Es geht aufwärts

Chaos in Blog

Ihr habt Euch wahrscheinlich über das Caos in meinem Blog gewundert – plötzlich steht da unser Auto drin, dann ist ein anderer Artikel verschwunden, dann ist das Auto wieder weg und der Artikel wieder da. Tja, das passiert, wenn man Dinge zu schnell macht, weil man es eilig hat bzw. denkt, dass es ganz schnell geht. So mal eben schnell…

Gestern morgen beschließen wir, dass wir die Reparatur nicht vornehmen, sondern nur den Reifen wechseln, weil der wirklich schlottrig ist und wir ja unseren Nachfolger nicht in Gefahr bringen wollen.  Die WOF ist ja noch 2 Monate gültig und wir schrauben lieber den Preis wieder nach unten.
Der Mechaniker, ein recht witziger Typ, findet unsere Entscheidung total richtig, zumal wir langsam eben auch in Zeitdruck kommen. Er verspricht uns anzurufen, wenn die Reifen, wir wechseln lieber beide, da sind, so gegen Mittag. Wir versprechen, in der Nähe zu bleiben und gehen in die Bücherei. Ich stelle den Wagen noch in weitere Facebook-Gruppen ein, Bernd macht sich schlau, was wir machen können, wenn wir ihn nicht loswerden.  Weit  nach dem Mittag gehen wir noch einmal in die Werkstatt um nachzufragen, ob die Reifen endlich da sind, und prompt können sie gewechselt werden. Schnell das Auto geholt, ich gehe lieber noch ein wenig in die Bücherei, und eine Stunde später kommt Bernd nach. Er hat die Idee, dass wir nun nach Auckland fahren, um Aushänge in den Hostels zu machen, dann kaufen wir ein Blanko-Heft und dicke Stifte. Aber eigentlich haben doch alle Aushänge ein Bild vom Fahrzeug dabei – hm, noch stehen wir vor der library, also holen wir unsere Rechner raus – ich baue eine Seite auf meinem Blog, auf den die Leute zugreifen können und Bernd kreiert in word den Aushang mit Fotos. In der Bibliothek können wir den ausdrucken und fahren dann mit 10 Farbkopien bewaffnete in die große Stadt. Nun haben wir jedenfalls das Gefühl , etwas tun zu können.

In Auckland suchen wir in der Stadt erst einmal einen Parkplatz – der erste will gleich  16$ pro Stunde, das ist eindeutig zu viel! Also fahren wir weiter und nur einige Strassen entfernt kann man seitlich parken, 3 $ pro Stunde, ab 18:00 frei. Es  ist viertel vor fünf und so sind wir mit 4$ dabei, hurra! Wir maschieren los und steuern ein Hostel nach dem nächsten an. Mal haben wir Glück und sie haben entweder einen Ordner, in den wir unseren Zettel heften können oder aber ein schwarzes Brett, wo wir ihn dann aufhängen, aber nicht immer. Wir laufen und laufen, und es ist einfach ein gutes Gefühl, aktiv etwas zu unternehmen und nicht nur abzuwarten, ob sich jemand meldet.
An einer Herberge haben sie gar nichts, also kein Board und keinen Ordner, und geben uns den Tip, in einem Supermarkt, nicht weit entfernt, etwas aufzuhängen. Noch überlegen wir, ob wir einfach einen Zettel dort liegen lassen, aber das trauen wir uns nicht.  Wir unterhalten uns draußen, ob wir es sinnvoll finden oder nicht. Ein junger Typ sitzt auf den Steinen und scheint alles zu verstehen. Ich spreche ihn an, spaßeshalber, ob er nicht ein Auto kaufen möchte, aber er wollte uns nur den Weg zum Supermarkt erklären. Ob wir kaufen oder verkaufen wollen, fragt er noch einmal nach. Und wird hellhörig. Seine Frendin kommt dazu, noch zwei weitere Freunde und wir fachsimpeln über den neuseeländer Campervan-Markt. Sie gucken sich unseren Zettel an, fragen nach und wir verabreden uns für morgen früh zur Probefahrt. Sie sind auf jeden Fall sehr interessiert. Ganz beschwingt laufen wir zurück zum Auto, steuern dabei weitere 4 Hostels an und sind allmählich ganz schön kaputt. Aber zufrieden!
Wieder in Orewa gehen wir auf den gleichenCampingplatz. Inzwischen ist es fast dunkel. Ich eile zur Pizzaria, besorge wieder eine „to go“ und Bernd macht währenddessen einen Salat. Wir essen in der Küche, und werden morgen ganz früh aufstehen, um alle Sachen zusammen zu packen. Denn auch wenn wir den Wagen nicht verkauft bekommen, gehen wir wir am Samstag auf einen Automarkt – es wird also unsere letzte Nacht im Auto sein. Schon komisch irgendwie!

Ich bin gespannt auf morgen! Mein Bestellung ans Univerum ist unterwegs und ich hoffe, sie wird wohlwollend ausgeführt werden!

Und morgen kommen auch ein paar Bilder – nun bin ich zu müde und stelle nur noch diesen Text hinein….

 

24.01.2019

Der Tag ist durch das Auto bestimmt, es liegt mir richtig auf der Seele und ich bin dementsprechend nicht gut drauf. Wir haben überlegt, nach dem Frühstück in eine Werkstatt zu fahren und einen neuen WOF, das ist hier der TÜV, zu machen, um es dann besser verkaufen zu können. Das geht alles sehr schnell, sie stellen leider drei „Kleinigkeiten“ fest, wie sie sagen, die uns aber mal eben 1000$ kosten sollen. Kein wirkliches Wunder, dass wir gefrustet sind, oder?

Wir verbringen viel Zeit in den Werkstätten, zwei an der Zahl, die beide den gleichen Preis voraussagen und die auch beide ein Teil bestellen müssten. Trotzdem, so denken wir, mit dem neuen WOF werden wir den Wagen besser verkaufen. Wir verabreden mit der Werkstatt hier im Ort, dass er uns morgen früh anruft, wenn das Teil da ist. Unsere Laune ist trotzdem nicht gut – wir wissen einfach nicht, ob wir das Geld wieder halbwegs reinbekommen – ob wir überhaupt einen Käufer finden. Und was machen wir, wenn wir keinen finden? Darüber finden wir nichts im Internet.

Um zumindest etwas Ruhe zu haben, bleiben wir heute Nacht auf dem Campingplatz hier, gehen noch eine schöne Runde am Strand spazieren und nehmen uns auf dem Rückweg eine Pizza mit, die wir dann gemütlich am Auto essen.

Und so gibt es heute nur zwei Bilder: ein Eisvogel, den wir gesehen haben, als wir den Campingsplatz verlassen haben und einmal unser organic Frühstückscafé…

23.01.2019

Unser erster Weg geht ins Kauri- Museum auf unserem Weg an die Ostküste. Es ist eine Art Freilicht-Museum über die Arbeit und das Leben zu früheren Zeiten und eine Ausstellung über alte Möbel aus dem Kauri-Holz. Alles sehr schön und ansprechend aufbereitet, aber irgendwie ist uns beiden nicht nach einem langen Museumstag. Die 25$ pro Person wären sicherlich gerechtfertigt. So begnügen wir uns mit einem Besuch in dem Shop, außerdem schaue ich mir noch ein Erklärungsvideo an, warum die Kauris so anfällig sind, und wie sie geschützt werden sollen.

