Westcoast

21.12.18
Um halb sieben waren so viele Sadflys durch die kleine offene Fensterluke, die dafür sorgt, dass wir nicht gänzlich nachts ersticken, gekommen, dass die Nacht zu Ende war. Schön, so sind wir zumindest früh unterwegs – aber ich bin echt noch müde. Ich habe sowieso nicht so gut geschlafen, aber dass es nicht regnet und sogar manchmal die Sonne herauskommt, muntert mich auf. Wieder machen wir uns ohne Frühstück   auf den Weg und erreichen bald den kurzen Track zu den „Blue Pools“. Die hatte ich beim letzten Mal nicht gesehen und bin glücklich, dass es heute klappen wird. Und sie sind wirklich wunderschön!
Der Gang dorthin ist mit 15 min moderat und die Farben des Wassers erfreuen das Herz! Das beste ist wieder eine lange Schwingbrücke, die man so richtig in Wallung bringen kann! Hurra!

Anschließend gibt es noch zwei recht kurze Gänge zu jeweils einem schönen Wasserfall, dann fahren wir durch bis Haarst, wo es den ersten Kaffee gibt. Nun befinden wir uns also an der Westküste. Nach einer kurzen Absprache mit dem Reiseführer entscheiden wir, die 50 km einfache Fahrt an die südlichste bewohnte Stelle auf uns zu nehmen, die als „unglaublich bezaubernd“ beschrieben wird.
Okay, sie ist wirklich schön, anfangs zumindest, nachher wird’s dann auch langsam langweilig. Im Nachhinein sind wir später auf ebensolchen Strassen gefahren, die zwar etwas befahrener sind, aber auch nicht zu viel.

Beeindruckend ist allerdings ein Gespräch mit einem Fischer, bei dem zunächst das Auffälligste ist, dass vorne alle oberen Schneidezähne fehlen, dabei ist er noch gar nicht sooo alt. Er repariert seine Reusen und wir kommen ins Gespräch. Dabei fragt Bernd ihn, wieviele Leute denn hier in der Jackson Bay wohnen – und er antwortet „2“, ihn mitgezählt! Klar Touristen kommen immer mal wieder, es gäbe da auch Ferienhäuser, aber fest wohnen hier eben nur zwei. Zum Einkaufen fahre er alle drei Wochen nach Wanaka (das sind mindestens 2 Stunden Fahrt, dazu noch über einen Pass!!) weil er dort nur frische Sachen bekommt! Was für ein Leben, für mich unvorstellbar! In einer kleinen Art Bauwagen kann man Fisch essen – doch wir möchten weder Zeit noch Geld investieren, sondern lieber wieder weiterfahren. Ob sich die 100 km gelohnt haben? Eigentlich nicht, aber zu erfahren, dass es dort ein Leben mit zwei Einwohnern gibt, wo sich laut Stelltafeln vor langer Zeit 400 Menschen unterschiedlichster Nationen angesiedelt hatten, weil sie viel von der Fischerei erhofften, es aber mit den ganzen schweren Bedingungen nicht aushielten, beeindruckt mich. Auf der Rückfahrt habe ich dann gelesen, einmal reicht es, diese „bezaubernde“ Strasse zu sehen.
Bis wir am Fox-Glacier landen, nehmen wir noch ein paar besondere Aussichtspunkte mit, machen einen kleinen Strandspaziergang und checken dann endlich auf einem guten Campingplatz ein. Auf dem gleichen wie vor 3 Jahren!

Nach drei duschfreien Tagen fühlt man sich nach der heissen Brause wie neugeboren, und kochen können wir hier auch unkompliziert. Wie schnell doch Nudeln mit Olivenöl, Knoblauch und Tomaten neben einem Salat mit Schafskäse zu Luxus erster Klasse werden! Dazu gibt es einen Schluck Rotwein – fast wie Weihnachten!
Nun muss ich nur noch schnelleres Internet finden, um dieses auch in den Blog zu bekommen, das hier auf dem Gelände ist so langsam, dass es die Seite gar nicht erst lädt….

Mount Cook die Zweite

20.12. — Mount Cook

Sandflys überall, lästige Viecher. Aus dem Grunde sitze ich jetzt auch schon im Auto anstatt schön davor. Warm genug wäre es, aber mich jetzt noch wieder komplett einzuölen, dazu habe ich keine Lust.

Es ist bewölkt, aber trocken, als wir aufwachen. Kleine Sonnenstrahlen versuchen schon durchzukommen, also heißt es zurück zum Mt. Cook. Ohne zu frühstücken fahren wir los, und der Himmel klart weiter auf. Es ist so schön und läßt hoffen, dass wir etwas sehen werden. Wir haben und die gleiche Wanderung rausgesucht, die ich schon gemacht habe. 3 Stunden retour, das ist ein schöner Gang.
Unser Café im Village, in dem wir uns eigentlich mit einem Cappuccino wandertauglich machen wollen, hat leider noch geschlossen, also machen wir uns am Visitor Center etwas frisch, erkundigen uns gleich noch, ob der Weg begehbar ist und frühstücken eine Kleinigkeit am Auto. Dann den Rucksack geschultert und auf geht’s.

