Abflug

Nun sind wir wieder zuhause, aber ich möchte Euch den letzten Tag nicht vorenthalten! Denn da passierte noch etwas sehr Ungewöhnliches:

3. Februar:

Es ist unser letzter Tag hier, in Australien und im Urlaub, schon ein komisches Gefühle! Ich freue mich auf Worpswede, auf die ganzen lieben Freunde und Bekannte, auf „unsere“ Kleinen, die die Tage zählen, bis wir wiederkommen. Aber dass nun diese freie Zeit ohne Verpflichtungen zuende sein soll, ist auch schade! Trotzdem: Die Vorfreude überwiegt!

Aber wir haben ja noch diesen Tag und den wollen wir nutzen! Wir können das Gepäck im Hotel lagern und machen uns dementsprechend nur mit Kamera und Handy auf den Weg. Mit dem Zug wollen wir an den Hafen und dort auf eine Fähre, die uns an die Manly-Bucht bringt. Zur Bahnstation, die ja etwas weiter als der Bus ist, wollen wir ein Rad nehmen – Lime bietet hier keine Roller, dafür aber E-Bykes an, mit der gleichen App zu öffnen. Ich stehe schon in der Warteposition, als uns klar wird, dass Bernd ja keine mobilen Daten hat – hier in Australien haben wir nur mein iPhone dafür aktiviert – und er so kein Fahrrad nehmen kann. Na gut, also fahre ich los, wir treffen uns an der Station. Wenn ich den Weg finde, bei meinem schlechten Orientierungssinn, dann Bernd doch allemal! Denke ich und warte, und warten und warte. Es ist schon recht warm, die Sonne scheint superschön, doch warten ist trotzdem langweilig. Endlich kommt Bernd, leicht sauer, weil ich „einfach losgefahren“ bin, ohne dass er den Weg kannte. Hallo? Irgendwie war seine Orientierung gerade weg und er fand sich plötzlich am Hotel wieder, war also im Kreis gelaufen … Und konnte google maps nicht nutzen, weil er ja kein Internet hat. Von dort wußte er jedenfalls den Weg. Und ihm war klar, dass ich ihn ja nicht ärgern wollte, und er ja auch nichts gesagt hatte.

Im Zug konnte ich nun auch noch mal aufnehmen, wie man die Sitze ändern konnte:

An der Fähre staut es sich bereits – 1000 Menschen passen auf das Schiff, wir sind ziemlich die letzten. Was ein wenig schade ist, denn so sind die besten Plätze draußen natürlich weg. Einen Stehplatz an der Seite bekommen wir aber noch und damit auch die Möglichkeit, noch schöne Bilder zu machen.

Neben uns steht ein deutsches junges Pärchen,  von denen mir das Mädel gleich  auffällt, in ihrer frischen offenen Art und der natürlichen Ausstrahlung. Ich kümmere mich allerdings nicht weiter um die beiden, bis ich von dem Jungen angesprochen werde: ob wir zufällig aus Worpswede kommen… Ja? Und die Eltern von Björn und Sven sind… Er heißt Simon und als er mir auch noch seinen Nachnamen verrät, weiß ich genau, mit wem ich es zu tun habe! Simon hat mit unseren Jungs lange Fußball gespielt, seine Mutter kenne gut aus meinem Lieblings-Bioladen.
Die Welt ist so klein, und die Zufälle manchmal so groß! Wir schnacken eine Runde und gehen noch gemeinsam einen Kaffee trinken. Simons Freundin Nora ist ebenso offen, wir haben unsere helle Freude, uns mit den beiden auszutauschen, erzählen so nett, dass ich sie schon mal beide für September auf einen gemeinsamen Abend einlade. Vorher sind sie noch nicht wieder im Lande. Tja, Worpswede begegnet einem überall – das ist doch klasse!!

Nach dem ausgiebigen Kaffee trennen sich unsere Wege, wir gucken uns noch ein wenig um und schlendern durch‘s Viertel. Der Strand als solches ist beliebt und dementsprechend voll. Dort bleiben wir also nicht so lange und bedauern es auch nciht, dass wir keine Badesachen dabei haben. Der Gedanke kam vorher nämlich kurz mal.