Kleine Kirche

Die Straßen schlängeln sich um die Kurven, daher kommen wir nur langsam vorwärts, erreichen endlich ein kleines Städtchen, nicht mehr weit von der Westküste, in der wir eine library aufsuchen, um unseren Van in die Facebook-Gruppen zu stellen. Wir müssen feststellen, dass wir auf jeden Fall wesentlich weniger Geld bekommen werden als gedacht, zu viele Angebote tummeln sich dort. Klar, der Sommer neigt sich langsam seinem Ende, viele Backpacker beenden ihre Tour jetzt. Doch selbst wenn wir nichts mehr bekommen würden – wir kommen auf jeden Fall günstiger weg als wenn wir einen Wagen gemietet hätten.
Unser Magen ruft ganz vorsichtig nach einem Kaffee und hat Hunger – aber wir haben keine Lust auf Fast Food, auch wenn sie in den Cafés frisch zubereitet werden. So gehen wir kurz einkaufen, und machen am Fluß ein schönes Picknick, das noch gekrönt wird, als Bernd kurz einen Eisvogel sieht!
Anschließend gibt es in dem wirklich netten Ort noch einen Cappuccino und dann fahren wir weiter – wir nicht nur noch eine Viertelstunde von unserem Schlafplatz entfernt. Es ist der gleiche, den wir vor einer Woche schon einmal hatten – in dem wundervollen Park, der nachts abgeschlossen wird und auf dem wir nicht bezahlen konnten. Da ich aber sicher bin, dass ich weiß, woran das lag, können wir heute ja mit der Kreditkarte online zahlen und so fahren wir hin.
Noch stehen hier viele Tagesgäste und nur ein weiteres Wohnmobil. Wir haben heute für Nudeln mit Hacksauce eingekauft. Nach einer „Chillpause“ beginnen wir mit dem Kochen, genießen unser Essen, wieder einmal in Gesellschaft einiger Enten und Möwen, von den ach so süßen Spatzen ganz abgesehen. Ich habe ein altes Baguette schon rausgelegt, weil ich es wegtun will und es ist noch in der Plastikfolie. Die Spatzen schleichen sich immer wieder heran und picken es ganz vorsichtig an. Ich nehme ein wenig Brot – eigentlich füttere ich die Vögel ja nicht – und gebe etwas den Möwen und Spatzen. Schon früher fand ich das Verhalten der Tiere untereinander spannend und so auch jetzt! Natürlich bekommen die Schwächsten von mir etwas direkt – aber das ist nicht so einfach. Und dann kommt ein Pukeko, dieser wunderschöne Laufvogel, von denen es hier viele gibt, und da werden sogar die Möwen erst einmal vorsichtig – erst einmal. Am spannendsten von dieser Aktion ist aber das Fressverhalten des Pukekos: er nimmt das Stückchen Brot in seine Krallen und beißt ab! Und wechselt dabei von links nach rechts. Toll, so etwas zu beobachten!


Und nun wollen wir bezahlen. Es klappt alles so, wie ich denke – nur als ich den Schlussknopf drücke, nachdem alles perfekt funktioniert hat mit Sicherungs-TAN und Sicherheitscode und was weiß ich noch alles – heißt es, die Zahlung konnte nicht ausgeführt werden. Oh Mann, da müssen wir doch glatt wieder kostenlos übernachten – falls der Ranger morgen früh kommt, werden wir ihm das Geld geben, aber ich weiß jetzt schon, dass er nicht kommen wird. Man kann nicht behaupten, dass der Wille nicht da ist – aber ich glaube, da übernachten wir morgen wieder… 😉
Auf unserem letzten Spaziergang ums Areal sehen wir noch wieder Papageien und weiter hinten auf großen Grünflächen Ratten. Nicht im Rudel, nein einzeln, aber immer wieder. Wir holen noch unsere Kameras, aber es ist eigentlich schon zu dunkel. Ich muss nachher erst einmal gucken, ob es ein brauchbares Bild gegeben hat. Sie sind sehr scheu, kommen wir etwas zu nahe, sind sie sofort weg. Haben so gar nichts Bedrohliches, sind einfach scheue Tiere, die dort leben und erst rauskommen, wenn die Spaziergänger und BBQ-Nutzer weg sind. Es sind einige BBQs hier aufgebaut, die auch kräftig genutzt werden. Immer wieder kamen vorhin Autos mit Familien oder mehrere, die sich hier trafen, packten ihre Picknicksachen aus und belegten die BBQ-Stellen. Es wundert mich nur, wie schnell die dann essen und wieder wegfahren. Andere Länder, andere Sitten….


Als wir von der Foto-Aktion zurückkommen, ist es fast dunkel. Wir kommen am Auto vorbei, dessen Fahrer kontrolliert, ob alle, die da stehen, self-contained sind, und wir fragen ihn, ob er schon bei unsrem war. Wir hatten den Zettel vorsorglich ins Fenster gelegt. Er fragte nur, ob wir overnight hier wären und hatte gar kein Interesse daran, welches Auto unseres wäre. Wir glauben, dass er einfach nur wartet, bis er in wenigen Minuten das Tor schließen kann und ihm alles andere egal ist. Nun gut…

23.01.2019

Kauris

Es steckt uns allmählich in den Knochen, dass wir unser Auto verkaufen und uns darum kümmern müssen. Der Urlaub neigt sich eindeutig seinem Ende.

Wir fahren weiter an der Westküste des Nordens entlang. Es ist eine ärmliche, nicht erschlossene Gegend, es geht nicht mal eine Strasse zur Küste, vielleicht ein Wanderweg, das wissen wir nicht. Es ist einsam, die wenigen Häuser sind zum Teil in einem Zustand, dass man sich wundert, dass jemand drin wohnt. Immer wieder stehen auch alte Busmodelle bewohnt auf kleinen Parzellen. Da wir immer wieder auf Immobilienpreise selbst in den unbewohntesten Gegenden geguckt haben, wissen wir, wie teuer das Wohnen in NZ sein muss und dass es sich bestimmt nicht jeder leisten kann. Auch eine Seite dieses so schönen Landes…

Geschlossen – wegen Baufälligkeit

Und dann kommen wir wieder an ein Küstenstück – und prompt wieder an einen so schönen Ort. Nicht touristisch, denn wer verirrt sich hier schon hin, aber deutlich mehr Leben, schöne Häuser, ein nettes Café mit Blick auf die Bucht. Eine gelungene Pause! Die Dame von der I-Site berät uns, welche Wege wir gehen sollten, um a) eine wunderschönen Rundblick über diese Bucht und auf das Meer zu bekommen und b) und den dicksten Kauri-Baum zu sehen. Wunderbar, wir machen uns auf den Weg und bewundern als erstes die wirklich ausgesprochen schöne Gegend! Eine Kombination von Meer, bewaldeten Bergen und großen Sanddünen – welche Farbenpracht! Und die bei schönem Sonnenwetter richtig zur Geltung!

Um zum Kauribaum zu gelangen, muss man sich einer Schuh-Putz-Prozedur unterziehen: die Kauris sind Flachwurzler und sehr empfindlich. Sie reagieren nicht nur empfindlich auf Fußtritte – deshalb gibt es auch nur einen Holzsteg in ihre Nähe – sondern auch auf bestimmte Bakterien, die in ihre Wurzeln gelangen und den Baum von innen absterben lassen. Ich glaube, das habe ich hier auch schon geschrieben… Auf jeden Fall heißt es,  erst die Sohle abbürsten, dann tritt man auf eine Sprühvorrichtung und die Schuhe werden desinfiziert, danach auf eine Matte, auf der offenbar alles gut verteilt wird.