Der Weg ist leicht zu gehen, zwar relativ voll, und bietet wunderschöne Ausblicke. Gleich anfangs zeigt sich ein hoher Berg in seiner schneebedeckten Schönheit- bald darauf ist er auch schon wieder in dunklen Wolken verschwunden.
Über drei lange Hängebrücken geht es, eigentlich müssten sie Schwingbrücken heißen. Mir bringen sie unglaublich Spaß, andere kommen mit viel Mühe darüber. Ich fühle mit ihnen – wenn die wüßten, wie gut ich sie verstehe! Allerdings steigen die bestimmt locker in ein Flugzeug… so hat jeder sein Päckchen bzw. Paket…
Nach genau 1,5 Stunden sind wir am Hooker Valley Lake angekommen, der See am Ende des Gletschers. Richtig schön ist er nicht, das Wasser sieht schlammig aus, und es schwimmen leider auch keine Eisbrocken drin wie beschrieben und wie Inches auch gesehen habe, schade. Trotzdem, der Gang ist wunderschön, die Pflanzenwelt beeindruckend und überall singen Vögel.
Fast 12 km zeigt meine brav mitzählende Uhr an, nun haben wir uns einen Kaffee verdient, und wir wollen ihn hier im Mt.Cook Village zu uns nehmen. Jetzt haben sie zwar geöffnet – aber es findet sich kein freier Parkplatz in einer Reichweite, in der wir nicht gleich wieder eine Wanderung machen müssen. Pah, dann nicht, wir klemmen uns hinters Steuer und fahren die erste Strecke zurück – nach Twizel in unser Lieblingscafé! Wir haben nachgerechnet, dass wir mindestens vier mal hier waren. Einen leckeren Scone (Hefeteilchen mit Butter), je zwei Cappuccini (richtiger Plural??) und 2l Wasser später machen wir uns dann auf die nächste Etappe unserer Weiterfahrt. Wanaka ist das Ziel, dort werden wir tanken und ein wenig einkaufen, ein Abendbrot-Picknick machen und anschließend sehen, wie weit wir noch an die Westküste schaffen.
Wir sind glücklich, als wir meine derzeitige Lieblingsstadt erreicht haben, stellen uns nach dem Tanken an den See und picknicken, richtig schön! Der Himmel ist aufgerissen, das Wasser tiefblau, einige schwimmen , manche spazieren.

Ich überlege kurz, ob wir nicht doch noch die Nacht dort verbringen sollen, aber das Wetter und das Abendlicht sind so schön- und somit wird die erste Strecke zur Westküste  ein Traum. Ich erinnere mich gut an diese Strecke vor drei Jahren:  da bin ich die auch bis in den Abend gefahren und konnte so viel Schönheit kaum aushalten. Damals wollte ich auf jeden Fall bis Wanaka kommen, weil ich dort Netz- Empfang hatte und meine ganze gesammelte Freude einfach teilen musste. Daher bin ich auch an diesem Campingplatz, auf dem wir jetzt stehen, vorbei gefahren- kein Empfang weit und breit. Dabei liegt er traumhaft- direkt am Lake Wanaka, ein Doc-Campground, also keine Duschen, dafür günstig. Es ist fast Vollmond, der See ruhig und idyllisch, die Vögel singen ihre Abendlieder-  geht es schöner? Ja- ohne Sandflys…. Denn inzwischen haben wir die Autotüren wieder geöffnet, es ist einfach noch zu warm sonst hier drinnen und hauen ständig um uns. Diese kleinen Biester hört man nämlich nicht, anders als Mücken, sondern merkt sie erst, wenn sie sich auf die Haut setzen oder schon zubeißen….


die Fahrt…

 

21.12.18
Um halb sieben waren so viele Sadflys durch die kleine offene Fensterluke, die dafür sorgt, dass wir nicht gänzlich nachts ersticken, gekommen, dass die Nacht zu Ende war. Schön, so sind wir zumindest früh unterwegs – aber ich bin echt noch müde. Ich habe sowieso nicht so gut geschlafen, aber dass es nicht regnet und sogar manchmal die Sonne herauskommt, muntert mich auf. Wieder machen wir uns ohne Frühstück   auf den Weg und erreichen bald den kurzen Track zu den „Blue Pools“. Die hatte ich beim letzten Mal nicht gesehen und bin glücklich, dass es heute klappen wird. Und sie sind wirklich wunderschön!
Der Gang dorthin ist mit 15 min moderat und die Farben des Wassers erfreuen das Herz! Das beste ist wieder eine lange Schwingbrücke, die man so richtig in Wallung bringen kann! Hurra!

Anschließend gibt es noch zwei recht kurze Gänge zu jeweils einem schönen Wasserfall, dann fahren wir durch bis Haarst, wo es den ersten Kaffee gibt. Nun befinden wir uns also an der Westküste. Nach einer kurzen Absprache mit dem Reiseführer entscheiden wir, die 50 km einfache Fahrt an die südlichste bewohnte Stelle auf uns zu nehmen, die als „unglaublich bezaubernd“ beschrieben wird.
Okay, sie ist wirklich schön, anfangs zumindest, nachher wird’s dann auch langsam langweilig. Im Nachhinein sind wir später auf ebensolchen Strassen gefahren, die zwar etwas befahrener sind, aber auch nicht zu viel.
Beeindruckend ist allerdings ein Gespräch mit einem Fischer, bei dem zunächst das Auffälligste ist, dass vorne alle oberen Schneidezähne fehlen, dabei ist er noch gar nicht sooo alt. Er repariert seine Reusen und wir kommen ins Gespräch. Dabei fragt Bernd ihn, wieviele Leute denn hier in der Jackson Bay wohnen – und er antwortet „2“, ihn mitgezählt! Klar Touristen kommen immer mal wieder, es gäbe da auch Ferienhäuser, aber fest wohnen hier eben nur zwei. Zum Einkaufen fahre er alle drei Wochen nach Wanaka (das sind mindestens 2 Stunden Fahrt, dazu noch über einen Pass!!) weil er dort nur frische Sachen bekommt! Was für ein Leben, für mich unvorstellbar! In einer kleinen Art Bauwagen kann man Fisch essen – doch wir möchten weder Zeit noch Geld investieren, sondern lieber wieder weiterfahren. Ob sich die 100 km gelohnt haben? Eigentlich nicht, aber zu erfahren, dass es dort ein Leben mit zwei Einwohnern gibt, wo sich laut Stelltafeln vor langer Zeit 400 Menschen unterschiedlichster Nationen angesiedelt hatten, weil sie viel von der Fischerei erhofften, es aber mit den ganzen schweren Bedingungen nicht aushielten, beeindruckt mich. Auf der Rückfahrt habe ich dann gelesen, einmal reicht es, diese „bezaubernde“ Strasse zu sehen.
Bis wir am Fox-Glacier landen, nehmen wir noch ein paar besondere Aussichtspunkte mit, machen einen kleinen Strandspaziergang und checken dann endlich auf einem guten Campingplatz ein. Auf dem gleichen wie vor 3 Jahren!

Nach drei duschfreien Tagen fühlt man sich nach der heissen Brause wie neugeboren, und kochen können wir hier auch unkompliziert. Wie schnell doch Nudeln mit Olivenöl, Knoblauch und Tomaten neben einem Salat mit Schafskäse zu Luxus erster Klasse werden! Dazu gibt es einen Schluck Rotwein – fast wie Weihnachten!
Nun muss ich nur noch schnelleres Internet finden, um dieses auch in den Blog zu bekommen, das hier auf dem Gelände ist so langsam, dass es die Seite gar nicht erst lädt….

