9.1.2019

Taupo – ein wunderbarer Ort

Nach dem Kaffee gestern geht es dann weiter nach Taupo, dieStrecke von 60 km ist überschaubar. Das Pferd liegt mir weiterhin etwas auf dem Magen, doch natürlich muss ich einsehen, dass ich nciht mehr machen kann. Trotzdem….
Um wieder mehr Fahrpraxis zu bekommen, fahre ich mal wieder. Meistens sitzt Bernd am Steuer – ich finde es so angenehm, und ihm macht es nichts aus. Und die Gangschaltung ist echt schwierig, der dritte will bei mir nciht so richtig reingehen. Ich schalte immer erst in den Vierten, dann geht auch der dritte – falls ich ihn noch benötige. Aber ich merke schon, dass man sich mehr ans Linksfahren gewöhnt, wenn man selbst am Steuer sitzt. Beim letzten Wagen hatte ich Automatik, es ist schon ungewohnt, mit der linken Hand den Schaltknüppel zu bedienen, der dann noch genau in die Richtungen geht wie in Deutschland . Man muss also doppelt umdenken…
Das Wetter ist immer noch traumhaft! Und so werden wir von dem großen tiefblauen See empfangen.

Wir werden hier auf jeden Fall kostenlos übernachten, aber wo, das bleibt noch offen. So müssen wir uns auch nirgends anmelden.

In der I-Site erfahren wir, wo wir den Parkplatz finden, um die Wanderung zu den Huka-Falls zu machen, der direkt an einer Badestelle vorbeiführt, in die eine heiße Quelle führt. Ich erinnere sie gut vom letzten Mal – es war wie in einer Badewanne zu liegen, die langsam kühl wird und man erneut heißes Wasser zulaufen lässt. Die Dame freut sich, dass ich diesen Ort bereits kenne und erzählt, dass er inzwischen vergrößert wurde und es auch dort Toiletten gibt. Er sei aber immer noch kostenlos.
Und wirklich – aus dem kleinen Badeplatz ist ein wesentlich größerer geworden, immer noch gemütlich, aber mit leichteren Möglichkeiten, hinein- und herauszukommen. Außerdem  richtig gute Toiletten und eine Umzieh-Möglichkeit, die wir aber nciht benutzen. Natürlcih ist es recht voll, aber gerade als wir kommen, verlassen mehrere das Wasser und eine Menge kommen nach, als wir gerade gehen wollen. So ist es angenehm, nicht zu voll, gerade in Ordnung. Bernd ist wie ich total angetan! Diese Badestelle, das muss ich dazusagen, befindet sich in dem Fluss, aus dem sich dann später die Huka-Falls ergeben – er ist eiskalt und hat eine starke Strömung. So nehmen wir „Wechselbäder“ – an der Quelle ist das Wasser so heißt, dass die Haut anfängt zu kribbeln, ich schätze, es hat 39 Grad. Je weiter wir uns vom einlaufenden Wasser entfernen, umso kälter wird es, bis es dann richtig eisig ist. Da müssen wir auch aufpassen – die Strömung zieht einen so mit, dass man es nicht schafft, gegenan zu schwimmen. Eine Schwimmerin macht nahe am Ufer richtiges Training – sie schwimmt die ganze Zeit gegen die Strömung, kommt weder vor noch zurück – sie ist wirklich schon gut trainiert.

Bernd verläßt das Bad vor mir und macht noch Fotos, danach gehen wir dann beide – wieder zum Auto.

Auf eine Wanderung, die mit 45 Mintuen one way ausgeschrieben ist, haben wir eigentlich gar keine große Lust und man kann zu den Wasserfällen auch mit dem Auto kommen. Also angeschnallt und ein paar Augeblicke später sind wir auf dem Parkplatz für Fußfaule und bewundern das strömende, laut tosende Wasser. Da ich hier keine Videos reinstelle – die Zeit nehme ich mir einfach gerade nicht- können diejenigen, die bei Facebook sind, ein oder zwei ansehen – dort sind leicht einzustellen.
Durch die plötzliche Enge, in die das Wasser gepresst wird und dann noch durch den stärkeren Höhenabfall kommt es zu diesem Wunderwerk. Die Geschwindigkeit ist enorm: 200.000 Liter pro Sekunde fließen hier – ich frag mich, wo das ganze Wasser herkommt und wo es hinwill. Gleich nach dieser Enge wird der Fluß wieder breit und dementsprechend schnell wieder ruhiger. Aus dem Grunde können Boote auch sehr dicht heranfahren. Um diese Uhrzeit sind aber keine mehr da.

Eine der heißen Quellen

Inzwischen ist es mindestens Abendessens-Zeit und wir haben noch keine Ahnung, wie wir unsere Mägen füllen. Hunger hab ich, oh ja. Und dementsprechend wenig Muße darüber nachzudenken, wie ich dem entgegenwirken kann. Ganz pragmatisch entscheiden wir, uns eine „Take-away-Pizza“ zum Teilen zu ordern. In der Viertelstunde, die wir warten müssen, schnippelt Bernd einen leckeren Salat und ich kaufe im nahe liegenden Laden Eiswürfel und noch zwei,drei Sachen, die uns fehlen.
Direkt am Parkplatz ist eine Bank, die Stadt ist inziwschen sehr ruhig und so haben wir ein wunderbares Abendessen! Schnell, lecker und genau richtig in der Menge.

Abendessen

Nun gehts es zum inzwischen gewählten Schlafplatz – ein riesiger Platz dierekt am See, 5 km vor Taupo. Von der Innenstadt eine Kurve weiter sind wir bereits wieder am See – und hier tobt das Leben. Restaurants, Kneipen, Strand – alle Örtlichkeiten sind brechend voll, wir können es kaum fassen. Der Strandweg ist gepflastert von fotografierenden Menschen und wirklich, der Abendhimmel ist grandios. Wir halten schnell in einer nicht ganz legalen Parkbucht und gesellen uns mit unseren Apparaten dazu – so ein schöner Sonnenuntergang! Die Sonne ist gerade hinter dem Berg verschwunden und taucht alles in ein tiefrotes Licht. Die Berge im Hintergrund sehen in ihrer Blässe im Kontrast dazu wie eine kitschige Postkarte aus! Wunderschön!

Der Campingplatz ist schon ziemlich voll, trotzdem er soviel Platz bietet, findet sich kaum noch ein Schlafplatz, an dem man gerade steht. Doch wir haben Glück, sind war nciht direkt am Wasser, aber das macht ja gar nichts. Es git ein  Plumpsklo, ist dementsprechend auch  nur für self-contained Caming Vans und kostenlos. Solange wir noch etwas sehen können, machen wir schnell unser Bett und begeben uns auch nach einem kurzen Gang an den See hinein.

8.1.19

Pferderettung – hoffentlich

Da denkt man, man verbringt einen komplett ruhigen Tag, eben wie ich die meiste Zeit, und dann kommt ein Pferd, das einen beschäftigt.