Ich bin in Sandalen barfuß unterwegs und das fühlt sich schon sehr eigen an… Egal!
Es geht auf einem wunderschönen Holzweg ca. 5 Minuten zu dem Riesen, der wirklich beeindruckend ist. Das kann man auf dem Foto gar nicht richtig wiedergeben. Er ist über 1000 Jahre alt, genau wissen sie es nicht. Kein Wunder, dass sie ihn schützen, es geht sogar ein Wärter herum.

Wir gehen noch einen weiteren Weg, ebenfalls zu Kauris, mit der gleichen Schuh-Prozedur, aber „normale“ Wege. Einer führt an mehreren wesentlich jüngeren Kauris vorbei zu den 4 Schwestern – 4 unterschiedlich dicke Stämme, die aus einer Wurzel gewachsen sind. Sie sind ebenfalls eingezäunt, und wirklich wunderschön!

Den nächsten zu dem zweitgrößten lassen wir aus, wir wollen lieber weiter.
Die Strasse zieht sich und zieht sich! Die Gegend wird wieder langweiliger, bis wir in die nächste größere Stadt kommen, die aber auch nicht sehr ansprechend ist. Doch wir müssen einkaufen und werden von hier aus den nächsten Campground ansteuern, einen direkt an der Küste. An diesem Strand, der mit der 99-miles-beach verglichen wird, darf man mit dem Auto fahren, das lassen wir allerdings lieber. Haben nicht so viel Vertrauen, dass wir nciht doch stecken bleiben.

Der Campingplatz ist einfach, läuft auf Vertrauen (steckt das Geld da einfach in die Box) und hat alles, was man braucht: einfache Toiletten (immerhin Wasserklosetts), eine nicht so ansprechende Dusche (hatten wir ja erst gestern, brauchen wir heute also nciht) und eine offene, aber überdachte Küche mit allem, was man braucht. (Die letzte Küche war zwar klein und nett – hatte aber keinen Herd mangels Strom…)
Wir machen noch einen schönen Gang am Strand entlang, genießen das tosende Meer (an der Westküste ist der Pazifik einfach immer heftiger), und braten uns anschließend ein paar Spiegeleier.

Um 9:00 ist es dunkel und wir sehen zu, dass wir ins Auto-Innere kommen, sprich zu Bett. Wir gut, dass wir noch unsere Lampe haben, so können wir lesen, und wenn Bernd schlafen will, lese ich auf meinem Handy weiter – same procedure as every evening….

21.01.2019

Einmal Norden und zurück

Angeblich, laut einer Bewertung, kommt zwischen acht und halb neun in der Früh jemand, der prüft, ob man auch eine Toilette an Bord hat. Leider sind wir zu früh – wir wären so gerne kontrolliert worden. Doch wir haben keinen Hunger, frühstücken dementsprechend noch nicht, machen unser Bett, sprich packen alles so, dass wir losfahren können und sagen diesem wunderbaren Platz „Auf Wiedersehen“. Einmal umzu fahren – und schon stehen wir vor dem Toilettenhäuschen, das vom Platz aus nur zu Fuß zu erreichen ist. Poller verhindern, dass man einfach hinfahren kann – und damit einen weiteren Teil als Campingplatz nutzen würde. Und wir haben noch keine Lust gehabt, sooo weit zu laufen.
Ich nutze die Gelegenheit, dass dort noch keiner ist, ziehe mich ganz aus und reinige mich unter der Außendusche. Die ist zwar kalt, aber mit etwas Duschgel fühle ich mich danach nicht nur nicht mehr klebrig und salzig- sondern wie eine echte Heldin! Und wach bin ich nun auch! Als ich dann Leute kommen sehe, beeile ich mich mit dem Abtrocknen und Anziehen.

Heute soll es zum nördlichsten Punkt gehen, zur Cape Reinga. Dorthin sind es etwas über 100 km und je nach Belieben wollen wir dort in der Nähe bleiben oder fahren zurück, das lassen wir uns offen. Die erste Strecke dorthin ist langweilig zu fahren und ich lese meist ein wenig in meinem Buch, das mich immer mehr fesselt. Inzwischen muss ich nicht mehr so viele Worte nachschlagen, so dass es einfacher ist. In den Kurven gucke ich einfach nach vorne.
Irgendwann haben wir dann doch Kaffeedurst und steuern das letzte Kaffee an, das es bis zum Insel-Ende gibt. Es ist das erste, bei dem wir kein Wasser dazu bekommen, das solle man sich kaufen. Außerdem recht unfreundliche Zettel von wegen Toilette nur für Benutzer, die nächsten öffentlichen wären da und da – das ist ja in Ordnung, aber man kann es netter schreiben – kein Wifi, und Aufladen von Geräten nicht erlaubt, alles klingt unfreundlich, so, als wollen sie eigentlich keine Gäste haben. Nun ja, wir haben unseren Kaffee geordert, nutzen das Klo und wissen, dass wir da auf dem Rückweg sicherlich nicht noch einmal halten werden.

So fahren wir weiter und kommen endlich oben an – und werden vom Nebel begrüßt. Das ist doch nicht zu fassen, das fährt und fährt man, um etwas Schönes zu sehen und dann ist da nur Nebel Ich glaub’s nicht! Wir wandern natürlich trotzdem Richtung Leuchtturm und immerhin läßt der weiße Schleier immer mal wieder Lücken zu, so dass wir  Bilder machen können. Der Leuchtturm als solches ist nämlich nicht interessant, sondern es ist der Wasserstrudel, der daraus entsteht, dass hier das tasmanische Meer mit dem Pazifik zusammen trifft.

Außerdem haben die Maori hier viele religiöse Kultstätten, die auf Tafeln entlang des Weges beschrieben werden. So befindet sich benachbart zum Leutturm eine Insel mit einem Baum drauf, die man nicht betreten soll: im Glauben der Maori gehen hier die Seelen in die Ewigkeit. Und der Beweis ist der Baum, der unter den Widrigkeiten überlebt. Leider können wir keinen anderen Wanderweg hier gehen, man würde nicht mal sehen, wenn man die Klippen hinunterstürzen würde.

Also gehen wir wieder zum Auto – es ist man gerade Mittagszeit. Mir ging es letztes Mal nicht anders – danach haben wir das Gefühl, nicht zu wissen, was wir weiter hier machen sollen und beschließen, zwar noch die berühmte Sanddüne zu besuchen, uns dort ein Brett zu leihen und einmal oder öfter herunter zu düsen und dann wieder von der Halbinsel hinunter zu fahren.

Und so machen wir es. Gar nicht so weit von Cape Reinga befindet sich die Düne und wir fahren hin. Wenn man schon einmal die Möglichkeit, mit einem Board eine Düne hinunter zu fahren, wollen wir es auch machen. Zumindest Bernd, ich selbst habe meine Zweifel. Es ist mir zu heiß, um da ganz hoch zu laufen, und ich weiß ja – wer nicht? – wie anstrengend es ist, im feinen Sand bergauf zu gehen. Man geht einen schritt vorwärts, einen halben zurück – jedenfalls nicht andersherum. Ich höre nicht auf meinen Bauch, sondern leihe mir auch ein Brett und wandere, und wandere, und wandere. Habe bald das Gefühl, ich komme nie an. Blödes Gefühl! Ich bin eigentlich schon ko, bevor es überhaupt steil bergauf geht. Aber tapfer ächze ich weiter und weiter und weiter. Einen Schritt hoch, einen halben zurück. Und irgendwann bin ich oben – und gucke runter. Meine Güte, ist das hoch, da soll ich auf dem Bauch, so machen es jedenfalls alle, runter düsen? Es sieht noch nicht mal einfach aus, auch wenn so einige Spaß daran zu haben scheinen. Bernd hat seine erste Rutsche bereits hinter sich und kommt wieder oben an. „Quite nice“ ist sein Urteil, eigentlich reiche einmal, aber er wolle mal sehen, ob es beim zweiten Mal mehr Spaß macht. Ich traue mich nicht so recht runter, nehme dann allen Mut zusammen, schwinge mich auf das Brett,… Nein das ist übertrieben, ich lege mich vorsichtig aufs Brett und komme trotzdem richtig in Fahrt. Bremse mit den Füßen, wie ich das bei anderen gesehen habe, lenken soll man so angeblich auch können, und brettere im wahrsten Sinne des Wortes unten zwar nicht mehr schnell aber immerhin in das Brett eines Mädels, die es mit Humor nimmt. Tja, steuern sollte ich noch lernen, müßte ich das noch einmal machen.