Regen

Wir befinden uns am Mount Cook – und man sieht nichts! Dichte Wolken vernebeln das Blickfeld – und die Aussichten sind bis übermorgen auch in keiner Weise besser – im Gegenteil: ab heute Nacht soll es noch stärker „Cats and dogs“ regnen. Die Frage ist nur, was wir hier einen Tag machen sollen, ohne zu wandern – so viel Kaffee kann man doch nun auch nicht trinken. Und wir haben zwar gute Bücher – aber den ganzen Tag? Nun ja, derzeit sitzen wir hier und überlegen….

Heute morgen sind wir in Wanaka aufgebrochen, mit einem guten Gefühl! Nu is genug hier, nu geiht dat wider! Klar kannten wir die Vorhersagen – allein, uns fehlte der Glaube….
Die erste Etappe geht bis Omarama (dieses Wort merke ich mir über die Eselsbrücke: Oma macht ein Rama-Frühstück), das so klein ist, dass alle Häuser, sprich 4 Cafés, 2 Tankstellen, 2 Touristenlädchen und ein Einkaufsladen in eine kleine Strasse passen. Wir suchen uns das gemütlichste Café aus und sind ziemlich überrascht, dass der Preis für den Cappuccino teurer als sonst wo ist – wahrscheinlich haben sie sich hier abgesprochen… Egal, wir genießen ihn draußen, lesen dabei ein wenig und fahren dann weiter. Es geht über Twizel, ein weiteres kleines Städtchen, in dem wir einen weiteren Kaffee zu uns nehmen und einen Mini-Rundgang machen, zum Mt. Cook. Die Strasse führt zunächst am Pukaki-See entlang, und das Wetter hält sich.

Allerdings sieht man, wie in der Ferne die Wolken tiefer hängen und man kann den Regen bereits vermuten. Und wirklich, kaum haben wir den See und die ersten Kilometer der darauf folgenden steppen-ähnlichen Landschaft hinter uns, beginnt es zu gießen und hört auch nicht wieder auf. Und so schreibe ich die ersten Zeilen in diesem netten Café im Mt. Cook-Village, in dem wir uns nun Gedanken machen, wie wir weiter vorgehen.

Meine erste Überlegung, auf dem DOC-Campground hier zu bleiben und den morgigen Tag abwarten, zerschlägt sich, als ich die Wettervorhersage genauer ansehe. Und so übernehme ich Bernds Vorschlag, bis Twizel zurückzufahren, dort auf einem kostenlosen Platz zu nächtigen und den Tag morgen dort zu gestalten.
Die Rückfahrt ist recht unterhaltsam – wir holen meinen eigens für diese Reise gekauften Lautsprecher heraus und hören Hirschhausens „Liebesbeweise“. Ganz unser Humor!
Der Regen hört dann auch bald auf und wir können noch schöne See-Bilder, teilweise mit einem Regenbogen machen.

Der kostenlose Platz erweist sich als eine große Picknick-Area dicht bei Twizel, in der Mitte ein kleiner Teich, auf dem sich die Fahrzeuge großzügig verteilen können. Also nicht auf dem Teich….
Die Toilette ist ein Plumpsklo, aber eines der besseren Sorte. Es ist schon erstaunlich, welche Unterschiede es bei diesen einfachen „Stillen Örtchen“ gibt. Sauber sind sie alle, wie ausnahmslos die öffentlichen Toiletten, im Geruch hingegen….. dieses gehört zu den Angenehmen, soweit es angenehm sein kann….
Wir drehen noch eine Runde über den Platz und machen uns bald Schlaf-fertig.

Die Nacht ist ruhig und entspannend, so fahren wir gut gelaunt wieder ins Städtchen und frühstücken in dem gleichen gemütlichen Café, in dem wir gestern saßen. Der Himmel ist bewölkt, aber noch ist es trocken. So entscheiden wir uns für einen kleinen Gang am See dicht bei. Irgendwie müssen wir den Tag rum bekommen, ohne dass wir uns nerven lassen. Wir lesen viel, teils im Auto, teils im Café, machen noch einen Gang im Regen und müssen feststellen, dass unsere Wanderschuhe trotz gutem Einfetten Wasser durchlassen. Mist. Bernd ist bald leicht genervt und kehrt wieder um, ich laufe noch ein Stückchen weiter, genieße die Natur und drehe um, als ich keinen weiteren Weg mehr finde. Irgendwie komisch: seit nun drei Wochen sind wir unterwegs und es sind die ersten Momente, die ich alleine bin. Ich nehme es einfach nur wahr, nicht mehr, nicht weniger. Wahrscheinlich, weil wir oft nebeneinander ganz unterschiedliche Dinge machen, habe ich nicht das Gefühl, dass wir uns auf der Pelle hocken.
Ich bin recht nass, als ich wieder am Auto bin. Meine Jacke heißt wahrscheinlich H2O, weil sie Wasser durchlässt… wir haben aber ja alles dabei und können in einem Supermarkt Fett für die Schuhe kaufen. Und ich greife noch ein paar dicke Socken ab.
Das Abendessen findet recht abenteuerlich vorne im Auto statt: Bernd schmiert hinterm Steuerrad Brote, auf meinen in einer Wolldecke gehüllten Beine steht ein Teller mit geschnittenen Tomaten, die Weinflasche zu Bernds Füßen. Es ist halt Urlaub….

Morgen früh werden wir den Himmel ansehen und Wetter online zur Hilfe nehmen und dann entscheiden. Ob es wirklich Sinn macht, zum Mt. Cook zu fahren. Wenn man eh nichts sieht….
Ansonsten geht’s zurück über Wanaka an die Westküste. Aber das ist morgen! Gleich geht’s wieder auf den kostenlosen Campground, und vorher noch an die Wifi-Box, den Blog reinstellen.

