16.01.2019

Und wieder kommt es anders als man denkt

Wir sind wieder, nein ich bin wieder in Orewa – Bernd ohne wieder… Orewa liegt nördlich von Auckland, direkt an der Küste und ist der Ort, in dem ich letzten Tage vor drei Jarhen verbrachte, und wo ich mich so wohlgefühlt habe! Klar, ich hatte mein Auto verkauft, musste nichts mehr organisieren und konnte drei Tage einfach ohne Planungen genießen. Ob wir hier bleiben oder später noch weiterfahren, weiß ich noch nicht, erst einmal haben wir hier eine Essenspause gemacht und sitzen nun  in einem Wifi-fähigen Café. Ich muss euch schließlich wieder aktualisieren…

Den gestrigen Morgen beginnen wir mit einem Besuch beim Council – der Gemeindeverwaltung. Wir wollen unsere Strafe zahlen – bevor wir frühstücken!  Bernd versteht nicht ganz, warum ich den Zettel für das Zertifikat mitnehme, aber ich weiß schon warum.
Die Dame, der ich alles erzähle, von wegen, wie überzeugt wir waren, alles richtig und legal gemacht zu haben und es leider ja nicht besser wußten, bekam großes Mitleid. Und dass ich nicht wüßte, ob ich die Frau, die uns aufgeschrieben hatte, richtig verstanden hätte, dass wir vielleicht nicht zahlen müssten, wenn wir den Zettel hätten, aber wie gesagt, ich weiß nicht, ob sie das so gesagt hätte, wir wären ja deutsch, und der Sprachte nicht so mächtig…. (Mir war schon bewußt, so zu 7/8, dass sie gemeint hat, wenn ein Zettel auftauchen würde…). Diese Dame zumindest bespricht sich kurz in unserem Beisein mit ihrer Kollegin, die zu einem weiteren Mitarbeiter ins Nebenzimmer geht, ich vermute, dass es der Vorgesetzte ist. Inzwischen erzählen wir mit ersten Angestellten, über unsere Reise. Sie fragt, ob es uns denn trotzdem hier gefallen würde und wie lange wir reisen würden und wo wir gewesen seien. Wir schwärmten ihr von den tollen Landschaften und Erlebnissen vor. Ihre Kollegin kommt wieder und meint, es sei alles storniert. Und sie hoffen, dass wir weiterhin eine tolle Reise hätten!

Wie cool ist das denn? Ich kann mein /unser Glück nicht fassen und Bernd geht es ebenso. Es ist ja nicht so, dass wir auf Mitleid gemacht haben, eben genau so, wie es eben auch wirklich war. Dass wir uns sicher gewesen sind, völlig legal gehandelt zu haben. So gesehen, habe wir den Umbau nun quasi umsonst bekommen – hätten wir ihn nicht gemacht, hätten wir die Strafe zahlen müssen und hätten auch nicht mehr kostenfrei übernachten können. Hurra, hurra, hurra!! 200$ Umbau – 200$ Strafe erlassen!

Nun heißt es Frühstück und wir suchen  uns ein Café – ich schicke eine Bestellung ans Unversum: es soll gemütlich sein und Scones haben. Wir müssen nicht lange warte – nur das Wifi habe ich in der Bestellung vergessen und somit kann ich nciht schreiben. Man kann nicht alles haben… Aber wir sitzen schön, freuen uns und genießen ein kleines Frühstück.

Vor einem Friseur neben dem Café

In der I-Site informieren wir uns über Wanderwege in der Gegend  und fahren danach in einen Teil des Coromandel Forest, in dem Kauri-Bäume stehen. Auch dort ist ein Visitor-Center, bei dem wir uns beraten lassen und uns für einen Weg entscheiden. Das Center ist nett gemacht und wir gucken uns noch die kleine Ausstellung an.