Bevor mir das allerdings begegnet, besuche ich noch nach dem langen Aufenthalt in dem Café eine Ausstellung über Vulkane und Erdbeben in der Touristen-Information. Es ist toll gemacht, und bringt mir die Nordinsel in seiner Beschaffenheit noch viel näher. Die tektonischen Platten, wo sie aufeinandertreffen, und wie es im inneren der Erde brodelt. Da ich nicht weiß, wie lange Bernd wirklich für die Wanderung braucht, nehme ich mir nicht die Zeit, alles zu verstehen, obwohl es mich gerade so aufbereitet interessiert.
Es gibt auch einen Film über die beiden schweren Erdbeben in Christchurch 2010/2011, im Abstand von 5 Monaten. Diese Berichterstattungen machen es mir noch einmal deutlich, welche Zustände da geherrscht haben und wie bewundernswert ich es weiterhin finde, dass die Bewohner den Mut aufgebracht haben, alles wieder aufzubauen. Alleine der Gedanke, wie das ganze Zerstörte aufgeräumt wurde, sprengt meine Vorstellungskraft.
In einem kleinen offenen Abteil kann mal die Erdbebenstärke nachempfinden – es ruckelt so, dass ich nicht angelehnt sitzen bleiben kann. Unglaublich, wenn man so etwas „in echt“ erlebt!

Und nun die Pferdegeschichte:

Um 15:30 ungefähr fahre ich los, um Bernd abzuholen. Er hat mit geschrieben, wann e ungefähr am Endpunkt sein wird und ich möchte ihn nicht warten lassen, kann lieber mit meinem Buch Zeit überbrücken. Gelich am Anfang der Strasse, die zum Nationalpark führt, steht es ein Pferd, festgebunden am Zaun, Leine circa 6m lang, gerade so, dass es nicht auf die Strasse kann.  Das hätte mich nicht berührt- wenn es nciht einen Tag vorher genauso da gestanden hätte. Da dachte ich allerdings, dass der Besitzer ja in der Nähe sein müsste und fuhr weiter. Aber heute? Ich wollte nun nciht halten, weil ich eben erst einmal  Bernd holen wollte, aber auf dem Rückweg würde ich noch kümmern, das stand fest. Jedenfalls einen Apfel sollte er haben.

Bernd kommt mir bereits entgegen, ist glücklich, dass der nicht nicht den ganzen Kilometer zur Straße laufen muss. Er ist natürlich total erschlagen, hat aber viel gesehen und freut sich dass er die Wanderung gemacht hat. Er wünscht sich nie Dusche- die muss aber leider noch warten. Denn erst ist das Pferd dran, mit Bernds völligem Verständnis. Auch er ist erschrocken, dass das arme Tier immer noch da steht, neben einem leeren Trog.
Ich gebe ihm erst einmal einen Apfel, maulgerecht (heißt es beim Pferd eigentlich Maul?) geschnitten. Gut, dass er den dankbar annimmt, da hätte ich auch nichts anderes erwartet. Ich hole eine Flasche Wasser aus dem Wagen, und schon beim Einfüllen fängt er an zu saufen, so schnell kann ich nicht hinterherkippen. Ich fülle insgesamt 4 l hinein, mehr habe ich nicht, und ich glaube, das 10-fache hätte nicht gereicht.


Der Hengst tut mir so leid, und ich werde mich kümmern. ALso biegen wir wieder in den Ort ab, ich frage an der Tankstelle nach, an wen ich mich wenden kann und der nette Mann empfehlt mir den „District Council“ hier, wohl eine Art Gemeindeverwaltung. Die Frau dort gibt mir eine Telefonnummer des Tierschutzbundes, sie selbst könnten da nichts machen. Zum Glück können wir ja telefonieren mit unseren Handys, aber dort sind wir zu spät, das Büro ist nicht mehr besetzt. Angeblich würden wir weitergeleitet, aber es passiert nichts. Wir wandern zur Polizei, in der Hoffnung, da jemanden zu erreichen. Doch die hat seine 10 Mintuten geschlossen, eine Telefonnummer ist angegeben, neben der „Emergency 111“, bei der aber uach niemand reingeht. ALs ich um das Haus gucke, weil doch eben ein Polizeiwagen vorbeigefahren ist, vielleicht hat er ja geparkt, sieht mich ein Officer und kommt nach vorn. Wir schildern dem wirklcih netten freundlichen Mann unser Anliegen und er verspricht, sich darum zu kümmern. So können wir beruhigt fahren und steuern nun den nächsten Campingplatz an, nicht zu weit, damit mein Mann seine wohlverdiente Dusche bekommt!

Der Campground hat mittlere Bewertungen, aber wir brauchen ja vorwiegend eine Dusche. Wie erstaunt sind wir, als der Besitzer mehr Geld als für einen TOP10 verlangt? Bernd und ich gucken uns an und ich erkläre, dass ich sehr überrascht bin über den Preis, weil wir normalerweise höchstens 40$ für beide zahlen. Na gut, wenn das so ist, ich sollte es keinem weitersagen, er würde uns den Platz dafür lassen, also 40$. Wieso habe ich nicht 30 gesagt??

Der Platz ist seine 40$ nicht wert. Er liegt zwar ruhig am See, hat aber gerade mal zwei Duschen pro Geschlecht – und da ist das nun immer mit ausgeschriebene dritte nicht mit eingerechnet!. Und die sind auch noch schlecht – entweder man verbrennt sich bei einem ganz dünnen Wasserstrahl oder man muss kalt duschen. Ich bekomme es immerhin auf lauwarm, also mehr lau als warm. Die Toiletten sind sauber – aber durch offenbar eisenhaltiges Wasser so braun, dass sie eben nicht mehr sauber aussehen. Immerhin ist die Küche wunderbar, und da bereite ich dann unser Abendessen zu , dessen Zutaten ich extra eingekauft habe damit Bernd abends eine anständige Mahlzeit bekommt! Ja, manchmal kann ich eine richtig nette Ehefrau sein!

Und es gibt immerhin nette Bilder von Campgoung und von der Umgebeung, gerade nach einem kurzen Regen…

Nach einem kurzen Gang an den See machen wir uns auch shcon bettfertig, freuen uns auf einen zeitigen Schlaf! Aber pustekuchen – bis nach Mitternacht sind wir immer wieder am Mücken-killen, die sich offenbar beim Bettenmachen eingeschlichen und versteckt haben und nun einzeln rauskommen, immer wenn wir einschlafen wollen. Haben die Nummern gezogen? Fenster sind alle zu, es ist zum ….. unser Van entwickelt sich zum Leichenwagen und wenn ich nicht wüßte, dass alle Fenster zu sind, würde ich denken, die Verwandten kommen, um sich zu rächen. Aber auch aus anderen Autos höre ich das Schlagen an die Decke… Tja, Pferde möchte ich retten, bei Mücken ist das schon anders…  und ich fühle, dass die Pferde-Geschichte auch noch nicht beendet ist.