17.12.2018 – eine schöne Wanderung

Wechseltage – sag ich doch! Heute geht es mir wieder super! Ich bin gleich beim Aufwachen froher Dinge und weiß: dieser Tag gehört mir! Das Aufstehen fällt leicht, und da ich gestern abend geduscht habe, fällt das auch flach. Ich bereite unser Müsli zu und wir genießen die ersten Sonnenstrahlen, naja, nicht ganz die ersten, es ist kurz nach acht. Wie gehen wir nun heute vor?

Die erste Entscheidung ist schnell gefallen – wir wollen bei dem tollen Wetter nciht im Auto sitzen, sondern uns bewegen. Ich wäre glatt bereit für eine große Wanderung., aber eine mittelgroße täte es auch- wahrscheinlich sogar besser.
Aber als erstes halten wir in der Stadt vor einem Outdoor/Hunting/Fishing Geschäft, in dem wir gestern schon waren und Bernd Hüte anprobierte . Erkannte sich aber noch nicht entscheiden, doch nach der Sonnenwanderung gestern und dem Wetter heute möchte er einen mitnehmen.  Wir denken, das geht ja schnell und die 30 min für den Parkplatz reichen locker. Aber Entscheidungsfreudigkeit gehört nicht zu unseren besten Familienfähigkeiten. Hut für Hut – wieder von vor – Fotos machen – vergleichen – noch mal – Fotos in die FamilienApp gestellt und um Meinungen gebeten – mit Björn diskutiert – und endlich entschieden!

Nicht zu glauben! Dass Hut kaufen so schwierig ist…. Wir haben bereits einen Strich am Autoreifen, die Ordnungshüter gehen also wieder einmal rum.

Am Ortausgang habe ich gestern ein Informationszentrum gesehen, das speziell für den Nationalpark Mt. Aspiring da ist. Hier lassen wir uns beraten.  DIe Frau ist super nett und versteht genau, was wir möchten: eine unkomplizierte Wanderung, ca. 3 Stunden und nicht zuu anstrangend.  Sie schlägt uns den Diamond-Lake-Walk vor und das, was sie dazu erzählt, hört sich mach genau dem an, was wir suchen. Perfekt. Wir begeben uns per Auto zu dem 25 min entfernten Parkplatz, schultern den Rucksack,d.h. Bernd schultert, Sonnencreme überall, wo die Haut nackt ist, Wanderstöcke, und wir sind aufbruchfertig.

Der Weg ist wunderschön. Nicht zu steil, jedenfalls erst einmal nicht, dann geht es an dem schönen kleinen See entlang und von dort aus nach oben. 245 Treppenstufen führen uns zunächst zu einem Aussichtspunkt über dem See. Bevor wir uns dem See nähern, denke ich noch, wie blöd, schade und sonst was ich es finde, dass ausgerechnet heute Baumarbeiten anstehen, die Kettensäge ist tierisch laut. Und sie ist nicht nur laut – sie ist insbesondere tierisch in Form von Fröschen.So laute Frösche habe ich in der Tat noch nie gehört! Wir können sie leider nicht sehen, aber würde mich total interessieren, wie groß diese Krachmacher sind. Nach eine Fotopause und einem kleinen Austausch mit einem Kölner Alpenverein geht es weiter.

Nun geht es anstrengender weiter nach oben, aber da es nicht so heiß ist und außerdem Wind aufgekommen ist, ist es mit kleinen Pausen gut machbar. Trotzdem bin ich froh, dass wir uns für diesen Weg entschieden haben und nicht für den erst ausgeguckten, der ca. 8 Stunden gedauert hätte, Wir wollen es ja nciht übertreiben, schon gar, wo meine Nerven noch immer wunderbar sind….

Von oben sind es traumhafte Aussichten über den Wanaka-See und den Inseln, die drin liegen. Dieses Blau, dazu die grünen Berge und Felder, einfach traumhaft. nur der unglaubliche Wind hier oben stört, wir können kaum die Kamera ruhig halten.

Der Rückweg ist zwar für die Oberschenkel und die Knie anstrengend, aber ansonsten kein Vergleich zum Aufstieg. Es läuft sich fast von alleine. Nur manche Abstiege sind höher,so dass wir besser die Hände zur Hilfe nehmen.

Der Campingplatz, auf dem wir gleich eine weitere Nacht gebucht haben, liegt auf dem Weg zum verdienten Cappuccino, also springen wir erst einmal unter die Dusche.
Im Patagonia, eigentlich in erster Linie ein Eissalon mit riesigen Kugeln, sitzen wir schön draußen, lesen bzw. schreiben. Wunderbar!

Kurz noch einkaufen, dann gehts zurück auf dem Campground, wir wollen zeitig kochen, bevor die Küche zu voll ist. Heute gibt es – oh Wunder – Nudeln, aber mit einer Hähnchenbrust-Gemüsepfanne. Lecker!

Bevor wir aber Essen machen, kümmern wir uns noch um unseren Wagen: auf diesem Platz gibt es extra einen Einstellplatz, an dem man das Auto waschen kann – immerhin ist es gerade von den traveled roads- und eine führt hier direkt zum Mt. Aspiring, über 35 km lang, angesagt. So nutzen wir auch die Chance – saugen ihn aus und wienern ihn –  und unser Van ist blitzeblank!

Zu guter Letzt des Tages, also bevor bzw. währenddessen ich hier schreibe, habe ich meinem Mann noch die Haare geschnitten,  auch das muss ja mal bei einem solch langen Urlaub sein. Manche Alltagsdinge laufen weiter…

Langsam wird ihm kalt…
statt Spiegel
statt Spiegel
Campingplatz-Katze

 

 

16.12.2018 – Sonntag

Den Vormittag verleben wir mal wieder sehr ruhig. Es ist Sonntag, und ich erinnere eigentlich, dass ich mich da in Städten immer recht verloren fühlte. Hier in Wanaka merkt man  vom Sonntag gar nichts, außer dass Banken und wahrscheinlich ähnliche Institutionen geschlossen haben. Alle Läden haben geöffnet – okay, das sind wir auch in Worpswede gewöhnt – aber dass die Müllabfuhr arbeitet, das erstaunt mich dann doch. Wir schlendern zunächst durch das Städtchen, ich erzähle von vielen Erinnerungen – hier habe ich das und dort dies, und so weiter. Nach einem ersten Cappuccino machen wir dann einen Spaziergang am See. Einige baden, manche fahren Kanu oder SUP (=Stand Up Paddleling), mehrere lassen sich rösten. Die Sonne sticht, obwohl es nur 25 Grad sind.  Ich konnte dem Sonnenbaden zwar noch nie etwas abgewinnen, aber dass ELtern ihre Kinder fast bis zur Unkennlichkeit vermummen und schützen, sich selbst aber  mit der knappesten Bekleidung bräunen, geht einfach nicht in meinen Kopf. Meinen die, gegen Hautkrebs immun zu sein? uns fällt es am eigenen Körper auf, dass die Sonne hier stärker ist als bei uns und wir nicht nur schneller bräunen sondern auch röten…

