt es- und es riecht nach Schwefel! Wir sind in Rotorua gelandet. An jeder Ecke ist die Erdaktivität spürbar, und wenn es nur durch den Geruch ist.

Doch mit dem Bericht bin ich erst beim gestrigen Tag. Es ist   Mittwoch Morgen, viertel vor sieben, als ich nach einer kurzen Nacht aufwache. Ich konnte einfach nicht schlafen, es ist stickig im Auto, trotz geöffneter Fenster, das Bett ist verwuschelt, immer wieder geht die eine Gardine auf und ich höre dicke Laster von der Hauptstrasse. Ich mache autogenes Training, versuche zu meditieren – nichts hilft. Irgendwann liegen meine Nerven ziemlich blank – ich will nach Hause! Bernd wird wach und fragt, weshalb ich so unruhig bin. Ich fühle mich wie ein kleines Kind, als ich anfange zu weinen, weil „alles blöd“ ist. Weinen ist auch etwas untertrieben, Sturzbäche trifft es eher. Bernd hört mir in seiner Ruhe zu, hat Verständnis und findet es mal wieder alles nicht so schlimm, nicht, dass er nun wach ist, nicht, dass ich so weine, nicht, dass er nun wach bleiben wird und mit mir erzählt. Ich beruhige mich langsam, und wir erzählen bestimmt noch eine Stunde, kommen vom jetzigen Urlaub zu frühere, auf Situationen, die wir besonders erinnern, die nicht geplant waren und übers Leben überhaupt. Solche Nächte sind besondere Nächte – und lassen sich auch nicht planen…
Es ist weiterhin warm, Bernd schläft wieder ein, während ich noch ein wenig auf dem Handy lese. Dann schlafe ich auch wieder ein – und wir sind morgens trotzdem ausgeruht.

Der Lake Taupo ist ein sehr klarer See und wir machen uns mit einem Handtuch und Badezeug bewaffnet zum Frühschwimmen. Ach, ist das erfrischend, wunderbar! Nicht zu warm, nicht zu kalt, einfiach nur schön!
Wir schwimmen ein paar „Runden“ und fühlen uns wie frisch geduscht. Perfekt – der Tag kann beginnen.
Das Bett ist schnell zusammen gepackt und wir fahren ins Städtchen für unseren ersten Kaffee und endless water…

Anschließend geht es erst einmal in die Bibliothek, WLAN und Strom nutzen. Wir lassen gleich zwei Bücher da, die wir gebraucht in der Nelsener Bibliothek gekauft haben, die können sie gleich weiterverkaufen – und wirklich, wenige Minuten finde ich sie bereits auf dem Verkaufsstand. Gute Wiederverwertung!

Weil wir die Stromschnelle, die „Aratiatia Rapids“ heute ansehen wollen, die ja nur vier am Tag geöffnet werden, machen wir uns auf dem Weg, um um 12:00 sie sehen zu können. Es ist immer wieder beeindruckend: da werden zwei riesige Tore geöffnet und es schießt das Wasser heraus, füllt die ersten Becken, rennt weiter, füllt das nächste und wird zu einer unglaublichen Stromschnelle. Bernd und ich sind auf verschiedenen Aussichtspunkten, noch haben wir die Bilder nicht verglichen. Ich zumindest kann mich wieder nicht satt sehen, Wasser hat eine unglaubliche magische Anziehungskraft auf mich, und mache Fotos und Videos, als gäbe es kein Morgen mehr, und vor allem nie wieder Wasser. Und dabei hab ich die doch exakt vom letzen Mal, da wird sich nichts geändert haben, aber vielleicht ja doch?

Bevor es losgeht, heulen 3 mal im Abstand von 3 Minuten Sirenen auf, dann öffnen sich die zwei Tore und bis zu 90.000 l pro Sekunde schießen heraus. Das Aratiatia – Kraftwerk ist das erste von einer Kette von 8 Laufwasserkraftwerk am Waikato. Diese Stromschnellen werden allerdings nur geflutet, vier mal am Tag, weil die Stromschnellen eine große Touristen-Attraktion sind.

Weil wir ja früh aufgestanden sind und nur wenig gefrühstückt haben, haben wir Hunger und fahren wieder ins Städtchen. Bei einem Thailänder genehmigen wir uns Lunch- und bei der Wärme gibt es nicht besseres als kaltes Zitronenwasser dazu – und das wird gleich selbstverständlich mit auf den Tisch gestellt. Es erstaunt mich immer wieder, wie selbstverständlich Wasser hier überall ist. Es ist absolut kein Problem, dass man nichts anderes zum Trinken dazu bestellt. Und so wird es nicht arg teuer – was uns dazu bewegt, gleich darauf den Cappucino in der Nachbarschaft zu uns nehmen. Wir lesen und lassen es uns richtig gut gehen. Bevor wir uns aufmachen, telefoniere ich kurz mit Björn, der gerade auf dem Weg zu einer Freundin ist und schreibe mit Sven, mit dem ich mich für ein Abendtelefonat verabrede. Denn wir wollen jetzt los zu den „Craters of the moon“ . Sven ist inzwischen in die WG zu Bjlrn gezogen, da wurde gerade ein Zimmer frei und so wohnen die beiden noch einen Monat zusammen, dann kommt Björn ja wieder nach Deutschland.

Die Mondlandschaft besteht aus einer dampfenden Landschaft – überall sind Löcher, aus denen es brodelt und qualmt. Der Eintritt ist mit 8$ moderat- und es müssen die Wege ja immerzu kontrolliert und ausgebessert werden. Man sollte besser nicht vom Weg abkommen – der Boden könnte überall dünn und brüchig sein, und ein Einsacken wäre bestimmt kein Spaß! Wir sind eben in einer sehr vulkanigen Landschaft! Der Rundweg dauert eine knappe Stunde, dann sind wir im Ausgang, völlig verschwitzt durch die Schwüle der Lust zuzüglich der Wasserdämpfe.


Wir brauchen eine Dusche – oder ein Bad. Bevor ich also mit Sven telefoniere, springen wir in den wunderbaren See und kühlen uns ab. Was für ein Luxus, wenn der See direkt greifbar ist. Da er sich aus einem ehemaligen Vulkanschlund gebildet hat und die erdwärme schließlich hier immer aktiv ist, kühlt er selbst im Winter nicht sonderlich aus. Die Wärme spürte ich durchaus an den Füßen – wie eine angenehme Fußbodenheizung im Schwimmbad!

Unser Abendessen nehmen wir in Form von Brot mit Aufschnitt am Rande des Parks ein – wir können fast am Bank und Tisch parken und haben es sehr gemütlich.  Beeindruckend finde ich die Schaukel direkt hinter uns für Rollstuhlfahrer:

bevor es dunkel wird, steuern wir unseren Schlafplatz von gestern wieder an, finden auch jetzt einen Platz, auf dem wir gerade stehen und machen uns bettfertig. Eine kurze Rundelesen – dann schlafen wir- wunderbar bis zum nächsten Morgen!