Heute morgen gibt es nun zwei Möglichkeiten nach dem Frühstück: entweder zum Pferd und gucken, ob etwas passiert ist oder weiter nach Taupo, unser nächstes Ziel. Ihr könnt Euch denken, wie ich mich entscheide. Wir füllen alle Flaschen mit frischem Wasser (5 mal 1,5 l) und fahren zurück. Das Pferd steht immer noch da, ich hab es fast so erwartet. Es wiehert, als wir näher kommen – und trinkt so schnell, dass wir schon überlegen, ob der Trog doch ein Loch hat. Die fünf Flaschen sind schnell weg und wir halten den Behälter schräg, damit es alles bekommt. Das Seil ist fest um den Hals, ich kann es auch nicht lockern. Statt dessen könnte ich heulen. Immerhin kann es trinken … mehr können wir erst mal nicht machen, der Weg, um mit ihn in den Ort zu laufen, ist zu weit. Abmachen wäre zu gefährlich wegen der großen Strasse. Aufgeben? Sich auf die Polizei verlassen? Nein! Ich habe in meinem Leben nahezu nichts mit Pferden zu tun gehabt und hab von ihnen wirklcih keine Ahnung, bin eher zögerlich, an eines heranzugehen. Aber hier? Ich bin langsam in meinem Bewegungen, damit es sich nicht erschreckt, aber ich streichle es, stehe dicht bei ihm.

Zurück im Ort, schweren Herzens, gehen wir erneute zur Polizei und haben nun einen anderen Officer vor uns. Nach unserer Schilderung sagt er uns nett und freundlich, aber genau so klar, dass die Polizei her erst zuständig ist, wenn das Tier am Straßenrand verendet. Und dass das leider in diesem Bezirk häufig vorkommt. Ich bin geschockt. Hat denn der nette sympathische Officer von gestern, uns nur beruhigen wollen, als er versprach, sich zu kümmern? Von wegen, Touristen, die wollen wir mal nicht aufregen, sollen sich nciht mit solch üblen Sachen belasten? Nicht mit uns, mein Lieber, wir bleiben am Ball! Der Polizist rät uns auch, noch einmal beim Tierschutzbund anzurufen, je mehr sich melden, desto besser!

Und so sind wir erst einmal in dieses Café gegangen, in dem ich gestern bereits den Vormittag verbrachte, und ich habe ausführlich mit einer Dame vom Tierschutz gesprochen. Die liess sich alles genau beschrieben, fragte nach, wie schnell das Pferd denn getrunken hatte, und ließ sich den Ort genau beschreiben. Ich schickte ihr dann noch gemachte Fotos und habe nun das Gefühl, dass sich gekümmert wird. Noch einmal werde ich nicht nachsehen können. Und mehr kann ich nicht machen – außer ich eröffne hier eine Farm für ausgesetzte Pferde – und das ist nicht unbedingt mein Spezialgebiet…. Außerdem möchte ich ja doch zurück zu Euch!

 

 

 

 

7.1.19

Auf zum Tongariro

Nun muss ich wieder über zwei Tage berichten – gestern konnte ich mich zum Schreiben nicht aufraffen – Ich hatte den ganzen Tag Hunger. Das hätte dann so ausgesehen:

Es war so schön – Hunger – Jane wieder zu sehen – Hunger und die  Chemie stimmte sofort wieder – Hunger – …..
Ihr versteht dass das irgendwie nicht ging.

Nun hab ich gerade einen leckeren Scone intus, fühle mich satt und zufrieden, das einzige was stört, ist, dass hier im Café als auch aus der Küche Musik ertönt – verschiedene versteht sich. Ich muss mich also etwas mehr in mein Geschreibsel vertiefen, damit es mich nicht kirre macht – ich scheine auch die einzige zu sein, der es auffällt.  Ich sitze heute ganz alleine hier – das erste Mal seit Wochen habe ich fast einen  Tag alleine für mich. Ich genieße die Reise mit Bernd sehr, spüre immer wieder eine tiefe Dankbarkeit in mir, dass ich ihm vor nun fast (Ende März genau) 30 Jahren begegnet bin! Dass ich – und auch er – fast ein Jahr dachte, wir seien nur einfach tolle Freunde unda gaaanz sicher niemals ein Paar, finde ich immer noch erstaunlich.  Doch ich weiß, dass Ihr alle es gut nachvollziehen könnt, dass ein paar Stunden ganz alleine einem sehr gut tuen. Heute morgen fühlte ich mich wie früher, als die Kinder zur Schule gingen, und ich wußte, ich habe ein paar Stunden für mich.
Bernd läuft heute das Tongariro-Crossing. Das wollten wir eigentlich gemeinsam machen, aber ganz eignetlich hatte ich keine Lust. Der Track ist sehr anstrengend und ich bekam schon wieder Bekemmungen, als wir das Ausgangsdorf erreichten. Aber der Reihe nach:

5. Januar
Wir treffen wie verabredet Jane zu Hause an, sind durch unsere Pause etwas später als gedacht, aber sie ist genauso relaxed, wie ich sie in Erinnerung habe. Und die Chemie stimmt sofort, es geht Bernd genauso. Es ist locker und unkompliziert. Wir sitzen wegen der Sonne drinnen und trinken einen Tee – mit Kräutern aus dem Garten. Ganz begeistert zeigt sie uns ihr Paradies draußen, sie baut viel an – ihr Grundstück wirkt so richtig naturverbunden und  geliebt – aber nicht ober ordentlich und akkurat. Wir freuen uns richtig darauf, zu hause auch mehr anzubauen und ich hoffe schon jetzt auf einen schönen Sommer!
Gerade heute sind alle ihre Kinder da: 2 Jungs im Alter von 15 und 18 und ein zwanzigjähriges Mädel. Ich hatte nicht in Erinnerung, dass ihre Kinder jünger als meine sind, zumal sie älter als ich ist. Aber das ist natürlich auch das typische Schubladen-Denken: Sie ist älter, also müssen ihre Kinder auch älter sein…. So lernen wir alle kurz kennen. Ich bin erstaunt, dass sie alle schon genau wissen, was sie machen werden – der mittlere weiß schon, seitdem er 4 Jahre ist, dass er zu Armee will – und das bei der pazifistischen Mutter. Da er schon so lange daran festhält und auch in seiner Jugend schon diverse Lehrgänge und Freizeiten mitgemacht hat, hat sie sowieso keine Wahl, als ihn seinen Weg finden zu lassen. Und Jane nimmt es supertoll gelassen. Wir sind uns einig, dass wir unsere Kinder gut ihren Weg gehen lassen können, solange sie nicht z.B. rassistisch sind oder andere gänzlich andere moralische Vorstellungen als wir haben. Vielleicht muss ich da natürlich auch anders denken – die Armee in  Neuseeland hat mit Sicherheit andere Aufgaben als bei uns. Der jüngere wird Filmemacher, auch das ist sicher. Er hat schon Preise gewonnen. Ich habe nicht verstanden, ob er mit der Schule weitermacht, zumal alle Kinder „Home-Schooling“ machen. Jane selbst ist Lehrerin und hat die Einstellung, dass alle Kinder Lesen, Schreiben und Rechnen von sich aus lernen wollen und sich ihre Neigungen suchen und dann vertiefen. Wir diskutieren nicht darüber – ihre Kinder zeigen ja den vollen Erfolg, in meinen Augen, soweit ich das  in der Kürze beurteilen kann. Sie wirken offen, selbstbewusst,  sozial-kompetent. Jane erklärt uns, dass man  hier zwar ein Konzept einreichen muss, weil die Regierung Angst hat, dass die Kinder so nicht genug lernen, aber sich dann keiner mehr darum kümmert. Prüfungen müssen sie nicht machen, erst wenn sie auf die Uni machen, müssen sie im Internet irgendwelche Credits sammeln. Was für die Hanna wohl kein großes Problem war, denn sie fängt nach 2 Jahren Auslandsaufenthalt in Europa nun ein Studium in Wellington an.