Blick auf den See
Der Weg ist gesäumt von Ereignissen in jedemJahr – wenn sie nichts wußten, blieben die Steine leer…

Egal, jeder ist seines Hautkrebses Schmied und es ist nicht überlaufen und dementsprechend nicht totales Geschrei, einfach gemütlich. Nur – ich bin innerlich unruhig und nicht gut drauf. Weiß nicht, was ich möchte, mir ist zu heiß, und überhaupt. Alle wissen was sie wollen, nur ich nicht, alle dürfen bis 12:00 weg gehen,….
Sind es die Wechseljahre? Ich tippe eher auf Wechseltage – jeden Tag bin ich anders drauf, und das kann schon dimensional sein.
Wir beschließen, eine kleine Wanderung zu machen. Da gibt es einen kleinen Hausberge, der tolle Aussichten verspricht und nur 1,5 Stunden dauern soll. Der WEg wir als netter Spaziergang beschrieben. Eigentlich genau das Richtige, eigentlich…

Schon nach 10 Minuten hab ich das Gefühl, ich kann nicht mehr, mein Puls rast, die Steigungen  sind ordentlich und die Sonne brennt. Man sollte vielleicht nicht gerade in der Hauptsonnenzeit wandern gehen, schattengebende Bäume  gibt es nämlich auch nur sehr vereinzelt. Mich frustet das – ich wäre doch so gerne cool, locker und überhaupt. Könnte auch übersetzt heißen – umtrainierte sportlich sein, mit einem Lächeln im Gesicht und  unverschwitzt kurz mal rauf auf den Berg und sich freuen. Irgendwie neigte ich schon immer dazu, unrealistisch zu werden, wenn ich nicht gut drauf bin, besonders wenn es um meine eigenen Ansprüche geht.  Zum Glück habe ich meinen Realismus  in Form meines Mannes mit, der mich sehr liebevoll auf den Boden der Tatsachen bringt. Statt des Lächelns heule ich, ich habe, meerverbunden wie ich bin, sehr nahe am Wasser gebaut,  unverschwitzt kann man meinen hochroten Kopf auch nicht nennen. Mein Kreislauf spielt auch verrückt, mir ist übel und ich gehe zähneknirschend auf Bernds Vorschlag ein, doch lieber umzukehren. Das sollte dich besser für den Anfang reichen, wir waren halt noch nicht viel wandern und sollten es langsam angehen lassen. Wir sind doch nicht im Trainingslager, sondern im Urlaub…  Habe ich schon mal erwähnt, dass ich den welt-nettesten Mann geheiratet habe? Auf dem Rückweg fällt mir ein, dass ich auch der letzten Reise hier für mich lernen musste, dass ich ruhig auch mal aufgeben darf und nicht alles schaffen muss.  Aufgeben nicht als Schwäche zusehen, nicht als Versagt haben, das fällt mir schwer. Den Blick darauf richten, was ich schon alles geschafft habe und nicht darauf, was noch nicht.  Immer wieder, ich werde sicherlich noch mehrere Situationen dafür brauchen, es zu lernen.

Trotzdem schöne Ausblicke

So sind wir nach 45 Minuten wieder unten, glücklich, ich jedenfalls, fahren noch einkaufen und gehen dann wieder auf den Campground, um ausgiebig zu duschen und dann zu chillen.

Abends machen wir noch einen kleinen Spaziergang an den See- die Abendatmosphäre ist superschön!

Wie wir die nächsten Tage weitermachen wollen, versuchen wir zu planen, aber anhand der Wettervorhersage ist es schwer. Morgen wird vorerst der letzte schöne Tag sein, danach wird es hier schauern, im angepeilten Mount Cook Village wohl dauer-regnen. Und wenn man den tollen Berg dann doch nicht sieht, lohnt sich die 220 km lange Fahrt, die wir auch komplett zurück müssen, nicht so richtig. Wir könnten natürlich morgen den tag nutzen um hinzufahren, aber bei Sonne wieder so vielem Auto sitzen? Auch nicht prickelnd . Wir vertagen das Thema und verlegen die Entscheidung auf morgen früh…

15.12.2018 – Wanaka

Hier gebe ich Euch nun erst einmal einen kleinen Überblick, wo wir uns aufhalten und bewegen:

Südinsel

Falls Ihr übrigens die Kommentarfunktion nicht findet, und so gerne etwas schreiben möchtet –  je nach Ansicht ist die Möglichkeit da. Ich hab noch nicht ausfindig gemacht, wie ich die an die Seite bekomme, also dass sie immer da ist… Also wenn Ihr sie sucht, klickt auf die Überschrift des Beitrages, dann habt ihr den einzelnen Beitrag und unten dann auch die Kommentarfunktion.

Weiter geht‘s:

die Kneipe, in der wir dann gestern abend waren, war recht bis sehr laut, und Bernd war glücklich, ich auch, als ich dann die letzten Bilder reingestellt hatte und wir wieder auf den ruhigen Zeltplatz konnten. Außerdem war es auch nciht nur die Musik – Neuseeland hat zwar keine gefährlichen Tiere, aber es hat die Sandflies! Und die wurden im Laufe des Abends immer mehr und immer aktiver. Gut, sie sind nicht tödlich, man stirbt höchstens mental an ihnen – Vampire, die mit ihren 2-3mm Größe und ihr stubenfliegenartiges Aussehen, harmlos wirken und viel gemeiner sind als Mücken! Die hört man jedenfalls!
Sandflies kommen in Scharen oder einzeln, sie, d.h. Die Damen, beißen und saugen das Blut und hinterlassen juckende gemeine Pickel. Und sie sind überall! Positiv: sie stechen nicht durch die Kleidung! Negativ: sie sind immer und überall…

Heute morgen dann bekam Bernd die Mitteilung, dass er heute abend einen Telefontermin hat. Er wird seit einiger Zeit in seiner Funktion als selbständiger Berater immer wieder mal angefordert und kann das ja gut auch von hier machen. Zwar ist es nicht ganz einfach mit den Terminen – es geht eigentlich nur am Abend bei uns, nicht weil wir sonst etwas vorhätten, sondern weil die wenigsten so lange im Büro sein möchten und wir nicht schon in der Nacht aufstehen wollen. Der Zeitunterschied beträgt nun mal exakt 12 Stunden nach Deutschland – zu unseren Kindern in Monteal 18 – da muss man wieder rechnen…
Somit ist es klar, dass wir heute bis Wanaka fahren und dann auch wieder einen Campingplatz aufsuchen werden, Denn Bernd braucht ja WLAN.