Aber ich bin mal wieder an meiner Grenze angekommen, nichts bringt mich noch einmal den Berg da hoch in der prallen Sonne! Und so versuche ich mich zu freuen, dass ich mich immerhin getraut habe, aber so recht will mir das nicht gelingen. Hätte ich es aber nicht gemacht, hätte ich es sicherlich bereut, also ist alles gut. Bernd reicht es auch und wir freuen uns, als wir wieder im Auto sitzen, die Fenster auf haben und uns frischer Fahrtwind ins Gesicht pustet.

Wir kommen an einer riesigen Schaffarm vorbei – und auf dem Hinweg sah es genau so aus wie jetzt – so viele Schafe sind eingepfercht in einem viel zu engem Raum. Ohne dass da etwas passiert. Worauf müssen die warten? Wir halten an, um ein paar Bilder zu machen, und schon diht am Gatter zähle ich vier Schafe, die ein Bein nicht bewegen. Erhängtes in der Luft. Im nächsten Gatter sehe ich gleich ein weiteres – sie tun mir so leid!


Inzwischen kommen uns auch die Busse entgegen, am Leuchtturm wird es nun voll werden.
Wir fahren nun in einem Rutsch wieder von der Halbinsel hinunter, und freuen uns auf einen Kaffee in der nächsten kleinen Stadt. Doch die ist dermaßen tot, dass da gar nichts auf hat. Alles wirkt ärmlich und baufällig. 8 km weiter befindet eine etwas größere, aber abgesehen von einem größeren modernen Hotel, einem Mac Donalds und einem Einkaufsladen ist es hier genauso tot. Wir finden zwar ein Kaffee, das nett aussieht und es ist erst halb drei, aber sie haben zu – seit 14:00 haben sie geschlossen, täglich! Allmählich wundert es mich nicht, dass Mac Donalds hier guten Zulauf hat – wir landen selbst hier, trinken einen schönen Cappuccino, das können sie hier jedenfalls, und teilen uns eine Pommes.
Übrigens ist es auch in Neuseeland erschreckend, wie viele übergewichtige Menschen, insbesondere dann auch schon Kinder, es gibt! Zum Glück auch sportliche, schlanke, aber ich habe das Gefühl, wesentlich mehr mit einem deutlich überhöhten BMI! Allerdings wenn ich mir die Einkaufsläden so ansehe…. Es wundert mich nicht!
Beim FastFood gucken wir uns unseren nächsten Campingplatz aus, der idyllisch liegt, nicht zu teuer ist und zu dem wir nicht mehr zu weit fahren müssen. Kurz kommt uns der Gedanke, doch jetzt schon wieder an die Ostküste zu fahren, aber den verwerfen wir wieder und erreichen nach einer schönen Strecke von ungefähr einer Stunde einen ganz versteckten kleinen Platz. Es haben maximal drei Camper eine Stellfläche, und es gibt auch nur eine Dusche und eine Toilette. Aber alles ist sehr liebevoll gemacht – und wir bleiben eh die einzigen. Wer verirrt sich schon in diese Gegend? Das sind nur Leute, die die guten Bewertungen dieses Platzes gelesen haben und sich darauf einlassen, dass es kein Wifi und keinen Strom, kein Telefon, kein TV und kein Radio gibt. Auf letzteres beides können wir gut verzichten, Telefon brauchen wir auch nicht, aber kein Wifi? Für eine Nacht in dieser Idylle völlig in Ordnung, aber länger? Der Besitzer begrüßt uns sehr, fast zu herzlich. Nimmt uns gleich in den Arm. Naja… Ansonsten ist er nett, nicht zu aufdringlich und zeigt uns das kleine Paradies. Um uns herum ist eine Weide mit einer Kuh, zwei Kälbern, ein Pferd und ein Schwein. Wie selten sieht man Schweine draußen. Neville erzählt, dass die Sau sich abends ihren Schlafplatz sucht, den ganzen Tag aber beim Pferd ist. Allerdings hat es nur noch drei Wochen – dann ist „Homekill“ angesagt. Armes Schwein!!


Als ersten duschen wir – allein das ist schon witzig. Man muß eine Gasflasche aufdrehen, dann geht ein Durchlauferhitzer an, und es wird erst richtig heiß, dann reguliert es sich. Da wir die einzigen sind, und das Häuschen ein wenig versteckt liegt, können wir sogar die Tür auflassen – man duscht also fast in der Natur!
Anschließend sitzen wir im Schatten und chillen, genießen die Aussicht, die im Übrigen auch im Schwarzwald sein könnte und freuen uns dass wir es so gut getroffen haben.

20.01.2019

19. Januar:

Am Abend haben wir noch auf Campingplatz eine weitere Planung für die nächsten Tage gemacht und festgestellt, dass wir alles ganz ruhig angehen können. Dadurch, und auch weil ich mit Bernd geredet hatte, fühle ich mich wieder viel besser, mein Migräne verschwindet total und ich bin am nächsten Morgen richtig angenehm ausgeschlafen.
Wir frühstücken unser Müsli eher aus Vernunft, richtig Hunger haben wir noch nicht, aber wieder einen Scone, nur weil ich Frühstückshunger dann habe, ist es heute nicht. Außerdem haben wir hier heißes Wasser für Tee!

Zunächst bleiben wir noch im Örtchen, gehen in die Library, die „device-free“ ist – das Wifi darf man nur draußen nutzen. Also lesen wir ein wenig und gehen dann noch in den schönen Garten, um ein paar Sachen nachzugucken. Aber dadurch komme ich nicht dazu, meinen Blog zu schreiben, das verschiebe ich.

Irre Baum-Gehänge

Der Ort gibt außer ein paar Touristen-Läden nicht so viel her und so machen wir uns bald auf den Weg. Ich möchte über Waitangi, nur 1,5 km entfernt, eine Kurve fahren, zu einem netten Wasserfall gucken und dann an der Küste weiter nach oben Richtung Nordspitze. Dort sind zwei Plätze, die wir ansteuern wollen, mal sehen, welcher der nettere ist.

Waitangi ist ein bedeutender Ort für die Maori und ich bedauerte es, dass ich damals  nicht hingefahren war – nun habe ich aber ja noch einmal die Gelegenheit. Auf diesem Fleckchen Erde wurde der lange ignorierte, umstrittene und oft angefochtene Vertrag zwischen der Englischen Krone und den Maori-Häuptlingen  1840 unterzeichnet und gilt als Geburtsort für Neuseeland. Es gibt dort ein großes Museum, das ich auch gerne besuchen würde- doch der Eintrittspreis ist mit 50$ pro Person uns einfach zu hoch. Wir verstehen es auch nicht – da gibt es in Wellington ein riesiges Museum mit viel mehr Personal und Unterhaltungskosten, das für den Besucher frei ist,  und hier, an dem Geburtsort der Landes, ist es so teuer. Wir entscheiden uns dagegen, besuchen aber das Café, das sehr gemütlich ist. und in dem man drinnen und Wir setzen uns auf die wunderschöne Terrasse, direkt an einen Teich, der zwar voller Algen ist, in dem aber immer wieder Aale zu sehen sind. Enten kommen auch an die Tische, in freudiger Erwartung, dass etwas herunterfällt, aber da sind sie bei uns an der falschen Adresse.