Es stellt sich nicht die Frage, ob wir über Nacht bleiben, schon alleine, weil sie den letzten Abend in Familie haben- alle fahren gegen 16:00 gemeinsam an den Strand, und wir weiter Richtung Tongariro-Nationalpark, über Whanaka.

Ich kann mich schwer dagegen wehren – ich fühle mich im Auto ziemlich klein. Die, die mich gut kennen, können sich das denken. Alles war so perfekt, nicht im Sinne von Ordnung und so … sondern es wirkte und war echt, unkompliziert und authentisch. Während ich zum Teil meine englische Worte nicht finden konnte, was mich ärgerte …  nein, ich bin nicht neidisch, naja, jedenfalls nicht so doll, also vielleicht etwas – aber worauf? Ich weiß es nicht, vielleicht auf die Gelassenheit, auf die innere Ruhe, die Jane ausstrahlt, die ich wohl mein Leben lang suchen werde? Nein, die strahlt sie eigentlich gar nicht aus, vom Temperament ist sie mir eher ähnlich.
Ich brauche einen Moment, um wieder mehr zu mir zu kommen – aber es klappt! Ich muss mir nicht einmal bewusst machen, wie gut ich es habe, sondern das Gefühl ist tief da. Das Wissen, dass jeder seine Päckchen zu tragen hat, man selbst seine eigenen nur am besten kennt, brauche ich nicht abzurufen, es ist da, ohne etwas zu relativieren. Nicht nach dem Motto: na, da ist bestimmt auch nicht alles so toll…. wie ich es früher in mein Bewusstsein rufen musste, damit ich mich nicht so verschwindend gefühlt habe. Ich notiere es als echten Fortschritt! Und : keine Migräne weit und breit zu sehen….

Es geht also nun weiter nach Whanganui, etwa eine Stunde Fahrt. Dort wollen wir auf einem kostenlosen Platz bleiben, finden auch schnell einen, der auch nett liegt. Da wir aber noch öffentliche Toiletten brauchen, fahren wir noch ins Städtchen.  Dort finden wir nicht nur die erwünschten – frisch geputzten Klos, sondern auch noch einen schöneren Platz – direkt am Fluss, dort wo ich mich vor drei Jahren mit meiner Nachbarin Els und ihrer Tochter getroffen habe, dort, wo ich Yoga machte. Dort,…. Bernd muss da durch, alle meine Erinnerungen. Abends bei Grease, Outdoor-Kino. Kaffee hier, und da auch…. Dampfmaschinenfahrt.
In dem nahen Kaffee/Bar trinken wir noch ein kleines, (teures),  leckeres Bier und lesen.

– erst einmal einen neuen Cappuccino geordert und eine zweite Literflasche Wasser geholt ——

6. Januar:
Wir schlafen fast 10 Stunden, und der Tag kann beginnen! Während Bernd in die Stadt geht, zu den öffentlichen Toiletten, wandere ich durchs gerade geöffnete, wesentlich dichtere Cafe, zu ebenfalls public toilets, die allerdings von der anderen Seite erst geöffnet werden, wenn die dranhängende I-Site öffnet. Ich kenne da ja nichts – und die im Café interessiert es auch nicht.  So kann ich anschließend schon mal das Bett zusammenbauen und das Frühstück machen – ein Müsli mit Blick auf den Whanganui-River, dazu einen Tee. Eigentlich wollen wir nach einem anschließenden Gang durch die Stadt, in der wir übrigens zum ersten Mal einen Organic-Shop finden und das erste(!) leckere krosse Brot kaufen, uns wieder auf den Weg machen, aber so schnell mag ich doch noch nicht weg und wieder Auto fahren.

Kross aussehen tun hier viele Brote, aber dieses IST es auch!

Also trinken wir noch einen gemütlichen Cappuccino in dem Café bei der I-Site und lesen. Sehr entspannend, nun bin ich bereit zur Weiterfahrt. Wunderbar.

Noch edler als in Wellington! – Fahrrad-Reparatur-Service
Ohne Worte…

Wir fahren wieder durch eine wunderschöne Landschaft, eine grüne hügelige Gegend, bergauf, mit plötzlichem Blick in die Tiefe. Hügel mit gleichzeitig steilen abfallenden Felsen – eigentlich fast ein Widerspruch, hier aber möglich!

Wir wollen in den Nationalpark und morgen dann die Wanderung machen, das Tonganriro Crossing. 19,4 km, teilweise sehr anstrengend, superschöne Aussichten auf die Vulkane und in einen unglaublichen Vulkanschlund. Die Erinnerung daran spaltet mich – die Aussichten waren toll, aber ich war so unglaublich kaputt danach. Hatte auch viel zu wenig zu essen mit und überhaupt nur wenige Pausen eingelegt. Das wird dieses Mal anders.

Unterwegs kommen wir an einem kleinen Dorf vorbei, in dem offenbar hauptsächlich Maori leben, und das in seinen Unterschieden auffällt: zum einen einen relativ neuen Tennisplatz, gegenüber ein altes Schwimmbad. Baufällige Häuser, dann wieder richtig nette, gut erhaltene, viele verlassener Geschäfte, einige, die sich halten, ein gut aussehender Campingplatz, auf dem laut Schild Kanu-Touren und geführte Wanderungen angeboten werden.

Wir fühlen uns verschwitzt und gehen ins Bad – 2$ pro Erwachsener – wie halten die sich???  Wir sind allerdings nicht nur die einzigen Ausländer, ich denke auch, wir sind die einzigen, die nicht aus diesem Ort kommen.
es ist erfrischend und macht einfach Spaß und duschen können wir auch – kalt, aber immerhin!

Und plötzlich ist er zu sehen, nicht der Tongariro, sondern der Nebenberg- Namen vergessen.  Wunderschön! Wir erwarteten hier keine Schneeberge mehr – aber wie Ihr seht:

Und hier: Der Tongariro!

In dem Dorf, von wo der Startpunkt recht gut zu erreichen ist, am einfachsten sogar mit einem Shuttle,  bekommen wir keinen Campingplatz mehr. Alles full-booked. Wir beschließen bei einer Pause, dass wir an das andere Ende fahren, dort einen Campground suchen und dann das Auto auf dem Endplatz parken und mit dem Shuttle zum Start fahren. Dann sind wir unabhängiger. Dieser Platz ist näher an einer kleinen Stadt, in der wir einkaufen und überlegen, erst einen Tag später zu wandern und heute einen Top10 aufzusuchen, der 17 km weiter und bereits am Lake Taupo liegt. So gibt es am Abend Nudeln mit frisch zubereitetem Rindfleisch-Geschnetzelten. Dazu  ein großer gemischter Salat – lecker!