Der Weg, den wir uns ausgesucht haben, soll eine gute Stunde dauern und zum ältesten Baum gehen. Er startet am vorletzen Campingplatz, zu dem wir erst noch eine Viertelstunde auf einer recht holprigen Strasse fahren. Mir tut unser Auto immer ein wenig leid – und ich hoffe immer, es bricht nicht auseinander…

Zunächst ist es ein Traumweg, den wir gehen – durch den kühlen gemischen Wald, leichte moderate  Anstiege, ein toller Untergrund, einsam, einfach nur schön – bis dann Treppen kommen, immer nach oben, sie nehmen kein Ende. Ich schwitze, keuche, immer wenn ich denke, wir seien oben, kommen weitere. Und als ich überlegte, dass es noch zwanzig Minuten dauern würde – sind wir plötzlich da. Wie aus dem Nichts steht der gewaltige Riese plötzlich vor uns, geschützt durch eine Abtrennung. Oh wie schnell kommen die Kräfte wieder, wenn man weiß, man muss nicht weiter, nur noch zurück! Der Weg war offenbar für Familien berechnet worden. Wir machen unsere Fotos, bewundern den Baum und gehen zurück. Trepp ab geht es auch wesentlich einfacher und ich vertreibe mir die Zeit damit, die Stufen zu zähen: alle zehn Stufen schreibe ich ein Z in meine Notizen-App und zähle am Ende alles zusammen! 721 Stufen sind wir gelaufen – kein Wunder, dass es kein Ende nahm und mir immer noch die Beine zittern, als ich unten auf Bernd warte, der noch auf dem Weg Fotos macht.

Wir sind ziemlich verschwitzt, wollen in einen ausgewiesenen Pool uns erfrischen – und verpassen ihn. Plötzlich ist das Visitor-Center da und wir fahren auf den recht leeren Parkplatz, breiten unsere Stühle aus und machen ein Picknick. Wir haben richtig Hunger, und nicht auf Fast Food, das auch im Café angeboten wird.

Wider zurück in Thames geht die Fahrt weiter in den Norden von Coromandel. Wir wollen einen Teil der Küstenstraße fahren, die so wunderschön ist! Nur einen Teil, dann umkehren und zurück. Die Strasse führt auf dem ersten Teil immer zwischen Pazifik und Bergen, schlängelt sich hindurch und bietet unglaublich schöne Ausblicke. Ich erinnere sie gut, bin sie allerdings von oben gekommen. 10 km vor Coromandel Town geht es in dann von der Küste weg und durch die Berge, ebenfalls mit so schönen Ausblicken, dass wir überlegen, nicht umzukehren, sondern in Coromandel einen Kaffee zu trinken und dann erst zurückzufahren.

Wir sitzen lange im Café, nach dem Cappuccino fließt das Wasser wieder in rauen Mengen, ich schreibe (den gestrigen Bericht) und Bernd liest. Als wir dann wieder loswollen, ist die Zeit schon ordentlich voran geschritten, und wir überlegen die beste Planung – wir müssen heute kochen, damit uns das Fleisch nicht schlecht wird. Hunger haben wir jetzt schon, und wo wir landen, wissen wir ja noch nicht.

Also fahren wir an den Hafen, wo ein neben einer Skater-Bahn eine Picknickbank mit Tisch finden, bauen unseren Kocher auf und bereiten unser Gemüse und das Fleisch zu. Es ist wie zu erwarten ein sehr leckeres Mahl!

Gegen sieben machen wir uns auf dem Rückweg, der nun mit dem Sonnenuntergang noch schöner ist.

 

Zwischendurch gucken wir auf verschiedene Plätze, auf denen man übernachten darf, aber entweder gibt es kein Klo oder er ist voll. Eine Frau im Wohnmobil bietet uns an, uns neben sie zu stellen – wir würden ihr damit den schönen Ausblick aufs Meer nehmen, aber sie steht direkt am Schild und wir wollen lieber nicht „gesetzwidrig“ stehen. Trotzdem finde ich ihr Angebot supernett!

Ich konnte mich nicht entscheiden…

Im Endeffekt landen wir wieder in Thames und schlafen dort auf einem anderen Parkplatz, der zwar keine Schilder hat, aber auf der Website der Gemeinde als erlaubt ausgewiesen ist. Direkt am Park, dahinter das Meer, auf der anderen Strassenseite Einfamilienhäuser – richtig nett.

So war dieser Tag voll und schön. Ich bin absolut ko und fühle mich klebrig – eine Dusche wäre nicht schlecht, aber die muss bis morgen warten.

 

 

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