Die Fahrt ist nicht lang und wunderschön! Wir nehmen eine Route, die über die Berge führt und immer wieder neue Ausblicke bietet.

Pause…

Auf dem Campingplatz gibt es unbegrenzt Wifi, er liegt am Rande des Städtchens und ist supersympathisch. Wir machen eine Törtchen-Pause, und ich schmeiße alles, was ich an Negativem über Zucker weiß, in die hinterste Ecke des Gehirns und genieße! Beim Einkauf noch die Zutatenlisten der Müslis auf den Zuckergehalt untersucht und verglichen – und dann das:

Baiser, Himbeeren, Sahne
Baiser aufschneiden, innen ist er cremig weich

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Himbeeren drauf, und Sahne….. LECKER!!!!

Außer chillen, ausruhen, lesen, essen (zur Abwechslung mal Nudeln mit selbstgekochter Bolognese!)  und dann noch mal einkaufen fahren passiert heute nichts mehr. Morgen werden wir auf jeden Fall auch noch hier bleiben und dann mal sehen!

Habt einen schönen dritten Advent!

14.12.2018 – auf nach Arrowtown

Erst mittags machen wir uns weiter auf den Weg von Te Anau nach Arrowtown. Die Strecke ist gar nicht so weit, aber es sind halt nicht Autobahnen, sondern Landstraßen, sie sich hin- und herwinden. Die Landschaft ist wunderschön, lange faren wir an einem See entlang. Immer wieder müssen wir links ranfahren, um Bilder zu machen!

Was mir auch auffällt: bei meiner letzten Reise haben mit die Heerscharen an Schafen gefehlt, für die dieses Land doch so bekannt  ist. Statt dessen gab es Unmengen an Rinderherden und die Mitteilung, dass NZ sehr, sehr weit unten in der Klimabilanz steht – wegen der Rinder. Entweder haben die Farmer ordentlich Zuschläge erhalten, um wieder auf Schafe „umzusatteln“ oder sie haben ihre Rinder versteckt und die Schafe wieder hervorgeholt. Es ist jedenfalls so, wie man sich die Südinsel vorstellt – riesige Schafweiden, Unmengen an Tieren, mal enger, mal mit viel Platz. Und heute können wir durch Zufall – und dank dessen, dass ich am Steuer saß, Bernd hätte sich nicht angehalten, beobachten, wie eine große Herde über die Strasse auf die andere Seite getrieben wurde, mit Hilfe von sieben Hunden. Ich bewundere es immer wieder, wie die Hunde sich „absprechen“ und ihre Positionen übernehmen, um die Herde dahin zu treiben, wo sie hin soll.

Ans Linksfahren haben wir uns nun auch gewöhnt. Zuerst war es besonders schwierig, beim Rechts-Abbiegen wieder auf die linke Seite zu fahren und zweimal sind wir bei zum Glück wenig Verkehr denen entgegen gefahren. Doch langsam wird es normal, und die Scheibenwischer gehen beim Blinken auch nicht mehr an – nicht mehr so oft jedenfalls. Dass ich beim Überqueren der Strasse erst nach rechts gucken muss, ist allmählich antrainierte – aber volles Vertrauen hab ich nicht, dass nicht doch einer von links kommt:-) .

Vor drei Jahren bin ich genauso gefahren – erst nach Queenstown, dann schnell weiter nach Arrowtown. Genau machen wir es heute. Bernd meinte, wenn wir schon so dicht an der Outdoor-Aktivitätsstadt sind, dann wollen wir sie doch auch einmal sehen… schnell, ganz schnell verschwinden wir wieder. Voll, Touristisch, ein Outdoor-Laden mit teuren Klamotten neben einem Booking-Center, wo man alles zu hörenden Preisen buchen kann. Ich tue der Stadt bestimmt Unrecht und man kann dort viel Spaß haben – aber das ist so gar nicht mein Ding. An allen Enden wird gebaut, einNobel-Hotel neben dem anderen, die Einkaufsstraße zudem voller Verkehr… Tja, wir sind gar nciht ausgestiegen, sondern haben Eis für unseren Kühlschrank gekauft und sind weiter.

In Arrowtown ist es wesentlich ruhiger und die Athmosphäre in etwa wie vor drei Jahren. Ich möchte nicht weiter, sondern hier auf dem Campingplatz bleiben, auch wenn heute wieder „self-contained“ angesagt wäre. Der einzig kostenlose wäre ein Parkplatz 15 km entfernt, dazu habe ich heute keine Lust.
So wandern wir erst mal durch dies derzeit nicht verschlafene Städtchen, bewundern eine Christmas-Aufführung im Freien mit einem Frauenchor und vielen Kindern, die etwas aufführen. Übrigens „schneit“ spaßend zu ihren Liedern – Pappeln verstreuen ihre Samen überall und wenn man es nicht besser wüßte, glaubte man dass es schneit.

Anschließend suchen wir den Schlafplatz auf, essen einen leckeren Salat, für denier heute morgen noch eingekauft haben und Brot und machen uns anschließend noch einmal zu Fuß in die „City“. Dort sitzen wir nun in einer Kneipe, mit recht lauter Musik, gleich sogar live, und WLAN!