Bei dem Abendspaziergang am See merke ich deutlich, dass ich eigentlich lieber weiter in den Norden fahren würde als die Wanderung zu machen. Und als Bernd meint, er könne auch die Wanderung alleine machen, ich würde sicherlich auch gerne mal Tag einfach nur chillen und alleine sein trifft er genau meinen Gedanken. Ich mochte  das nicht sagen, mir gegenüber nicht einmal zugeben – gestreift hatte mich diese Idee durchaus. Wir beschließen es so und gleichzeitig, dass es doch dann schlau wäre, dass Bernd gleich morgen – also heute – die Wanderung macht. Er sucht seine Sachen zusammen und in mir keimt ein kurzer Gedanke, dass ich doch etwas verpassen könnte – „das hast du doch immer, wenn ich was alleine mache. Aber was sollst du verpassen, du hast es doch schon gemacht?“ – Keim erstickt!

Und so wecken wir uns sehr früh, sprich um 6:00 und ich will ihn bis zum Startpunkt bringen und dann am Ende wieder abholen. Ganz soweit kommen wir allerdings nicht: unser Benzintank zeigt zumindest beim Bergauf-fahren  gelbes Licht und ich zweifel, dass ich es vom Startpunkt, der noch ziemlich weit ist, zurück zum Tanken schaffe. Zum Glück haben wir die Abfahrt zum Shuttle  vom Endpunkt zum Anfang gerade vor uns – und so setze ich Bernd in den Bus und fahre zurück zum kleinen Städtchen und füttere unser Auto. Es ist  kurz vor acht, als ich mir dieses Café suche. Nach drei Stunden werde ich nun meinen Blog noch mit Bildern füttern. Und dann mal sehen….

Ostern beginnt hier wirklich gleich nach Weihnachten – noch früher als bei uns…

 

 

4.1.19

Wellington die Zweite

Wir sind auf dem Weg nach Palmerston North, wo in der Nähe heute eine Bekannte besuchen, die ich beim letzten Mal kennenlernet, weil Sven mir einen Brief für sie mitgegeben hatte.
In Waikanae wollen wir eine Pause machen – da wir gestern erst spät gegessen haben, war uns vorher noch nicht nach Frühstück. Hier ist ein netter Platz, keine Autos, zwei nette Cafés, von denen wir das auswählen, in dem die Scones noch leckerer aussehen und wir schön draußen in der Sonne sitzen können. Ein richtig guter Sänger mit Gitarre sort für die Hintergrundunterhaltung – und wir haben zwischendurch mal etwas Geld gespendet, damit er auch weitermacht. Witzigerweise spielen alle hier in allen Kneipen immer das Gleiche – Lieder aus den 60-/70gern. Als hätten sie alle die gleiche CD-Box mit 20-30 Liedern. Wir hören sie gerne!

Doch zu gestern:
Da Bernd morgens Mails schreiben und beantworten muss, kommen wir doch später als gedacht los und nehmen wieder das Auto. Doch nun wissen wir ja, wo wir günstiger parken können und stellen unser Auto direkt am Eingang des Botanischen Gartens ab. In einem Kiosk kaufe ich ein Ticket, das uns erlaubt, länger als zwei Stunden zu parken und wir begeben uns hoch zu der Cable Car. Wir wollen einfach nur hinunter fahren, wissen aus der I-Site gestern auch, dass es problemlos möglich ist, und wir am Ausgang bezahlen können. Und so ist es auch – es gibt gar keinen Raum darüber nachzudenken, schwarz zu fahren – es ist extra ein Schalter eingerichtet, und man kommt auch nur mit einer Karte nach draußen. Nein, natürlich wäre es mir NIE in den Sinn gekommen, schwarz zu fahren….
Unser Plan sieht vor: Te Papa Museum, Café in der library, Cuba Streett. Aber ich schmeiße den gleich um- ich brauche erst einmal einen Cappuccino. Meine Nerven sind heute nicht so richtig stabil, will heißen, ich bin am „Mein-Opa-ist-tot-Wasser“ gebaut, könnte auf Hochdeutsch bei der kleinsten Kleinigkeit grundlos losweinen. Nein, es sind nicht die Wechseljahre, das hab ich schon immer gehabt, immer mal wieder. Kann keinen Grund nennen, und da ich nun nicht immer weinen möchte, gehen wir in die Bibliothek und trinken erst einmal in Ruhe den Kaffee und ich esse einen Pie. Wir nehmen uns Zeit, erzählen ein wenig und ich komme wieder zu mir, es geht mir besser, und ich bin bereit für den Tag.
Der Weg führt wieder einen wunderschönen Platz vorbei, an Museen und anderen Kunstwerken, bis wir zum Wasser kommen – auch hier wieder den Springern zusehen.

Nun geht es ins Museum. Ich hatte nicht mehr in Erinnerung, wie schön es hier ist! Es geht im Besonderen über Maori-Kultur, aber auch in einem anderen Bereich um Zugezogene aus verschiedenen Südseeinseln und um Flüchtlinge. Alles so dargestellt, dass ich es gerne lese und mir Filmchen anhöre. Diese Filme sind immer mit Untertiteln versehen, was der Verstehen sehr vereinfacht. Und da sind Bildschirme, auf denen authentische Menschen ihre Geschichte kurz erzählen. Und der Raum, in. Dem es über die Flüchtlinge geht, hat auf dem Fußboden „Stufen“ mit Jahreszahlen und den dazugehörigen Ereignissen zu der jeweiligen Flüchtlingswelle. Auf Plakaten sind Fotos und Zitate von verschiedenen Menschen aus den jeweiligen Ländern zu sehen – es läßt einen wieder einmal ins Grübeln kommen – was müssen manche – immer mehr – unschuldige Menschen, Kinder, Frauen und Männer, ertragen, weil sie in einem Kriegsland leben, geboren worden sind. Weil… ja warum? Wenn das so einfach zu beantworten wäre, gäbe es vielleicht auch Lösungen. Ich freue mich in diesem Moment für jeden einzelnen, der das Glück hat, in Neuseeland zu landen und hier aufgenommen worden zu sein. Wir verweilen ca. 2 Stunden. Eine großen Bereich, in dem es um den ersten Weltkrieg und einen über die Terrakotta-Krieger ausChina, lassen wir aus. Die Schlange dahin ist sehr lang, und uns anstellen, dazu haben wir keine Lust. Ich bin immer wieder verwundert, dass dieses Museum wie so viele in NZ keinen Eintritt kostet. Außer der Sonderausstellungen, trotzdem! Diese Vielfalt, diese Größe, so viele Originale… So ist es für alle offen und sicherlich gehen viele hinein, weil es kostenlos ist und nehmen viel für sich mit. Ein Gewinn!