Wir fragen einen jungen Maori, warum der Eintritt so teuer sei, und er weiß, dass das Museum und die ganze Anlage sich selbst tragen muss und keinerlei Unterstützung von der Regierung bekommt. Wir begreifen das nicht – es wäre doch die beste Werbung für die Regierung. Bernd will da mal hinschreiben – und ich lasse mich überraschen, ob er das wirklich macht.
Die folgenden Wasserfälle sind „ganz nett“, mehr aber auch nicht, und da der Parkplatz direkt da drin ist und wir auch noch an einer Hühnerfamilie und zwei Hähnen vorbei laufen, lohnt sich der Ausguck auf jeden Fall.

Eine Stunde fahren wir nun weiter, meistens an der Küste entlang. Wir fühlen uns verschwitzt, es ist irre heiß heute. Und da nützt die morgendliche Dusche auf dem Campingplatz schon lange nichts mehr.

So halten wir an einer kleinen Badestelle – wie schade, dass man hier nicht nächtigen darf. Public Toilets direkt daran, und ein richtig schöner Strand. Wir nehmen unsere Badesachen, schließen alles ab und schon geht es in den Pazifik, wohl wissend, dass wir uns danach nicht mehr verschwitzt, dafür aber klebrig fühlen werden. Aber das ist es wert – die Erfrischung ist ja so schön! Wir juchzen in den Wellen, schwimmen, lassen uns treiben und haben einfach Spaß! So ein Meer ist schon etwas Feines.
Natürlich sind wir danach wirklich klebrig, fühlen uns wie in einer Salzkruste. In der Toilette waschen wir uns jedenfalls die Arme und die Hände, mehr geht an den kleinen Becken aber nicht. Egal, wir sind erfrischt und fahren weiter.

Der erste Freedom-Camping-Platz ist am Rande eines kleinen Örtchens, ebenfalls am Wasser gelegen. Abgesehen davon, dass in den Bewertungen einer hineingeschrieben hat, dass es da nachts viele Ratten gäbe, die auch nicht menschenscheu wären, macht es auch keinen so tollen Eindruck. Wir haben eher das Gefühl, dass er geschlossen ist, denn das Rasenstück ist abgezäunt, und auf dem Weg ist es eigentlich zu eng. Dabei wäre der Ort super, um sich abends noch ein wenig hinzusetzen, vielleicht ein Bier zu trinken und aufs Wasser zu gucken. Aber wir fahren weiter, eine halbe Stunde weiter soll es ja noch einen zweiten geben – freedom campgrounds gibt es hier wenig, und das, wo wir so schön self-contained sind.

Die Bewertungen dieses Platzes sind recht unterschiedlich, und wir sind gespannt. Und es ist so ein schöner Platz: mitten am Meer, eine Toilette mit Außendusche ca. 200m entfernt. Noch nie hatten wir einen so schönen Blick vom Bett aus :

Es stehen einige Wohnwagen und Vans um uns herum, aber nicht zu dicht. Einmal über eine kleine Düne, und schon sind am Meer, es ist einfach traumhaft!
Wir inspizieren die Toiletten und machen noch einen Spaziergang am Wasser. Es stehen viele Angler dort, und wir sind erstaunt, dass sie überhaupt etwas fangen – doch ein Maori zeigt uns seine Beute. Immer mal wieder fahren Leute mit dem Auto über den Strand – aber es sind nicht viele, daher nervt es nicht. Manchmal ist es auch einfach lustig, einer z.B. zieht einen Anhänger, gefüllt mit Kindern, die sich freuen.

Es ist windig und wir essen im Windschatten des Vans Abendbrot: Brot mit einem wie immer leckeren Salat. Wir müssen allerdings manchmal ein wenig improvisieren, damit nichts weg weht…:

Und so schlafen wir dann früh, wie so oft, wenn wir kein Licht mehr haben. Erst genießen wir noch ein wenig den Blick aufs Wasser, der Fast-Vollmond leuchtet das Meer an, spiegelt sich in ihm, es ist fast kitschig!

 

 

18.01.19

Schon nachts wache ich immer wieder auf, weil ich weiterhin Migräne habe, Mist! Sie bleibt eben doch so lange, bis ich dazu stehe, was wirklich los ist und sie auslöst. Die Lösung ist eigentlich gar nicht so schwer: ich habe keine Lust mehr zum Reisen,  auf das ständige Orgnaisieren und nicht wissen, wo ich die nächste Nacht verbringe. Mir fehlen die Frauengespräche! So schön es ist mit Bernd ist – das ist einfach etwas anderes. Und wenn man 24 Stunden am Tag 7 Tage die Woche zusammen ist, kann man sich doch nicht immer wieder etwas Neues erzählen, worüber denn?  Jedenfalls nicht, wenn man 30 Jahre seines Lebens gemeinsam verbracht hat – da gibt es auch nur noch weniges aus dem früheren Leben, was man noch nicht erzählt hat…

Wir schlafen aus und frühstücken in Ruhe, Auch danach bleiben wir noch auf dem Platz, einfach zum Chillen. Der Ranger ist nicht gekommen, oder er hat uns nicht geweckt. So hatten wir die Nacht kostenlos, allerdings umgerechnet auf 2 Stunden Bezahl-Versuch ist es ein schlechter Stundenlohn.

Frühstücksbesuch

Meinem Dröhnschädel mache ich erneut mit ner Tablette den Garaus und im Auto, auf dem Weg weiter in den Norden, spreche ich auch mit Bernd darüber. Ich habe ein schlechtes Gewissen, einfach so, auch wenn mein Kopf weiß, dass ich mich doch nicht für meine Gefühle schämen muss. Wo ich mich doch immer so auf das Reisen gefreut habe, immer wieder etwas Neues sehen, erleben. Aber vielleicht ist auch irgendwann der Kopf voll, und außerdem ist dasalles ganz egal – es ist so, Punkt, aus, Ende!
Wie immer tut es gut, es auszusprechen,  Am wichtigsten ist es ja doch immer, es mir zuzugeben und am besten auszusprechen, dann habe ich die meisten Chancen, dass sie wegbleibt. Und Bernd? Der findet das alles nicht nur nicht schlimm, sondern ganz normal. Und ganz pragmatisch meint er, wir werden sehen, dass wir uns die letzten Tage mehr Ruhe gönnen und es uns nett machen. Und dass ich – und auch er – sich wieder auf zuhause freuen, ist doch wunderbar!
So, nun kann die Tablette wirklich helfen!

Wir fahren zunächst bis Whangarei, wo wir am Hafen eine Kaffeepause machen. Die Stadt, die ich eignetlich so toll fand, ist mir viel zu voll und zu laut heute, und ich möchte auch gar nicht lange hier bleiben. Dementsprechend machen wir uns anschließend wieder auf den Weg und fahren die Küste weiter hoch, machen einen Halt beim Hundertwasser-Klo

und enden in Paihia an der „Bay of Islands“. Auch hier ist es sehr  touristisch, aber trotzdem wunderschön und nicht ganz so voll. Leider gibt es weit und breit  keinen kostenlosen Campingplatz, so dass wir einen Top10 ansteuern. Dort sehe ich das erste Wohnmobil mit Deutschem Kennzeichen! Ich denke erst, ich spinne, und dass es einfach nur dem deutschen ähnelt, aber nein – es ist so! Ich spreche die Leute an, sie kommen aus Ulm, und haben ihr Wohnmobil mitgenommen, verschifft. In Deutschland haben sie alles verkauft, ihre wichtigsten Möbel in Containern gelagert und reisen nun rum – 9 Monate Neuseeland. Und davor waren sie in Amerika für ein Jahr und hinterher geht es nach Australien – und dann mal sehen! Uff, es gab mal eine Zeit, da habe ich genau von einem solchen Leben geträumt, heute kann ich mir das nicht mehr vorstellen. Ich glaube, so „retired“ (also berentet) kann ich gar nicht werden, um damit zufrieden zu sein. Nein, immer mal wieder raus und Neues erleben – auf jeden Fall – aber ich denke ja eher, dass mir selbst 10 Wochen zu lange sind.