 

14.12. 2018

 Eine gute Tat am Morgen

So kann der Tag beginnen:  mit einem schönen Frühstück, vorher einer heißen Dusche (ja, das ist schon was Schönes, wenn es nicht mehr selbstverständlich ist!), und dann eine Fahrt in die Bibliothek, weil Bernd Internet braucht und das auf dem Campingplatz offenbar nciht funktionierte. Hätte ich den Router gesehen, hätte ich ihm einfach einmal den Strom geklaut…
Wir parken auf einem öffentlichen Platz vor einem Sportplatz einer Schule. Am tor steht ein 6 jährige Mädchen und weint. Ich gehe zu ihm und frage was denn los sei. Es mag nciht alleine gehen! Ich weiß allerdings nciht wohin, weil ich sie nicht so ganz verstehe- ich Deutsche, sie Kind, neuseeländer Slang und weinend – und soo süß! SIe erzählt – ich frage nach. Dann kommt eine Frau aus ihrem Auto und sagt ihr noch mal ganz lieb, dasssie den Weg kennt und sie doch den kleinen Bruder abliefern muß – und fährt weg. Ach, die Kleine berührt mein Herz ander Stelle, wo ich früher selbst ANgst hatte – alleine irgendwo hinzugehen, die anderen sind schon da und überhaupt. Ich gehe erneut zu ihr und frage sie, wenn die den Weg doch kennt, ob es ihr hilft, wenn ich sie begleite und sie mir das zeigt. Sie nickt. Gemeinsam wandern wir los, und ich erzähle ihr, dass sie langsam sprechen muss, weil ich eine Touristin sei. Sie heißt Sascha und heute ist der letzte Schultag. Danach gibt es Ferien. Manchmal geht sie hier lang und ich könne da gehen, dann schiebt sie mich weiter, damit ich den richtigen Weg finde. Ich sage ihr noch, dass es mich ja ganz gut sei, dass sie geweint habe, sonst hätte ich nie die Möglichkeit gehabt, eine neuseeländische Schule von innen zu sehen.

Vor ihrem Klassenraum sehe ich, dass alle Kinder schon auf dem Fußbodem im Kreis sitzen. Zwei Mädels kommen an die Tür, freuen sich über die Kleine und erzählen ganz aufgeregt, dass sie eine Zuckerstange bekommen hätten. Fein, ich wünsche Sasche einen tollen Tag und schöne Ferien und gehe beschwingt.

Der Tag gestern verläuft unspektakulär. Das wetter ist meistens sonnig, wir sitzen draußen und gönnen uns viel Ruhe.

Irgendwann machen wir noch einen Spaziergang am Keppler-Track, an dem gleich zu Beginn eine große lange Hängebrücke ist, die Bernd unbedingt sehen und laufen wollte. Der Weg führt durch einen richtigen schönen Regenwald, viele Farne, helles Grün, viele Bäume, außer dem wunderbar angelegten Weg ist alles so schön naturbelassen. Eine Stunde, dann sind wir wieder am Auto.

Mein Körper ruft nach einer Dusche, fleht mich an, und ich gebe nach!  Eine kleine kriminelle Energie in mir flüstert mir zu, einfach zu Fuß auf den Campingplatz zu gehen und zu duschen. Ich weiß ja, wo alles ist… Da wir heute aber weiterfahren und dann nicht wissen, wo wir übernachten werden und da aber spätestens eine Dusche angesagt ist, checken wir ganz legal ein.
Zwei Nächte waren wir weg gewesen – und schon hat sich etwas geändert: in der MÄNNER- Dusche steht ein großes Schild mit „STOP – Duschen nur für Angemeldete, Duschen sei sonst Diebstahl und wird geahndet mit…“ ups…
Bei den Frauen steht das nicht! Völlig ungerecht, meinte Bernd! Er wäre nämlich auf die „Fremd-Duschen“-Idee nicht gekommen….

Wir gehen noch ins Städtchen, weil Bernd gerne ein englisches Buch hätte. Er kauft sich einen Harry-Potter Band und ich ein Mädchen-Jugendbuch, das mich anspricht. Ich bin gespannt.

Den Abend lassen wir mit Lesen und Geräte-Aufladen ausklingen!

 

12.12.2018: Milford Sound

So ein schöner Tag!

Als erstes: Es lebe die Chemie! Die Viren sind schon mal ein wenig verschreckt und haben auch nicht soviel Müll zurückgelassen – auf Hochdeutsch, es geht mir am Morgen gleich ne Ecke besser? Ob es daran liegt, dass es wirklich hilft oder ich nur daran glaube – wurschtpiepschnurzegal; Hauptsache, es hilft!
Um halb sieben klingelte der Wecker, wir wollen ja früh am Milford Sound sein! Noch ist alles grau, aber egal, wir werden ja sehen, ob WetterOnline von gestern nciht doch recht behält! Und schon auf der Fahrt klart es langsam aber sicher immer weiter auf, die Sonne kommt durch, die Bergspitzen, mit Schnee bedeckt, gucken hervor. So schön! Der Tunnel ist immer noch eng und auch nicht heller geworden, aber was macht mir das noch aus?? Nichts, gar nichts!
Kurz vor acht wandern wir zum Hafen und kaufen ein Kombinationsticket: Fahrt durch den Milford-Sound, inkl. Frühstück sowie ein Besuch im Unterwasser-Zentrum. Da war ich letztes Mal nicht und ich bin gespannt.


Das Frühstück ist so lala, die Fahrt hingegen herrlich. Ich hatte schon wieder vergessen, wie randlos die Aussichten vom Meer auf die Berge sind. Die Wasserfälle, an die wir manchmal ganz dicht heranfahren, die Seehunde- und wir sehen sogar einen Pinguin. Und das alles bei blauem Himmel mit weißen Wolken, die in diesem Fall das Panorama bereichern. Der Milford-Sound mündet ins tasmanische Meer und dort drehen wir um. Wir haben laut dem Kapitän Glück- es ist heute ruhige See, und wirklich geht es nicht zu doll hoch und runter, ansonsten soll dieses Meer das wildeste der Welt sein. 2000 Kilometer sind es von hier bis nach Australien!