Unser Kopf kann nun auch nichts mehr aufnehmen, und wir wandern über die Hafenanlagen zur Cuba Street, die uns ein Backpacker in einem Hostel so empfohlen hat. Und wirklich, hier ist ein ganz anderes Leben als in der „normalen“ Innenstadt, in dieser einen Strasse. Viele Bars, Cafés, Hippe-Geschäfte, Künstler, Wasserspiele, schräge Menschen. Zum Wohlfühlen! Wir wandern hoch, machen Bilder und werden dabei von einer etwas schrägen Frau angesprochen – da hinten sei Mc Donalds, da sollten wir hin und Fotos machen, da sitzen Leute auf dem Fußboden. Wir verstehen nicht so ganz, was sie meint. Bernd vermutet, dass sie sich mokiert, dass Bernd Bilder macht, auf denen die Konkurrenz drauf ist: BurgerKing. Aber wir wissen es nicht und gehen die Strasse, in die sie zeigt, entlang – schaden kann es ja nicht. Bei McD.  ist aber nichts außer mehr Müll auf der Strasse, und so gehen wir die Runde zu Ende und landen wieder auf der Cuba Street. Unterwegs kommen wir an einem Geschäft vorbei, in dem sie leichte bunte sommerliche flatterhosen haben, die ich immer wieder suche. Und Hurra, meine Auserwählte passt, dazu ein Top – und wieder einmal zeigt sich, dass es einfach am meisten Spaß macht, mit Bernd shoppen zu gehen. Der schleppt mir neue Sachen zum Anprobieren an, begutachtet mit und freut sich über die Modenschau. Zum Glück für unsere Urlaubskasse passt das meiste nicht oder sieht nicht gut an mir aus, aber ich bin glücklich über meine Errungenschaft. Zum Ende gönnen wir uns noch einen Wellington-Abschluss-Cappuccino hier in einer Bar namens „QBA“ – ich finde das sehr einfallsreich.

Nun müssen wir nur noch unser Auto wiederfinden. Google sagt, es sei eine halbe Stunde entfernt. Und so laufen wir vorwiegend bergauf – doch google ist einfach nicht für Fußgänger gemacht. Durch den Botanischen Garten gibt er uns Wege, die es gar nicht gibt, sagt erst, wir seinen richtig, dann doch nicht, und so sind wir glücklich, als wir endlich den Haupteingang erreicht haben und unser Auto sehen können.
Einen kurzen Abstecher in den Countdown, wir wollen ganz edel kochen: Hähnchengeschnetzeltes mit Champignons in Sauce auf Vollkornnudeln. Dass wir dazu eine Maggi-Schnellsauce nehmen, sei uns verziehen – der Rest ist frisch und Das Huhn auch „frei laufend“ – Bio gibt es hier eh kaum und bei Fleisch schon gar nicht.
Auf dem Campground angekommen, ist die zeit dementsprechend vorangeschritten – seist fast halb acht und wir haben noch gar keinen Hunger. So duschen wir erst und lesen ein wenig, bis ich dann mit den Essensvorbereitungen beginne. Um 21:00 essen wir, so spät wie lange nicht – es ist Urlaub, also wen stört es? Und es schmeckt himmlisch!
Kein Wunder also, dass wir heute morgen ohne Frühstück losfahren – unsere Verdauungsorgane waren noch beschäftigt.

3.1.19

Wellington

Wir buchen gleich noch eine weitere Nacht, es ist so schön hier, und die Stadt nur einen Tag zu sehen, wäre einfach schade. So nehmen wir uns den Vormittag erst einmal viel Zeit. Da unser Abfluss verstopft ist, braucht Bernd eine Rohrzange, will also zum Baumarkt fahren. Vielleicht kann man da ja auch eine kurz ausleihen. Doch bevor wir überhaupt ans Losfahren denken, sehe ich einen Handwerker vom Platz und und wir fragen den, ob er uns kurz mit dem Werkzeug aushelfen kann. Es dauert eine weile, bis wir uns verständlich gemacht haben – das Wort Rohrzange befindet sich nciht in unserem Wortschatz, und was google uns anbietet, ist auch nicht so richtig. Doch der nette  Mann versteht uns irgendwann, hat aber keine, will aber nachgucken, wo er eine findet. Ungefähr eine halbe Stunde später kommt er mit einem anderen Handwerker, beide in je einem Fahrzeug, zu uns und der hat eine dabei, öffnet uns ruckzuck den Verschluss und läßt unsrige Zange da. Wir sollten sie einfach an der Rezeption abgeben, wenn wir sie nicht mehr brauchen. Neuseeländische Hilfsbereitschaft! Ichlaute ja auch an die deutsche, aber irgendwie hab ich das Gefühl, dass sie hier noch ausgeprägter ist.

Unser Abfluss funktioniert wieder und wir machen uns gegen Mittag auf in die Stadt. Bernd kann sich nicht vorstellen, dass man die 15$, die ein Busticket für einen Tag kostet, „verpacken“ kann – aber das ist gar nicht so schwer. Parken ist in Wellington teurer als in Hamburg, und das soll schon etwas heißen. Egal, wir parken erst einmal am Museum für 1.5 Stunden für einen akzeptablen Preis und gehen ein wenig durch das Hafengebiet. Weiterhin gibt es die Badestelle, in der Jugendliche ins Wasser springen können, und die auch frequentiert wird. Besucher sitzen und stehen drum rum und freuen sich an dem Spaß!

Wir überlegen aber nach einem Besuch im Visitor-Center, heute nicht mehr ins Museum zu gehen, es ist schon später und das Wetter einfach zu gut. Wir parken unser Auto nach genau den bemessenden 1,5 Stunden um und halten an einem Platz am botanischen Garten, an der Strasse, wo man 2 Stunden kostenlos stehen darf. Das reicht, um einmal durch den schönen Park zu wandern und oben eine Kleinigkeit zu essen. Die Cable-Car-Bahn bewundern wir nur von außen, es passt einfach nciht, mit ihr zu fahren, vielleicht ja morgen.

Der Stamm wir gehalten

Auf dem Weg zurück zum Campingplatz machen wir dann beim Supermarkt Halt – wir haben nahezu nichts mehr und machen einen Großeinkauf. Heute abend gibt es Fisch mit gemüse – einfach, schnell, gesund!

unser auto steht ja direkt unter einem von mit benannten „Weihnachtsbaum“ – ein riesiger Baum, der zu Weihnachten rote Blüten trägt, die aus kleinen Fäden bestehen – wunderschön und hier weit verbreitet. Und – ein Paradies für  die Tuis:

 

Sie singen zwischen knarzig und wunderschön alle Tonarten… meistens hintereinander..

Nach dem Abendessen wollen wir uns noch eine Runde bewegen. Vor dem Campground und auch an anderen Stellen haben wir schon öfter Roller mit Akku-Antrieb gesehen , die ich so gerne ausprobieren möchte.           Direkt hier stehen keine, aber ca. 200 m weiter ist noch eines. Ich melde mich an, und hurra – es fährt! So ein Spaß, ich kann nur Quieken vor Freude. Ich lassen Bernd auch mal (ungerne) fahren und er hat auch viel Spaß! Nur 10 min, dann parken wir es wieder und haben ca. 2 € bezahlt. Das mache ich morgen abend noch einmal, so ein sagenhafter Spaß!! Man tritt einmal, um den Roller in Schwung zu bekommen und gibt dann Gas: mal eben komm ich auf etwas über 20 Stundenkilometer! Irre!

