12.12.2018: Milford Sound

So ein schöner Tag!

Als erstes: Es lebe die Chemie! Die Viren sind schon mal ein wenig verschreckt und haben auch nicht soviel Müll zurückgelassen – auf Hochdeutsch, es geht mir am Morgen gleich ne Ecke besser? Ob es daran liegt, dass es wirklich hilft oder ich nur daran glaube – wurschtpiepschnurzegal; Hauptsache, es hilft!
Um halb sieben klingelte der Wecker, wir wollen ja früh am Milford Sound sein! Noch ist alles grau, aber egal, wir werden ja sehen, ob WetterOnline von gestern nciht doch recht behält! Und schon auf der Fahrt klart es langsam aber sicher immer weiter auf, die Sonne kommt durch, die Bergspitzen, mit Schnee bedeckt, gucken hervor. So schön! Der Tunnel ist immer noch eng und auch nicht heller geworden, aber was macht mir das noch aus?? Nichts, gar nichts!
Kurz vor acht wandern wir zum Hafen und kaufen ein Kombinationsticket: Fahrt durch den Milford-Sound, inkl. Frühstück sowie ein Besuch im Unterwasser-Zentrum. Da war ich letztes Mal nicht und ich bin gespannt.


Das Frühstück ist so lala, die Fahrt hingegen herrlich. Ich hatte schon wieder vergessen, wie randlos die Aussichten vom Meer auf die Berge sind. Die Wasserfälle, an die wir manchmal ganz dicht heranfahren, die Seehunde- und wir sehen sogar einen Pinguin. Und das alles bei blauem Himmel mit weißen Wolken, die in diesem Fall das Panorama bereichern. Der Milford-Sound mündet ins tasmanische Meer und dort drehen wir um. Wir haben laut dem Kapitän Glück- es ist heute ruhige See, und wirklich geht es nicht zu doll hoch und runter, ansonsten soll dieses Meer das wildeste der Welt sein. 2000 Kilometer sind es von hier bis nach Australien!


Auf der Rückfahrt werden dann diejenigen, die noch den Besuch im Unterwasser-Zentrum gebucht haben, an einem Steg herausgelassen. Ads nächste Schiff wird unwiederbringlich einsammeln. Wir sind nur eine kleine Gruppe, die von mehreren jungen Männern begrüßt werden. Einer hält einen kurzen interessanten Vortrag vom Bau dieser Anlage sowie den Arten, die wir sehen werden. Leider habe ich nicht alles verstanden, später aber mir an den Stellwänden noch ein wenig durchlesen können.
Dann geht es auf 60 Stufen eine Wendeltreppe hinunter in 10 Meter Tiefe. Dort erwartet und ein Rondell, Fenster an Fenster mit Blick nach draußen ins Meer. Ich bin beeindruckt und könnte noch Stunden einfach gucken und warten, welche Fische oder anderes Getier vorbei schwimmen. Ich beneide den Typen, dass er täglich so oft hier unten sein darf. Er meint darauf, dass er manchmal sogar seine Pause hier verbringe, weil er hier abschalten kann. Es ist meditativ.


Auch hier muss ich feststellen, dass ich mich vor wenigen Jahren noch sehr schwer damit getan hätte, mich hier im tiefen Meer aufzuhalten. Als ich das Bernd sage, meint er nur, dass er den gleichen Gedanken gehabt habe, als wir heruntergingen!

Das nächste Schiff sammelt uns wieder ein und ein paar Wasserfälle und Seehunde später sind wir wieder am Hafen. In Ruhe schlendern wir zum Café, ich flirte bei meinem Cappuccino mit zwei taiwanischen Kindern vom Nebentisch und muss feststellen, dass man beim Spaß mit Kindern keine Sprache braucht. Die Mutter übersetzt zwar hin und wieder, ansonsten reden die beiden ihr Kaudawelsch und ich meines. Als es mir zu unruhig wird, aktiviere ich meine Mickey Maus an meiner Apple-watch, die beim Fingerdruck in piepsiger Stimme erzählt, wie spät es ist. Und schon sind sie beiden ganz fasziniert und ruhig.
Wir verlassen den Milford-Sound, machen einen kurzen Gang in die „Chasm“- hier sehen wir Felsformationen, die der Bachlauf über Jahrtausende oder mehr in verschiedenen Rundungen ausgehöhlt hat.
Der Weg ist nicht lang, und als wir zwei Busse ankommen sehen, beeilen wir uns. Doch wie immer gucken wir zu lange und eine Meute fotografierender Touristen erreicht uns. Vorbei ist es mit der Ruhe und wir gehen ein wenig schneller wieder zum Auto.


Da es noch nicht sehr spät ist, gerade mal Mittag, begeben wir uns auf unsere erste Wanderung hier. Der Weg zum „Key-Summit“ soll hin und zurück insgesamt drei Stunden dauern, nciht zu anstrengend sein und wunderschöne Ausblicke bieten. Alles stimmt! Für mich und meine Muskeln reicht dieser Anstrengungsgrad absolut – nicht zu schwer aber ich komme aus der Puste. Wir gehen durch eine wunderschöne Baumlandschaft, angereichert mit Moosen, Blumen, Gräsern, kleinen Bächen und superschönen Blicken ins Umland, sprich auf die Berge. Oben angekommen startet dann ein halbstündiger Rundgang durch verschiedene Vegetationen. Dieser Aufstieg hat sich wirklich wieder gelohnt. Und ich bin froh, als wir wieder unten sind. So schön es war, meine Füße freuen sich, die Wanderschuhe zu verlassen, der Rest darüber, zu sitzen. Runtustik hat 9 km gezählt, ich bin stolz und zufrieden.


Wir überlegen, wie wir nun weitermachen, es ist früher Abend. Zunächst einmal geht es zurück nach Te Anau, dort muss Bernd dringend eine Mail beantworten, die er erwartet und außerdem können wir eine Kleinigkeit essen.

 

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