Rückfahrt

Wieder zurück in Sydney-Mitte fahren wir noch einmal Richtung Grünes Haus, trinken einen weiteren Kaffee und machen uns dann über Umwege auf den Weg zum Hotel. Eigentlich müssten wir noch viel Bus und Bahn fahren, unser Ticket wird einfach nicht leer. Sonntags scheinen die öffentlichen Verkehrsmittel besonders günstig zu sein.

Noch ein paar Eindrücke der Stadt:

Zum Flugplatz nehmen wir ein Taxi. Wir haben noch einige australische Dollar übrig und alleine der Gedanke, mit dem Gepäck wieder zu einer Haltestelle zu laufen, treibt uns den Schweiß auf die Haut. Und so ist es viel einfacher.

Der Flug geht um 21:45 Uhr, wir haben bereits eingecheckt und müssen recht viel warten. Aufgeregt bin ich, anders kann ich das nicht sagen. Kurz vor dem Abflug nehme ich dann doch eine Valium, um gelassener zu sein – vielleicht lerne ich dann ja eher, dass ich mich nicht aufregen muss. Dieser Flug dauert 14,5 Stunden und ich meistere ihn echt gut. Anfangs habe ich noch etwas mehr Angst, aber dann kann ich mich bald entspannen, und döse sogar manchmal weg. Erst zum Ende hin werde ich wieder unruhiger, besonders als Turbulenzen vorhergesagt werden und sich die Flugbegleiter auch anschnallen müssen. Da dreh ich total am Rad, denke, dass meine letzte Stunde geschlagen hat. Ich weiß genau, dass es noch nie Probleme auf Grund von Turbulenzen gab, und dass es nur eine Verletzungs-Prophylaxe ist. Trotzdem – ich habe  Angst, nein, es ist die nackte Panik, die mich überfällt. Und dann ist es wieder vorbei – die Turbulenzen kommen kaum, ich kann mich wieder beruhigen. Eigentlich weiß ich genau, dass bei Emirates noch nie eine Maschine abgestürzt ist…

Ich hatte die Vorstellung, im Flieger über diesen Tag zu schreiben, aber das bekomme ich nicht hin. Aber ich entspanne viel, und bald sind es „nur noch“ vier Stunden vor mir, dann drei und es wird absehbar. Wir fahren ja gegen die Zeit und dementsprechend ist es die ganze Zeit dunkel. Erst in Dubai wird es langsam heller.  Dort haben wir drei Stunden Aufenthalt, trinken einen Kaffee – wie einfach ist es, dass man überall in jeder Landeswährung einfach mit der Kreditkarte zahlen kann- und nichts umtauschen muss.

Nun noch sieben Stunden, dann sind wir in Hamburg. Diese Stunden fallen mir auch nicht wirklich leicht, ich merke, dass die Nerven langsam brach liegen. Eine ungarische Flugbegleiterin, die gut deutsch spricht, nimmt sich Zeit für mich, erklärt mir noch mal, dass es hier, wo wir gerade sind, immer Turbulenzen gibt, weil hier der Jetstream ist. Und dass sie selbst diese Paniken so gut kennt – und deshalb ihr Beruf auch eine Herausforderung für sie darstellt. Wie gut tut es mir, das zu hören! Sie bietet mir auch an, zu ihnen in die Küche zu kommen, wenn ich Angst bekomme, dann können wir schnacken und dann sei ich abgelenkt. Es passiere nichts, es sei alles sicher. Ich weiß, warum ich mit Emirates fliege, denn diese nette unkomplizierte Art der Hilfe bei Angst habe ich dort schon öfter erlebt. Und das tut einfach gut!

Heute wird auf dem Hamburger Flugplatz gestreikt, wir lesen es morgens in Dubai in der Zeitung. Und sind gespannt, ob unser Gepäck davon betroffen ist. Aber alles läuft reibungslos und wir schultern unsere Rucksäcke und begeben uns mit der S-Bahn nach Reinbek zum Auto. Kalt ist es hier!!

Das Rechtsfahren ist besonders fremd und Bernd schaltet prompt beim Blinken den Scheibenwischer an. Auf der Autobahn wundere ich mich über die Laster auf der „Überholspur“ – ich bin zu müde, um wirklich zu raffen, dass wir uns dort befinden. Zum Glück ist die Autobahn frei und wir kommen staulos zuhause an!

Und davon berichte ich morgen! Mein Jetlag sagt mir, es ist dringend Bettzeit – auch wenn andere sich jetzt erst vor die „Tagesschau“ setzen….  und auch die Bilder arbeite ich erst morgen ein!

 

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