Es ist ein schönes Gefühl, sich in seinem Dorf so wohl und heimatlich zu fühlen! Und dazu gehören so viele so tolle und liebe Freundinnen, Freunde und Bekannte!

Der Platz ist klein und ruhig, und ebenfalls direkt am Wasser. Der Stelplatz, für den wir uns wegen des Preises entscheiden, ist etwas weg vom Wasser – aber wir sind ganz für uns, es ist dunkel – und ich finde, er sollte der teuerste sein! Für mich ist er der allerbeste!
Auf dem ganzen Platz ist es naturgemäß am Tag sehr laut: in den Bäumen müssen Millionen von neuseeländischen Zikaden sein, die eigentümliche Geräusche machen, indem sie ihre Flügel aneinander schlagen. Stellt euch eine Starkstromleitung vor – in ganz laut! Andere wiederum knacken immerzu. Doch so sehr wir suchen und den Geräuschen hinterher wandern – wir können sie nicht entdecken.

Daher ein Bild aus dem Internet:

Vor dem Campen gibt es noch Pommes am Hafen – einmal normale, und eine Portion aus Kumara, eine Süßkartoffelart.

Man achte auf die Verziehrung!

 

17.01.2019

Am nächsten Morgen wache ich mal wieder mit leichter Migräne auf – es war für mich also doch gestern anstrengender als gedacht gewesen, hatte schon abends leichte Kopfweh. Aber ich nehme meine Anti-Migräne-Dröhnung und kann den Tag dann gut angehen.
Unsere erste Anlaufstelle ist Miranda, dort soll man gut Watvögel beobachten können – allerdings am besten kurz vor under nach der Flut. Und die war leider morgens um 4:00. Die Vogelstation hat noch nicht geöffnet, wir sind einfach früh heute, und so fahren wir ein paar Kilometer weiter und frühstücken erst einmal eine Kleinigkeit in einem kleinen Dorfcafé. Ich frage mich, wie so ein Cáfe sich überhaupt halten kann – das Dorf ist so klein und viel Tourismus scheint hier auch nicht zu sein. Trotzdem kommen, während wir da sitzen, ungefähr 4 Einheimische, ordern einen Kaffee oder kaufen Obst, das auch angeboten wird. Am besten ist die Toilette, die ein wenig an Hundertwasser erinnert:

An der Vogelstation treffen wir eine Frau wieder, die eben auch einen Kaffee getrunken hat, und die dort arbeitet. Sie erkennt uns ebenfalls und so kommen wir nett ins Gespräch. Sie bestätigt, dass es jetzt keine günstige Zeit ist, um die Mengen zu sehen, aber einige werden auf jeden Fall da sein.
Doch schon beim ersten Beobachtungsposten wird klar, dass es zu spät ist – das Watt ist total trocken, es sind man gerade zwei Vögel da. Auf einem anderen sieht es nicht  viel anders aus. Aber da bleiben, bis die Flut kommt? Das würde wieder heißen, einfach zu warten, ohne danach zu wissen, wie wir weitermachen, und es fühlt sich für uns beide nicht gut an. Und so fahren wir weiter – wir wollen ins Nordland und dazu müssen wir an Auckland vorbei. Und meistens sind dort die Strassen gruselig voll.
Kurz vor der Millionenstadt fahren wir aber noch in einen Vorort, um ein Schwimmbad zu besuchen. Wir fühlen uns so klebrig und brauchen dringend eine Dusche. Und wenn wir die nächste Nacht wieder möglichst self-contained übernachten wollen, ist das zwingend nötig!
Das Schwimmbad ist schnell gefunden und kostet erstaunlich wenig: 4$ pro Peron, das sind man gerade 2,30€. Senioren (nur neuseeländische…) sind frei und Kinder auch fast. Wir duschen erst einmal und schwimmen dann eine Runde. Dafür, dass es ein Vorort ist, ist das Schwimmbad erstaunlich groß! Abgetrennte Bereiche für alle Altersklassen, so dass die Kleinen auch nicht zu den Schwimmer-Becken gelangen können. Witzigerweise baden die meisten mit Badeabzügen oder sogar mit langen Oberteilen. Von draußen kennen wir das, es ist ein Sonnenschutz, hier in NZ sehr wichtig. Aber innen? Im Bekini fühle ich mich fast nackt, was noch unterstützt wird, dass ein kleines Maori-Mädchen mich anspricht, ob ich denn die Zeichen nicht gesehen hätte. Sie zeigt mir auf einem Schild, was erlaubt ist und was nicht: darauf sind dann ein BH abgebildet – der aussieht wie ein Bikini-Oberteil. Aber es steht dabei: no bras and no underwear (Unterwäsche). Das erkläre ich ihr, aber ich bin wirklich die einzige. Doch was soll’s- ich bin man gerade eine Stunde hier und keiner wird mich je wiedersehen…  Also schwimmen wir unsere Runden und duschen danach noch mal das Chlorwasser ab  und fühlen uns wie neugeboren! Nun geht es an Auckland vorbei, schneller als gedacht – und so landen wir in Orewa, wo ich gestern dann geschrieben habe.

Brotzeit, bevor ich im Café schreibe

Einen kostenlosen Platz gibt es hier nicht, also fahren  wir zum Schlafen  auf einen Campground, der in einem wunderschönen Park liegt. Freie Platzwahl, direkt am Wasser, das Gate wird um 21:00 geschlossen, viele Tiere! So schön! Der Platz ist nicht kostenlos, aber mit 16$ für beide doch fast! Es gibt gute öffentliche Toiletten, sogar eine Außendusche finden wir, aber die brauchen wir ja nicht mehr.

Allerdings gibt es Probleme mit dem Bezahlen: man soll per Kreditkarte zahlen, was grundsätzlich kein Problem darstellt- doch die Internetseite ist so gesichert, dass man eine TAN von der eigenen Bank bekommen soll – und die läuft auf die deutsche Telefonnummer, die nicht abrufbar ist. Wir probieren fast zwei Stunden herum, telefonieren mit den zuständigen Leuten, werden hin und her geleitet – und geben auf.
Mit einer sehr netten Frau erzähle ich währenddessen, und die rät uns, doch zu warten, bis jemand kontrollieren kommt und dann zu bezahlen. Genau den Gedanken hatte ich auch schon und so machen wir das. Wir bauen Tisch und Stühle auf und kochen uns Nudeln. Gerade, als wir essen wollen, kommt einer herumgefahren und kontrolliert, ob auch alle zertifiziert self-contained sind. Logisch, wie glücklich wir ihm unseren Schrieb zeigen! Das Geld will er nicht annehmen, wir sollen es morgen früh dem Ranger geben, der irgendwann herumkommt. Okay, also werden wir morgen früh sehen.

