20.01.2019

19. Januar:

Am Abend haben wir noch auf Campingplatz eine weitere Planung für die nächsten Tage gemacht und festgestellt, dass wir alles ganz ruhig angehen können. Dadurch, und auch weil ich mit Bernd geredet hatte, fühle ich mich wieder viel besser, mein Migräne verschwindet total und ich bin am nächsten Morgen richtig angenehm ausgeschlafen.
Wir frühstücken unser Müsli eher aus Vernunft, richtig Hunger haben wir noch nicht, aber wieder einen Scone, nur weil ich Frühstückshunger dann habe, ist es heute nicht. Außerdem haben wir hier heißes Wasser für Tee!

Zunächst bleiben wir noch im Örtchen, gehen in die Library, die „device-free“ ist – das Wifi darf man nur draußen nutzen. Also lesen wir ein wenig und gehen dann noch in den schönen Garten, um ein paar Sachen nachzugucken. Aber dadurch komme ich nicht dazu, meinen Blog zu schreiben, das verschiebe ich.

Irre Baum-Gehänge

Der Ort gibt außer ein paar Touristen-Läden nicht so viel her und so machen wir uns bald auf den Weg. Ich möchte über Waitangi, nur 1,5 km entfernt, eine Kurve fahren, zu einem netten Wasserfall gucken und dann an der Küste weiter nach oben Richtung Nordspitze. Dort sind zwei Plätze, die wir ansteuern wollen, mal sehen, welcher der nettere ist.

Waitangi ist ein bedeutender Ort für die Maori und ich bedauerte es, dass ich damals  nicht hingefahren war – nun habe ich aber ja noch einmal die Gelegenheit. Auf diesem Fleckchen Erde wurde der lange ignorierte, umstrittene und oft angefochtene Vertrag zwischen der Englischen Krone und den Maori-Häuptlingen  1840 unterzeichnet und gilt als Geburtsort für Neuseeland. Es gibt dort ein großes Museum, das ich auch gerne besuchen würde- doch der Eintrittspreis ist mit 50$ pro Person uns einfach zu hoch. Wir verstehen es auch nicht – da gibt es in Wellington ein riesiges Museum mit viel mehr Personal und Unterhaltungskosten, das für den Besucher frei ist,  und hier, an dem Geburtsort der Landes, ist es so teuer. Wir entscheiden uns dagegen, besuchen aber das Café, das sehr gemütlich ist. und in dem man drinnen und Wir setzen uns auf die wunderschöne Terrasse, direkt an einen Teich, der zwar voller Algen ist, in dem aber immer wieder Aale zu sehen sind. Enten kommen auch an die Tische, in freudiger Erwartung, dass etwas herunterfällt, aber da sind sie bei uns an der falschen Adresse.

Wir fragen einen jungen Maori, warum der Eintritt so teuer sei, und er weiß, dass das Museum und die ganze Anlage sich selbst tragen muss und keinerlei Unterstützung von der Regierung bekommt. Wir begreifen das nicht – es wäre doch die beste Werbung für die Regierung. Bernd will da mal hinschreiben – und ich lasse mich überraschen, ob er das wirklich macht.
Die folgenden Wasserfälle sind „ganz nett“, mehr aber auch nicht, und da der Parkplatz direkt da drin ist und wir auch noch an einer Hühnerfamilie und zwei Hähnen vorbei laufen, lohnt sich der Ausguck auf jeden Fall.

Eine Stunde fahren wir nun weiter, meistens an der Küste entlang. Wir fühlen uns verschwitzt, es ist irre heiß heute. Und da nützt die morgendliche Dusche auf dem Campingplatz schon lange nichts mehr.

So halten wir an einer kleinen Badestelle – wie schade, dass man hier nicht nächtigen darf. Public Toilets direkt daran, und ein richtig schöner Strand. Wir nehmen unsere Badesachen, schließen alles ab und schon geht es in den Pazifik, wohl wissend, dass wir uns danach nicht mehr verschwitzt, dafür aber klebrig fühlen werden. Aber das ist es wert – die Erfrischung ist ja so schön! Wir juchzen in den Wellen, schwimmen, lassen uns treiben und haben einfach Spaß! So ein Meer ist schon etwas Feines.
Natürlich sind wir danach wirklich klebrig, fühlen uns wie in einer Salzkruste. In der Toilette waschen wir uns jedenfalls die Arme und die Hände, mehr geht an den kleinen Becken aber nicht. Egal, wir sind erfrischt und fahren weiter.

Der erste Freedom-Camping-Platz ist am Rande eines kleinen Örtchens, ebenfalls am Wasser gelegen. Abgesehen davon, dass in den Bewertungen einer hineingeschrieben hat, dass es da nachts viele Ratten gäbe, die auch nicht menschenscheu wären, macht es auch keinen so tollen Eindruck. Wir haben eher das Gefühl, dass er geschlossen ist, denn das Rasenstück ist abgezäunt, und auf dem Weg ist es eigentlich zu eng. Dabei wäre der Ort super, um sich abends noch ein wenig hinzusetzen, vielleicht ein Bier zu trinken und aufs Wasser zu gucken. Aber wir fahren weiter, eine halbe Stunde weiter soll es ja noch einen zweiten geben – freedom campgrounds gibt es hier wenig, und das, wo wir so schön self-contained sind.

Die Bewertungen dieses Platzes sind recht unterschiedlich, und wir sind gespannt. Und es ist so ein schöner Platz: mitten am Meer, eine Toilette mit Außendusche ca. 200m entfernt. Noch nie hatten wir einen so schönen Blick vom Bett aus :

Es stehen einige Wohnwagen und Vans um uns herum, aber nicht zu dicht. Einmal über eine kleine Düne, und schon sind am Meer, es ist einfach traumhaft!
Wir inspizieren die Toiletten und machen noch einen Spaziergang am Wasser. Es stehen viele Angler dort, und wir sind erstaunt, dass sie überhaupt etwas fangen – doch ein Maori zeigt uns seine Beute. Immer mal wieder fahren Leute mit dem Auto über den Strand – aber es sind nicht viele, daher nervt es nicht. Manchmal ist es auch einfach lustig, einer z.B. zieht einen Anhänger, gefüllt mit Kindern, die sich freuen.

Es ist windig und wir essen im Windschatten des Vans Abendbrot: Brot mit einem wie immer leckeren Salat. Wir müssen allerdings manchmal ein wenig improvisieren, damit nichts weg weht…:

Und so schlafen wir dann früh, wie so oft, wenn wir kein Licht mehr haben. Erst genießen wir noch ein wenig den Blick aufs Wasser, der Fast-Vollmond leuchtet das Meer an, spiegelt sich in ihm, es ist fast kitschig!

 

 

One Reply to “20.01.2019”

  1. Hallo Silke!
    Was ist los? Wir vermissen deine Berichte! Seid ihr gesund und munter (fit)? Wir freuen uns,dass ihr bald wieder in Worpswede seid!!
    Hier ist alles okay,der Luck im gleichen Zustand wie ihr ihn verlassen habt.
    Liebe Grüße von den Henkis und Nele (die dieses geschrieben hat)

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