1.1.2019

Es geht auf die Nordinsel

Den ersten Tag im neuen Jahr verbringen wir in Picton. Es ist superschönes Wetter, wir bleiben ein wenig in der Stadt, sitzen ein wenig am Hafen, machen eine kleine Wanderung, für mehr ist es einfach zu warm und wir springen einmal in den Pazifik. Wunderschön!  Ein kleiner Strand etwas abseitig der Innenstadt, viele Badende, aber nicht zu überlaufen- und eben klein. Es gibt also nicht viel zu berichten.

Urlaub – Wasser, Sonne, Palmen
Auf einer Toilete in Picton
Die spinnen doch – den ersten Weltkrieg so zu glorifizieren!!

In Picton haben wir allerdings die modernste öffentliche Toilette: sobald du die „Zelle“ betrittst, ertönt eine männliche Stimme, die dich auffordert, einen Knopf zu drücken, damit die Tür verschlossen ist, und erzählt dir anschließend, dass du nun 10 Minuten Zeit hast, bis sich die Tür selbst öffnest. Also Verstopfung darf man da nicht haben… nachdem das gesagt ist, ertönt eine meditative Musik. Die Spülung geht erst in Gang, wenn Du Dir die Hände wäscht! Bei Bernd musste man sogar auf einen Knopf drücken, damit das Klopapier langsam rausgerollt kam. Wenn Du dann den Knopf drückst, um die Stadt wieder zu entsperren, bedankt die Stimme sich für Deinen Besuch… Da bringt der Klogang richtig Spaß. Ich erwartete glatt, dass die Stimme auch noch irgendwelche Bemerungen macht von wegen „Entspannen Sie sich“ oder „Hocken Sie gerade“ und hab mich umgesehen, ob irgendwo eine Kamera installiert ist. War aber nicht – oder ich hab sie nicht gesehen.

Auf dem Campingplatz können wir diese Nacht nicht bleiben, aber 10 km weiter ist ein DOC-Campground, superschön gelegen an einer Bucht  und an einem Fluß, an den wir uns stellen. DIe Sandflies lieben diesen Platz aber auch – und so sitzen wir bald voll eingemümmelt da, damit wir kaum freie Haut haben, die angreifbar ist.

Die Nacht ist ruhig und ich schlafe wunderbar. Als ich aufwache, zeigt mir die Uhr 8:15 – höchste Zeit aufzustehen! Bernd ist auch gerade wach und so erübrigt sich das Wach-machen. Als ich dann aus dem Van krabble, und noch einmal richtig auf die Uhr schaue, sehe ich, dass der Winkel vorhin wohl nicht ganz gestimmt hat, es ist eine Stunde früher – umso besser. Der Nebel lichtet sich gerade und es sieht fast mystisch aus, wie die Berge langsam durchscheinen.

Wir verzichten auf Grund der Sandfliegen auf ein Frühstück hier und begeben uns in die Stadt. Heute geht es mit der Fähre auf die Nordinsel. Um 12:00 sollten wir ungefähr am Anleger sein, und die Zeit bis dahin überbrücken wir mit Cappuccino und Geräte aufladen.  Es ist schon sehr warm, ich beneide alle, die mit irgendeiner Form Boot auf dem Wasser sind! Naja, wir werden ja auch bald auf dem Schiff sein.

Kunst in einem Laden – Skateboards

Und so stehen wir kurz vor zwölf in der Schlange, Lane 3. So ziemlich weit vorne. Schatten gibt es keinen – und wir warten.  Und warten. Ab 12:30 sollen die ersten Autos rollen. Wir warten und schwitzen. Dann geht es los – für alle anderen! Es dauert ewig, bin wir endlich auf das Schiff dürfen, ich fürchte schon manchmal, es wird ohne uns abfahren. Es ist wirklich frustrierend, wenn links und rechts immer wieder gefahren werden darf – und Deine Reihe steht….  und es ist heiss!

Natürlich sind die meisten Plätze weg, als wir endlich den Passagierbereich betreten. Wir gehen aufs Sonnendeck, dort können wir auch sitzen, aber nach einer gewissen Zeit, auch während wir dann fahren, können wir es in der prallen Sonne nicht mehr aushalten. Irgendwie haben wir uns diese Fahrt anders vorgestellt. Wir wandern noch einmal durchs Schiff, können aber  weiterhin keine freien Plätze entdecken – viele sind einfach reserviert. Badehandtuch-Mentalität…

Wir setzen uns eine Zeitlang weiter unten draußen auf den Fußboden, da gibt es im Gegensatz zum Sonnendeck keine Stühle, aber immerhin gute Luft. Die ist drinnen inzwischen Mangelware. Drei und eine viertel Stunde wird die Überfahrt dauern, es erscheint mir eine ziemlich lange Zeit. Hätten wir uns doch die Luxus-Variante gönnen sollen, so wie ich vor drei Jahren? Nein, das war es uns nicht wert, und es ist auch immer noch okay. Irgendwann gehen wir wieder aufs Sonnendeck, dort ist es dank des WIndes inzwischen sehr viel angenehmer. Kleine Tröpfchen fühlen wir auf der Haut, sehr angenehm! Wir diskutieren gerade, ob es Nebel oder Meereströpfchen sind – aber es schmeckt richtig salzig, also kann es nur Meerwasser sein, allerdings sind die Wellen gar nicht so hoch – da kommt die Durchsage, dass dieses Deck geschlossen wird wegen des Windes. Eine Offizierin kommt  durch und sorgt dafür, dass sich alle nach innen begeben. Hallo? Das Schiff schaukelt nicht einmal, es besteht also keine Gefahr, dass jemand über Deck geht, endlich ist die Abkühlung angenehm! Die Antwort auf meine diesbezügliche Frage  lautet nur, dass der Kapitän das so angeordnet hat. Manchmal glaub ich ja doch, dass die spinnen, die Neuseeländer….

in einem einigermaßen netten Raum setzen wir uns mit unseren Büchern auf den Boden, können sogar dabei noch Geräte aufladen, neben mir ist eine Steckdose. Und irgendwie vergeht die restliche Zeit, und dann ist es 17:00 und wir sind in Wellington. Wir haben uns die Fahrt wirklcih anders vorgestellt, lassen uns aber nicht zu sehr davon nerven, sondern freuen uns, dass wir einen Top10 für heute abend gebucht haben!