Ganz glücklich bin ich, als ich noch einen Papageien sehe, und später sogar noch eine schar über uns hinweg fliegen! Leider kann ich kein Foto machen – bis ich den Apparat angestellt habe und heranzoome, ist er bereits weitergeflogen, und ich weiß nicht wohin.

 

 

16.01.2019

Und wieder kommt es anders als man denkt

Wir sind wieder, nein ich bin wieder in Orewa – Bernd ohne wieder… Orewa liegt nördlich von Auckland, direkt an der Küste und ist der Ort, in dem ich letzten Tage vor drei Jarhen verbrachte, und wo ich mich so wohlgefühlt habe! Klar, ich hatte mein Auto verkauft, musste nichts mehr organisieren und konnte drei Tage einfach ohne Planungen genießen. Ob wir hier bleiben oder später noch weiterfahren, weiß ich noch nicht, erst einmal haben wir hier eine Essenspause gemacht und sitzen nun  in einem Wifi-fähigen Café. Ich muss euch schließlich wieder aktualisieren…

Den gestrigen Morgen beginnen wir mit einem Besuch beim Council – der Gemeindeverwaltung. Wir wollen unsere Strafe zahlen – bevor wir frühstücken!  Bernd versteht nicht ganz, warum ich den Zettel für das Zertifikat mitnehme, aber ich weiß schon warum.
Die Dame, der ich alles erzähle, von wegen, wie überzeugt wir waren, alles richtig und legal gemacht zu haben und es leider ja nicht besser wußten, bekam großes Mitleid. Und dass ich nicht wüßte, ob ich die Frau, die uns aufgeschrieben hatte, richtig verstanden hätte, dass wir vielleicht nicht zahlen müssten, wenn wir den Zettel hätten, aber wie gesagt, ich weiß nicht, ob sie das so gesagt hätte, wir wären ja deutsch, und der Sprachte nicht so mächtig…. (Mir war schon bewußt, so zu 7/8, dass sie gemeint hat, wenn ein Zettel auftauchen würde…). Diese Dame zumindest bespricht sich kurz in unserem Beisein mit ihrer Kollegin, die zu einem weiteren Mitarbeiter ins Nebenzimmer geht, ich vermute, dass es der Vorgesetzte ist. Inzwischen erzählen wir mit ersten Angestellten, über unsere Reise. Sie fragt, ob es uns denn trotzdem hier gefallen würde und wie lange wir reisen würden und wo wir gewesen seien. Wir schwärmten ihr von den tollen Landschaften und Erlebnissen vor. Ihre Kollegin kommt wieder und meint, es sei alles storniert. Und sie hoffen, dass wir weiterhin eine tolle Reise hätten!

Wie cool ist das denn? Ich kann mein /unser Glück nicht fassen und Bernd geht es ebenso. Es ist ja nicht so, dass wir auf Mitleid gemacht haben, eben genau so, wie es eben auch wirklich war. Dass wir uns sicher gewesen sind, völlig legal gehandelt zu haben. So gesehen, habe wir den Umbau nun quasi umsonst bekommen – hätten wir ihn nicht gemacht, hätten wir die Strafe zahlen müssen und hätten auch nicht mehr kostenfrei übernachten können. Hurra, hurra, hurra!! 200$ Umbau – 200$ Strafe erlassen!

Nun heißt es Frühstück und wir suchen  uns ein Café – ich schicke eine Bestellung ans Unversum: es soll gemütlich sein und Scones haben. Wir müssen nicht lange warte – nur das Wifi habe ich in der Bestellung vergessen und somit kann ich nciht schreiben. Man kann nicht alles haben… Aber wir sitzen schön, freuen uns und genießen ein kleines Frühstück.

Vor einem Friseur neben dem Café

In der I-Site informieren wir uns über Wanderwege in der Gegend  und fahren danach in einen Teil des Coromandel Forest, in dem Kauri-Bäume stehen. Auch dort ist ein Visitor-Center, bei dem wir uns beraten lassen und uns für einen Weg entscheiden. Das Center ist nett gemacht und wir gucken uns noch die kleine Ausstellung an.

Der Weg, den wir uns ausgesucht haben, soll eine gute Stunde dauern und zum ältesten Baum gehen. Er startet am vorletzen Campingplatz, zu dem wir erst noch eine Viertelstunde auf einer recht holprigen Strasse fahren. Mir tut unser Auto immer ein wenig leid – und ich hoffe immer, es bricht nicht auseinander…

Zunächst ist es ein Traumweg, den wir gehen – durch den kühlen gemischen Wald, leichte moderate  Anstiege, ein toller Untergrund, einsam, einfach nur schön – bis dann Treppen kommen, immer nach oben, sie nehmen kein Ende. Ich schwitze, keuche, immer wenn ich denke, wir seien oben, kommen weitere. Und als ich überlegte, dass es noch zwanzig Minuten dauern würde – sind wir plötzlich da. Wie aus dem Nichts steht der gewaltige Riese plötzlich vor uns, geschützt durch eine Abtrennung. Oh wie schnell kommen die Kräfte wieder, wenn man weiß, man muss nicht weiter, nur noch zurück! Der Weg war offenbar für Familien berechnet worden. Wir machen unsere Fotos, bewundern den Baum und gehen zurück. Trepp ab geht es auch wesentlich einfacher und ich vertreibe mir die Zeit damit, die Stufen zu zähen: alle zehn Stufen schreibe ich ein Z in meine Notizen-App und zähle am Ende alles zusammen! 721 Stufen sind wir gelaufen – kein Wunder, dass es kein Ende nahm und mir immer noch die Beine zittern, als ich unten auf Bernd warte, der noch auf dem Weg Fotos macht.

Wir sind ziemlich verschwitzt, wollen in einen ausgewiesenen Pool uns erfrischen – und verpassen ihn. Plötzlich ist das Visitor-Center da und wir fahren auf den recht leeren Parkplatz, breiten unsere Stühle aus und machen ein Picknick. Wir haben richtig Hunger, und nicht auf Fast Food, das auch im Café angeboten wird.

Wider zurück in Thames geht die Fahrt weiter in den Norden von Coromandel. Wir wollen einen Teil der Küstenstraße fahren, die so wunderschön ist! Nur einen Teil, dann umkehren und zurück. Die Strasse führt auf dem ersten Teil immer zwischen Pazifik und Bergen, schlängelt sich hindurch und bietet unglaublich schöne Ausblicke. Ich erinnere sie gut, bin sie allerdings von oben gekommen. 10 km vor Coromandel Town geht es in dann von der Küste weg und durch die Berge, ebenfalls mit so schönen Ausblicken, dass wir überlegen, nicht umzukehren, sondern in Coromandel einen Kaffee zu trinken und dann erst zurückzufahren.

Wir sitzen lange im Café, nach dem Cappuccino fließt das Wasser wieder in rauen Mengen, ich schreibe (den gestrigen Bericht) und Bernd liest. Als wir dann wieder loswollen, ist die Zeit schon ordentlich voran geschritten, und wir überlegen die beste Planung – wir müssen heute kochen, damit uns das Fleisch nicht schlecht wird. Hunger haben wir jetzt schon, und wo wir landen, wissen wir ja noch nicht.

Also fahren wir an den Hafen, wo ein neben einer Skater-Bahn eine Picknickbank mit Tisch finden, bauen unseren Kocher auf und bereiten unser Gemüse und das Fleisch zu. Es ist wie zu erwarten ein sehr leckeres Mahl!

Gegen sieben machen wir uns auf dem Rückweg, der nun mit dem Sonnenuntergang noch schöner ist.