Auf der Rückfahrt werden dann diejenigen, die noch den Besuch im Unterwasser-Zentrum gebucht haben, an einem Steg herausgelassen. Ads nächste Schiff wird unwiederbringlich einsammeln. Wir sind nur eine kleine Gruppe, die von mehreren jungen Männern begrüßt werden. Einer hält einen kurzen interessanten Vortrag vom Bau dieser Anlage sowie den Arten, die wir sehen werden. Leider habe ich nicht alles verstanden, später aber mir an den Stellwänden noch ein wenig durchlesen können.
Dann geht es auf 60 Stufen eine Wendeltreppe hinunter in 10 Meter Tiefe. Dort erwartet und ein Rondell, Fenster an Fenster mit Blick nach draußen ins Meer. Ich bin beeindruckt und könnte noch Stunden einfach gucken und warten, welche Fische oder anderes Getier vorbei schwimmen. Ich beneide den Typen, dass er täglich so oft hier unten sein darf. Er meint darauf, dass er manchmal sogar seine Pause hier verbringe, weil er hier abschalten kann. Es ist meditativ.


Auch hier muss ich feststellen, dass ich mich vor wenigen Jahren noch sehr schwer damit getan hätte, mich hier im tiefen Meer aufzuhalten. Als ich das Bernd sage, meint er nur, dass er den gleichen Gedanken gehabt habe, als wir heruntergingen!

Das nächste Schiff sammelt uns wieder ein und ein paar Wasserfälle und Seehunde später sind wir wieder am Hafen. In Ruhe schlendern wir zum Café, ich flirte bei meinem Cappuccino mit zwei taiwanischen Kindern vom Nebentisch und muss feststellen, dass man beim Spaß mit Kindern keine Sprache braucht. Die Mutter übersetzt zwar hin und wieder, ansonsten reden die beiden ihr Kaudawelsch und ich meines. Als es mir zu unruhig wird, aktiviere ich meine Mickey Maus an meiner Apple-watch, die beim Fingerdruck in piepsiger Stimme erzählt, wie spät es ist. Und schon sind sie beiden ganz fasziniert und ruhig.
Wir verlassen den Milford-Sound, machen einen kurzen Gang in die „Chasm“- hier sehen wir Felsformationen, die der Bachlauf über Jahrtausende oder mehr in verschiedenen Rundungen ausgehöhlt hat.
Der Weg ist nicht lang, und als wir zwei Busse ankommen sehen, beeilen wir uns. Doch wie immer gucken wir zu lange und eine Meute fotografierender Touristen erreicht uns. Vorbei ist es mit der Ruhe und wir gehen ein wenig schneller wieder zum Auto.


Da es noch nicht sehr spät ist, gerade mal Mittag, begeben wir uns auf unsere erste Wanderung hier. Der Weg zum „Key-Summit“ soll hin und zurück insgesamt drei Stunden dauern, nciht zu anstrengend sein und wunderschöne Ausblicke bieten. Alles stimmt! Für mich und meine Muskeln reicht dieser Anstrengungsgrad absolut – nicht zu schwer aber ich komme aus der Puste. Wir gehen durch eine wunderschöne Baumlandschaft, angereichert mit Moosen, Blumen, Gräsern, kleinen Bächen und superschönen Blicken ins Umland, sprich auf die Berge. Oben angekommen startet dann ein halbstündiger Rundgang durch verschiedene Vegetationen. Dieser Aufstieg hat sich wirklich wieder gelohnt. Und ich bin froh, als wir wieder unten sind. So schön es war, meine Füße freuen sich, die Wanderschuhe zu verlassen, der Rest darüber, zu sitzen. Runtustik hat 9 km gezählt, ich bin stolz und zufrieden.


Wir überlegen, wie wir nun weitermachen, es ist früher Abend. Zunächst einmal geht es zurück nach Te Anau, dort muss Bernd dringend eine Mail beantworten, die er erwartet und außerdem können wir eine Kleinigkeit essen.

 

11.12.2018

Auch heute machen wir einen entspannten Tag. Wie WetterOnline vorhergesagt hat, ist es grau und oft regnerisch, also stehen wir spät auf, frühstücken in aller Ruhe und machen uns langsam abfahrbereit. Allerdings nicht weit, das erste Ziel ist ein kleiner Vogelpark am Ortsrand. Normalerweise wären wir hingelaufen, aber weil wir heute Nacht einen DOC-Campground in der Nähe des Milford-Sounds aufsuchen wollen, müssen wir den Wagen mitnehmen.
Der Vogelpark ist schnell umrundet und sehr nett angelegt. Genau das Richtige für einen entspannten Vormittag.

Anschließend einen Cappuccino im „Sandfly“, danach ein wenig chillen in der library, dann eine Spaziergang durch den Ort.

Etwas Bewegung muss ja doch sein. In einer Apotheke besorge ich mir Chemie gegen den Husten und hoffe nun, allmählich Herr der Viren zu werden! Erst nach einem weiteren Kaffee machen wir uns auf den Weg Richtung Milford Sound. Die Strecke könnte bei Sonne so schön sein… die Wolken hängen tief und lassen die Berge wie angeschnitten aussehen.


Etwa 30 km vor dem morgigen Ziel fahren wir auf den Zeltplatz, der vom hiesigen Naturschutzbund betrieben wird – so wie die anderen ca. 10, die auf dieser 120 km langen Strecke liegen. Es sind schon ein paar Wagen da, sogar einige Zelte, und im Laufe des frühen Abends mehrt es sich ordentlich. Ungefähr 140 nummerierte Stellplätze gibt es hier, heißt, die 136 habe ich noch gesehen, weiß aber nicht ob es die letzten waren. Wir können unvorstellbar, wie es in den Ferien nach Weihnachten hier sein wird.
Inzwischen regnet es so stark, dass wir es uns auf unseren Sitzen gemütlich machen und lesen. Es entspannt mich ordentlich. Als endlich nach ca. 1 Stunde weniger Wasser vom Himmel plätschert, gehen wir eine Runde über den Platz und bereiten danach eine warme Mahlzeit zu. Dicht am Auto ist ein Unterstand mit der Möglichkeit, seinen Kocher aufzubauen sowie zwei große Tischen mit Bänken. Katzen und Hunde fallen vom Himmel während wir essen – aber wen stört es, wenn es doch beim Abräumen bereits wesentlich weniger ist?
Das Bett ist auch schnell gebaut und Bernd liegt nun schon hinten drin, während ich noch schnell meine Einträge mache und die Fotos vorbereite. Wie haben wir es doch gut, dass wir so trocken und ohne zu viel Aufwand schlafen können!