31.12. -der letzte Tag des Jahres

Neujahr

Wir sind ja nun schon fast 12 Stunden drin – im neuen Jahr! Ihr werdet es auch gleich erreichen! Ich wünsche Euch allen

EIN FROHES GESUNDES UND GLÜCKLICHES NEUES JAHR 2019

Bei uns ist es nicht nur bereits 2019, sondern auch Halbzeit! Die letzten Tage, eigentlich schon die letzten beiden Wochen, sind schnell vergangen. Vielleicht nicht gerade verflogen, aber doch schneller als am Anfang. Wir haben gestern überlegt, woran das liegt, sind aber zu keinem befriedigenden Ergebnis gekommen. Wahrscheinlich haben wir uns an dieses Leben gewöhnt, was nicht heißt, dass ich es immer so haben könnte. Für diese Zeit ist es toll, aber ich freue mich auch auf Worpswede! (Ich weiß, ich wiederhole mich:-))
Gestern sind wir nun nach Picton gefahren. Von hier startet morgen unsere Fähre auf die Nordinsel. So haben wir gestern Abend noch eine Route ausgearbeitet, die wenig Stress und schöne Orte verspricht. Vieles werden wir auslassen, was zwar bedauerlich ist, aber sonst sitzen wir einfach zu viel im Auto, dazu habe ich derzeit überhaupt keine Lust.

Natürlich haben wir auch ein wenig auf der letzte Jahr zurückgeblickt. 2018 war für unsere Familie sehr positiv ereignisreich – Bernds Abschied von Hamburg, Sven und Björn in Montreal zum Studieren, und ich komme mit meinem Wal-Buch im nächsten  Jahr ins Fernsehen.  Alles spannend!  Dazu kommen tolle neue Kontakte, superschöne Kurse mit netten Teilnehmern, das Jahr war toll!  Es war noch viel mehr, aber das hier ist ja ein Reiseblog und kein Jahresrückblick…
Den Vormittag an Silvester haben wir auch noch in aller Ruhe in Nelson verbracht – Café, Bibliothek, Café. Die Nacht war unruhig, weniger von den Campern, die brav alle gegen 23:00 im Auto waren, als von einem Idioten, der mitten in der Nacht laut hupend über den Parkplatz fuhr und dann wieder verschwand, von der Müllabfuhr, die schon um 5:00 ihre Arbeit verrichtete, außerdem war der Platz die ganze Nacht über hellst beleuchtet. Kann mir mal einer sagen, wozu? Unsere Vorhänge schafften es kaum, das Licht einigermaßen rauszuhalten! Und wenn sich eine Gardine löste, kommt leider immer wieder vor, wurde ich wach, weil es so hell war….
Na egal, wir stehen um halb acht auf und packen alles zusammen und begeben uns ins erste Café.
Weil Bernd noch einiges am Rechner erledigen muss und auch unsere Geräte Strom brauchen, begeben wir uns danach in die Bücherei, und ich schreibe meinen Blog. Anschließend, auf dem Weg zum Auto,  klingelt plötzlich mein iPhone – es ist Bernd, der doch neben mir geht, der mich auf WhatsApp anruft. ??? Er weiß auch nicht, was das soll. Und wir schieben es auf die Hosentasche – bis Sven eine SMS schreibt, warum Bernd ihn immer anruft. Und ob wir gerade Zeit hätten zum telefonieren… so schnacken wir abwechseln mit Sven, erst ich, dann Bernd. Während die beiden am Erzählen sind, hole ich mir einen Stuhl aus dem Auto, setzte mich in den Schatten vor der Bibliothek und lese. Um eine Vokabel nachzuschlagen, brauche ich mein Handy – und sehe, dass meine Freundin Andrea gerade angerufen hat. Ups? Es ist ist halb eins, also bei denen mitten In in der Nacht… Ich rufe zurück – und es ist so schön, ihre Stimme zu hören, so nahe, als ob wir uns gleich für einen Kaffee verabreden würden. Nur – sie schwört, dass sie mir zwar gerade eine SMS schreibt, mich aber nicht angerufen hat. ??? Was ist da bei uns, oder bei What’sApp los? Ich kann bei Google nichts finden, finde es aber sehr seltsam. Zufall? Virus? Höhere Mächte? Wir werden es weiter beobachten… Andrea hatte Spätdienst und muss nun dringend ins Bett, so legen wir also bald auf.
Wir haben noch keine Lust auf Auto-fahren, dazu hab ich derzeit sowieso komischerweise wenig Lust, also sitzen wir wieder draußen in einem anderen Café – ich esse etwas Herzhaftes, Bernd trinkt einen Kaffee. Erst anschließend begeben wir uns auf den Weg, es sind ca. 100 km, also nicht viel, dafür aber umso mehr Kurven, man kommt sich vor wie auf einer Skipiste – nur hat man da mehr Platz…. Die Landschaft nach Picton ist wunderschön – uch hier wiederhole ich mich, ich weiß. Doch ergibt immerzu Blicke auf das grünblaue Wasser des Malborough-Sounds, dazu blauer Himmel und dunkelgrün bewaldete Berge. Das von allen Höhen! Am schönsten ist es natürlich von ganz oben.

Richtig gut drauf bin ich  heute nicht. Am letzten Tag des Jahres bin ich eigentlich nie gut drauf. Hab immer ein komisches Gefühl, was wohl kommen wird, was das nächste Jahr bringt –  da das aber IMMER so ist, kann ich nicht gerade von Vorahnungen sprechen…

Bucht in Picton
Den musste ich einfach fragen, ob ich Foto machen darf – er freute sich

Wir nehmen heute einen normalen Campingplatz, mit Duschen! Der erste ist bereits komplett voll, der zweite hat noch eine Platz für uns, richtig schön unter einem Baum auf einer Wiese. Die „Auflagen“ : Ab halb eins ist Ruhe angesagt und absolutes Feuerwerksverbot, da dieses ein Familien-Campngplatz ist. spätestens ab eins sollen auch alle Auswärts-Feiernden wieder hier sein, damit danach kein Autolärm mehr ist. Oh wie wundervoll. Mein dröhnender Kopf freut sich tierisch!

Viele Boote sind mit auf dem Platz

Und wirklich, hier und da wird ein wenig gefeiert, mit etwas Musik, insgesamt alles sehr harmlos! Wir machen uns einen leckeren Salat und Spiegeleier, planen danach ein wenig unsere weitere Reiseroute und lesen dann. Ich habe mein Buch inzwischen durch, und kann nun ein nächstes anfangen. Irgendwann, weit vor Mitternacht, werden wir müde. Sollen wir wirklich noch eine Stunde warten?? Wir machen es uns im Bett gemütlich – die Deckenbeleuchtung an, eine Flasche Wein zum Anstoßen, und lesen hier weiter, ein Auge auf die Uhr.

Unser Bett mit Deckenbeleuchtung

Pünktlich stoßen wir an, bzw. Trinken nacheinander aus der Flasche, und gucken, ob wir aus dem Autofenster etwas Feuerwerk ausmachen können. Aber es gibt nur ein wenig Lichtschein, wie Wetterleuchten. Und auch das ist schnell zu Ende! Und wirklich um viertel vor eins ist es komplett still auf dem Platz – und ich schlafe bis auf merkwürdige Träume wie ein Murmeltier – aber vielleicht träumen die ja auch merkwürdig…

Vorher…
Nachher…