 

Zwischendurch gucken wir auf verschiedene Plätze, auf denen man übernachten darf, aber entweder gibt es kein Klo oder er ist voll. Eine Frau im Wohnmobil bietet uns an, uns neben sie zu stellen – wir würden ihr damit den schönen Ausblick aufs Meer nehmen, aber sie steht direkt am Schild und wir wollen lieber nicht „gesetzwidrig“ stehen. Trotzdem finde ich ihr Angebot supernett!

Ich konnte mich nicht entscheiden…

Im Endeffekt landen wir wieder in Thames und schlafen dort auf einem anderen Parkplatz, der zwar keine Schilder hat, aber auf der Website der Gemeinde als erlaubt ausgewiesen ist. Direkt am Park, dahinter das Meer, auf der anderen Strassenseite Einfamilienhäuser – richtig nett.

So war dieser Tag voll und schön. Ich bin absolut ko und fühle mich klebrig – eine Dusche wäre nicht schlecht, aber die muss bis morgen warten.

 

 

15.01.2019

Self-contained…

Wir lasssen den Vormittag erst einmal langsam angehen, frühstücken in Ruhe und fahren dann zur Cathedral Cove, 9 km entfernt. Ich rechne wohl damit, dass der Parkplatz um diese Uhrzeit voll sein würde, aber nicht damit, dass es ihn gar nicht mehr gibt… Statt dessen haben sie am Ortsrand einen großen Platz eingerichtet, von dem Shuttle Busse fahren – was für eine Erleichterung für die Anwohner, die zum Teil ihre Vorgärten als Parkplätze vermietet hatten. So entgeht ihnen zwar eine Einnahmequelle, aber sie gewinnen eine Menge Ruhe.

Wir nehmen also den Shuttle, fahren an den Wanderweg-Beginn und laufen ca. 40 min zur Cove. Der Berg mit seinem riesigen Loch ist beeindruckend, sieht toll aus, aber Bernd geht es so wie mir vor drei Jahren: auch er hat mehr erwartet, dafür, dass er überall so hoch gepriesen wird. Es ist schön, gerade mit dem Strand und den anderen Felsen im Wasser, den Wellen und den Bäumen, die fast von den Felsen fallen. Natürlich ist viel mehr leben als bei letzten Mal, wo ich morgens um halb sieben hier war. Da konnte ich den Felsen noch menschenleer fotografieren.

Heute sitzt hier sogar der Rettungsschwimmer und passt auf!
Wir machen  unsere Bilder, laufen einmal hin und her und begeben uns wieder auf den Rückweg. Uff, bergauf ist es wirklich anstrengend, auch wenn man morgens 3 Eier gegessen hat.  Aber meine iWatch freut sich! Der Trainigingsring ist gleich doppelt geschafft!

Wir holen unser Auto, trinken in der Ortsmitte noch unseren Kaffee und beschließen, eine halbe Stunde weiter südlich zu fahren, wo Bernd dann einen Termin um halb sechs ausgemacht hat, dass unser Zertifikat abgenommen werden kann. Dann haben wir es hinter uns, und heute kann man bei dem unerwarteten tollen Wetter die Zeit gut überbrücken. Wir werden unser Auto auf jeden Fall noch so herrichten, dass das Klo gleich vorne ist und einen Eimer als Deckel brauchen wir auch noch.

Wir fahren also nach Tairua, suchen uns einen Schattenparkplatz und kaufen erst einmal einen Eimer. Anschließend räumen wir dann auf. Dinge, die wir nicht brauchen, wie unsere Schlafsäcke, kommen in die großen Rucksäcke, das Klo nach vorne, der Eimer wird als Mülleimer eingerichtet.

Was soll noch schiefgehen? Wir freuen uns jetzt schon über unsere Entscheidung, dann haben wir es vom Tisch. Dann werden wir morgen unsere 200$ Strafe zahlen und nicht mehr dran denken!
Glauben wir….

Bis zum Treffen um halb sechs teilen wir uns eine Pommes und lesen. Wir denken, dass wir gegen sechs/halb sieben weiterfahren können!
Das Haus finden wir schnell, es ist nur 5 min vom Parkplatz entfernt und an zwei Camping-Bussen und einen Van gut zu erkennen.

Die Frau kommt zu uns, bewaffnet mit einem Formular, das ausgefüllt werden muss, der Mann mit einem GErät, mit dem er millimeter genau abmessen kann , hinterher. Beide sind sehr nett – verlieren aber an Sympathie, als sie meinem, dass unser Auto nicht als self-contained zertifiziert werden kann, bevor da nicht diverse Änderungen gemacht wurden. Uff, das hört sich schon gleich nach viel Zeit und viel Geld an – dazu hab ich keine Lust. Das Klo muss so stehen, dass man im Auto pinkeln kann – kann man doch, wenn man die anderen Kisten wegnimmt – dazu muss das Brett durchgesägt werden. Die Wasserbehälter sind zu klein – der Gesetzgeber schreibt 4l pro Person für drei Tage vor – uns fehlen 5 l pro Kanister! Außerdem braucht der Mülleimer einen Deckel… Na toll…  Wir fragen genau nach: wie lange wird das dauern, was kostet es? Dauer ca. 1-1,5 Stunden, Kosten ca. 120$. Okay, dann ist es keine Frage! Das machen wir. Dann haben wir ein gutes Gefühl und können es auch besser verkaufen.

Und los gehts: das Brett wird gesägt und neu angebracht, die Frau meint, wir sollten einen Behälter mit Deckel finden, egal was für einen. Kisten haben wir ja genug – wird akzeptiert. Zwei neue 25l-Kanister haben sie da, die dann etwas mühsamer sind, einzubauen. Das Formular schreibt eine bestimmte Schlauchdicke vor, die wir natürlcih nciht haben – aber der pragmatische Mann nimmt einen anderen und setzt ihn drüber. Von einem Innendurchmesser steht da ja nichts.

Nach wirklich ca 1,5 Stunden haben wir das Papier in unseren Händen, mit der Zertifizierungsgebühr 200$ bezahlt und müssen nun noch ans Amt 30 $ überweisen und dann schicken sie uns den Aufkleber zu – egal, wo wir dann gerade sind, mit Expressversand. Mit dem Zettel dürfen wir auch ab jetzt „zertifiziert“ schlafen! Hurra!

Es ist noch früh genug, um zu unserem weiteren Ziel zu fahren: wir wollen an die westliche Seite der Coromandel-Pensuela, in die District-Hauptstadt Thames. Dort werden wir morgen früh unsere Strafe bezahlen und einmal die Küstenstraße nach Coromandel town fahren, aber das ist morgen.

Thames ist nach einer Dreiviertelstunde erreicht und wir finden auch gleich den kostenlosen Platz, Toiletten sind nicht weit uns haben sogar 24 Stunden geöffnet. Wir lassen den Wagen stehen und gehen noch ins Einkaufszentrum.
Meistens haben die großen Läden hier ja bis mindestens 22:00 geöffnet, daher ist es nur zur Sicherheit, dass wir nachsehen, wie lange wir beim Pack‘n Save Eis kaufen können, damit unser Gemüse und das Fleisch, was wir eigentlich heute machen wollten, bis morgen hält. Ansonsten überlegen wir erst einmal etwas herum zu gucken. Es ist 20:05 – und er schließt um 20:00! Die letzten Kunden kommen gerade heraus – und Silke schlüpft schnell hinein, fragt den jungen Mitarbeiter, ob sie nur gaaanz schnell einen Beutel Eis kaufen kann, und er winkt sie hinein. Die Truhe mit den Eiswürfeln steht direkt an der letzten geöffneten Kasse, wir zahlen und freuen uns.

Nun geht‘s zurück zum Auto, wir machen uns ein Müsli, und dann geht‘s ins Bett.