1.1.2019

Es geht auf die Nordinsel

Den ersten Tag im neuen Jahr verbringen wir in Picton. Es ist superschönes Wetter, wir bleiben ein wenig in der Stadt, sitzen ein wenig am Hafen, machen eine kleine Wanderung, für mehr ist es einfach zu warm und wir springen einmal in den Pazifik. Wunderschön!  Ein kleiner Strand etwas abseitig der Innenstadt, viele Badende, aber nicht zu überlaufen- und eben klein. Es gibt also nicht viel zu berichten.

Urlaub – Wasser, Sonne, Palmen
Auf einer Toilete in Picton
Die spinnen doch – den ersten Weltkrieg so zu glorifizieren!!

In Picton haben wir allerdings die modernste öffentliche Toilette: sobald du die „Zelle“ betrittst, ertönt eine männliche Stimme, die dich auffordert, einen Knopf zu drücken, damit die Tür verschlossen ist, und erzählt dir anschließend, dass du nun 10 Minuten Zeit hast, bis sich die Tür selbst öffnest. Also Verstopfung darf man da nicht haben… nachdem das gesagt ist, ertönt eine meditative Musik. Die Spülung geht erst in Gang, wenn Du Dir die Hände wäscht! Bei Bernd musste man sogar auf einen Knopf drücken, damit das Klopapier langsam rausgerollt kam. Wenn Du dann den Knopf drückst, um die Stadt wieder zu entsperren, bedankt die Stimme sich für Deinen Besuch… Da bringt der Klogang richtig Spaß. Ich erwartete glatt, dass die Stimme auch noch irgendwelche Bemerungen macht von wegen „Entspannen Sie sich“ oder „Hocken Sie gerade“ und hab mich umgesehen, ob irgendwo eine Kamera installiert ist. War aber nicht – oder ich hab sie nicht gesehen.

Auf dem Campingplatz können wir diese Nacht nicht bleiben, aber 10 km weiter ist ein DOC-Campground, superschön gelegen an einer Bucht  und an einem Fluß, an den wir uns stellen. DIe Sandflies lieben diesen Platz aber auch – und so sitzen wir bald voll eingemümmelt da, damit wir kaum freie Haut haben, die angreifbar ist.

Die Nacht ist ruhig und ich schlafe wunderbar. Als ich aufwache, zeigt mir die Uhr 8:15 – höchste Zeit aufzustehen! Bernd ist auch gerade wach und so erübrigt sich das Wach-machen. Als ich dann aus dem Van krabble, und noch einmal richtig auf die Uhr schaue, sehe ich, dass der Winkel vorhin wohl nicht ganz gestimmt hat, es ist eine Stunde früher – umso besser. Der Nebel lichtet sich gerade und es sieht fast mystisch aus, wie die Berge langsam durchscheinen.

Wir verzichten auf Grund der Sandfliegen auf ein Frühstück hier und begeben uns in die Stadt. Heute geht es mit der Fähre auf die Nordinsel. Um 12:00 sollten wir ungefähr am Anleger sein, und die Zeit bis dahin überbrücken wir mit Cappuccino und Geräte aufladen.  Es ist schon sehr warm, ich beneide alle, die mit irgendeiner Form Boot auf dem Wasser sind! Naja, wir werden ja auch bald auf dem Schiff sein.

Kunst in einem Laden – Skateboards

Und so stehen wir kurz vor zwölf in der Schlange, Lane 3. So ziemlich weit vorne. Schatten gibt es keinen – und wir warten.  Und warten. Ab 12:30 sollen die ersten Autos rollen. Wir warten und schwitzen. Dann geht es los – für alle anderen! Es dauert ewig, bin wir endlich auf das Schiff dürfen, ich fürchte schon manchmal, es wird ohne uns abfahren. Es ist wirklich frustrierend, wenn links und rechts immer wieder gefahren werden darf – und Deine Reihe steht….  und es ist heiss!

Natürlich sind die meisten Plätze weg, als wir endlich den Passagierbereich betreten. Wir gehen aufs Sonnendeck, dort können wir auch sitzen, aber nach einer gewissen Zeit, auch während wir dann fahren, können wir es in der prallen Sonne nicht mehr aushalten. Irgendwie haben wir uns diese Fahrt anders vorgestellt. Wir wandern noch einmal durchs Schiff, können aber  weiterhin keine freien Plätze entdecken – viele sind einfach reserviert. Badehandtuch-Mentalität…

Wir setzen uns eine Zeitlang weiter unten draußen auf den Fußboden, da gibt es im Gegensatz zum Sonnendeck keine Stühle, aber immerhin gute Luft. Die ist drinnen inzwischen Mangelware. Drei und eine viertel Stunde wird die Überfahrt dauern, es erscheint mir eine ziemlich lange Zeit. Hätten wir uns doch die Luxus-Variante gönnen sollen, so wie ich vor drei Jahren? Nein, das war es uns nicht wert, und es ist auch immer noch okay. Irgendwann gehen wir wieder aufs Sonnendeck, dort ist es dank des WIndes inzwischen sehr viel angenehmer. Kleine Tröpfchen fühlen wir auf der Haut, sehr angenehm! Wir diskutieren gerade, ob es Nebel oder Meereströpfchen sind – aber es schmeckt richtig salzig, also kann es nur Meerwasser sein, allerdings sind die Wellen gar nicht so hoch – da kommt die Durchsage, dass dieses Deck geschlossen wird wegen des Windes. Eine Offizierin kommt  durch und sorgt dafür, dass sich alle nach innen begeben. Hallo? Das Schiff schaukelt nicht einmal, es besteht also keine Gefahr, dass jemand über Deck geht, endlich ist die Abkühlung angenehm! Die Antwort auf meine diesbezügliche Frage  lautet nur, dass der Kapitän das so angeordnet hat. Manchmal glaub ich ja doch, dass die spinnen, die Neuseeländer….

in einem einigermaßen netten Raum setzen wir uns mit unseren Büchern auf den Boden, können sogar dabei noch Geräte aufladen, neben mir ist eine Steckdose. Und irgendwie vergeht die restliche Zeit, und dann ist es 17:00 und wir sind in Wellington. Wir haben uns die Fahrt wirklcih anders vorgestellt, lassen uns aber nicht zu sehr davon nerven, sondern freuen uns, dass wir einen Top10 für heute abend gebucht haben!

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