17.01.2019

Am nächsten Morgen wache ich mal wieder mit leichter Migräne auf – es war für mich also doch gestern anstrengender als gedacht gewesen, hatte schon abends leichte Kopfweh. Aber ich nehme meine Anti-Migräne-Dröhnung und kann den Tag dann gut angehen.
Unsere erste Anlaufstelle ist Miranda, dort soll man gut Watvögel beobachten können – allerdings am besten kurz vor under nach der Flut. Und die war leider morgens um 4:00. Die Vogelstation hat noch nicht geöffnet, wir sind einfach früh heute, und so fahren wir ein paar Kilometer weiter und frühstücken erst einmal eine Kleinigkeit in einem kleinen Dorfcafé. Ich frage mich, wie so ein Cáfe sich überhaupt halten kann – das Dorf ist so klein und viel Tourismus scheint hier auch nicht zu sein. Trotzdem kommen, während wir da sitzen, ungefähr 4 Einheimische, ordern einen Kaffee oder kaufen Obst, das auch angeboten wird. Am besten ist die Toilette, die ein wenig an Hundertwasser erinnert:

An der Vogelstation treffen wir eine Frau wieder, die eben auch einen Kaffee getrunken hat, und die dort arbeitet. Sie erkennt uns ebenfalls und so kommen wir nett ins Gespräch. Sie bestätigt, dass es jetzt keine günstige Zeit ist, um die Mengen zu sehen, aber einige werden auf jeden Fall da sein.
Doch schon beim ersten Beobachtungsposten wird klar, dass es zu spät ist – das Watt ist total trocken, es sind man gerade zwei Vögel da. Auf einem anderen sieht es nicht  viel anders aus. Aber da bleiben, bis die Flut kommt? Das würde wieder heißen, einfach zu warten, ohne danach zu wissen, wie wir weitermachen, und es fühlt sich für uns beide nicht gut an. Und so fahren wir weiter – wir wollen ins Nordland und dazu müssen wir an Auckland vorbei. Und meistens sind dort die Strassen gruselig voll.
Kurz vor der Millionenstadt fahren wir aber noch in einen Vorort, um ein Schwimmbad zu besuchen. Wir fühlen uns so klebrig und brauchen dringend eine Dusche. Und wenn wir die nächste Nacht wieder möglichst self-contained übernachten wollen, ist das zwingend nötig!
Das Schwimmbad ist schnell gefunden und kostet erstaunlich wenig: 4$ pro Peron, das sind man gerade 2,30€. Senioren (nur neuseeländische…) sind frei und Kinder auch fast. Wir duschen erst einmal und schwimmen dann eine Runde. Dafür, dass es ein Vorort ist, ist das Schwimmbad erstaunlich groß! Abgetrennte Bereiche für alle Altersklassen, so dass die Kleinen auch nicht zu den Schwimmer-Becken gelangen können. Witzigerweise baden die meisten mit Badeabzügen oder sogar mit langen Oberteilen. Von draußen kennen wir das, es ist ein Sonnenschutz, hier in NZ sehr wichtig. Aber innen? Im Bekini fühle ich mich fast nackt, was noch unterstützt wird, dass ein kleines Maori-Mädchen mich anspricht, ob ich denn die Zeichen nicht gesehen hätte. Sie zeigt mir auf einem Schild, was erlaubt ist und was nicht: darauf sind dann ein BH abgebildet – der aussieht wie ein Bikini-Oberteil. Aber es steht dabei: no bras and no underwear (Unterwäsche). Das erkläre ich ihr, aber ich bin wirklich die einzige. Doch was soll’s- ich bin man gerade eine Stunde hier und keiner wird mich je wiedersehen…  Also schwimmen wir unsere Runden und duschen danach noch mal das Chlorwasser ab  und fühlen uns wie neugeboren! Nun geht es an Auckland vorbei, schneller als gedacht – und so landen wir in Orewa, wo ich gestern dann geschrieben habe.

Brotzeit, bevor ich im Café schreibe

Einen kostenlosen Platz gibt es hier nicht, also fahren  wir zum Schlafen  auf einen Campground, der in einem wunderschönen Park liegt. Freie Platzwahl, direkt am Wasser, das Gate wird um 21:00 geschlossen, viele Tiere! So schön! Der Platz ist nicht kostenlos, aber mit 16$ für beide doch fast! Es gibt gute öffentliche Toiletten, sogar eine Außendusche finden wir, aber die brauchen wir ja nicht mehr.

Allerdings gibt es Probleme mit dem Bezahlen: man soll per Kreditkarte zahlen, was grundsätzlich kein Problem darstellt- doch die Internetseite ist so gesichert, dass man eine TAN von der eigenen Bank bekommen soll – und die läuft auf die deutsche Telefonnummer, die nicht abrufbar ist. Wir probieren fast zwei Stunden herum, telefonieren mit den zuständigen Leuten, werden hin und her geleitet – und geben auf.
Mit einer sehr netten Frau erzähle ich währenddessen, und die rät uns, doch zu warten, bis jemand kontrollieren kommt und dann zu bezahlen. Genau den Gedanken hatte ich auch schon und so machen wir das. Wir bauen Tisch und Stühle auf und kochen uns Nudeln. Gerade, als wir essen wollen, kommt einer herumgefahren und kontrolliert, ob auch alle zertifiziert self-contained sind. Logisch, wie glücklich wir ihm unseren Schrieb zeigen! Das Geld will er nicht annehmen, wir sollen es morgen früh dem Ranger geben, der irgendwann herumkommt. Okay, also werden wir morgen früh sehen.

Ganz glücklich bin ich, als ich noch einen Papageien sehe, und später sogar noch eine schar über uns hinweg fliegen! Leider kann ich kein Foto machen – bis ich den Apparat angestellt habe und heranzoome, ist er bereits weitergeflogen, und ich weiß nicht wohin.

 

 

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