7. 12: Ab in die Catlins

Weiterhin in Dunedin

6.12

Ausschlafen, frühstücken, ab in die Stadt – dort ist es zunächst schwierig, einen Parkplatz zu finden, also halten wir für den ersten Kaffee auf einem Supermarkt-Parkplatz. Wir sind sicherlich nicht die ersten und einzigen, die so etwas ausnutzen wollen, denn überall stehen Schilder, die darauf hinweisen, dass 90 Minuten erlaubt sind und das nur für den Einkauf.
90 Min. sollten erst einmal reichen, das Café  ist fast gegenüber. Bernd möchte mit Sven telefonieren, ich schreiben, und so vergeht die Zeit viel zu schnell. Damit wir uns weiterhin Ruhe lassen können, wandere ich zum Parkplatz, um den Wagen umzuparken und sehe schon zwei Ordnungshüter, die Striche an die Reifen malen, um dann nach einer Zeit zu kontrollieren, ob der Wagen sich bewegt hat. Unser Van ist auch schon markiert und ich freue mich tierisch, ihnen ein Schnippchen schlagen zu können. Fröhlich steige ich ein, schnalle mich an, will steuern – und da ist kein Steuerrad. Ich sitze auf der falschen Seite …. Also umgesetzt und das Auto auf einen anderen Platz gestellt, 50m vom alten entfernt, die Markierung mit dem Fuß noch weggewischt und schon haben wir wieder Zeit, hurra. In NZ gibt es keine Parkscheiben, durch die Markierungen wissen die Politessen ob man die Zeit überschritten hat.


Wir besichtigen noch ein wenig die Innenstadt, parken aber den Wagen doch noch lieber um. Zwei Schilder stehen nebeneinander: P 5 und Parken Max. 1 Stunde 2$. Wir interpretieren das so, dass man 5 min kostenlos stehen darf und ansonsten zahlen muss. Wir zahlen und gehen besten Gewissens in die Bibliothek. Wie erstaunt wir sind, als bei der Rückkehr ein Ticket an der Scheibe klebt, könnt ihr euch vorstellen. Eine Frau klärt uns auf, dass P5 für die ersten beiden Plätze gilt – auf dem einen stehen wir…. Bezahlen kann man im Bürgerbüro, 5 Minuten von uns entfernt, also machen wir uns auf den Weg. Da wir bei der Registrierung die Adresse unserer Christchurcher Freunde angegeben haben, möchten wir nicht, dass ein Brief bei denen landet. Allerdings nehmen wir uns vor, uns unaufgeklärt zu stellen, vielleicht hat der oder die Mitarbeiterin ein Einsehen und storniert das Ticket. Immerhin haben wir ja bezahlt!
DieFrau am Schalter ist unglaublich nett und es tut ihr wahnsinnig leid! Dass wir so etwas in Dunedin erleben müssen! Als sie erfährt, woher wir kommen und was wir hier machen,  erkundigt sie sich begeistert nach unserer Reise und das weitere Vorgehen, zeigt uns sofort ein Foto ihres Elternhauses in der Nähe von Queenstown- total einsam und wunderschön, Wie so viele auch hier im Land ist sie angetan davon, dass wir uns so eine Auszeit in ihrer Heimat gönnen.
Da das Ticket bereits im System ist, kann sie leider nichts machen, einzig könnten wir schriftlich Einspruch einlegen. Natürlich bezahlen wir lieber die ungerechnet 9€. So ein nettes, allerdings teures Gespräch erheitert trotzdem unser Gemüt.
Für den Nachmittag haben wir nach so viel Ausruhen eine Fahrt zur Halbinsel unter Dunedin geplant. Es ist zwar nicht mehr ganz früh, aber es ist ja auch lange hell. Ich hoffe sehr, einen oder mehrere Albatrosse zu sehen. Letztes Mal bin ich nicht in den Genuss gekommen, und eine Führung war mir zu teuer. Ich weiß den Preis nicht mehr – aber 30$ würde ich heute dafür ausgeben. Das fände ich zwar viel, aber trotzdem, ich möchte einen Albatros sehen!
Zunächst aber begeben wir uns auf die kostenlosen Aussichtspunkte, sehen Unmengen an Brütenden Möwen und Kormoranen. Erst denke ich, einen Albatros fliegen zu sehen, aber dann stellt sich heraus, dass es ein Löffler ist, das finde ich allerdings auch toll, auch wenn ich den auch in Deutschland sehen könnte.
Im Albatros-Zentrum erfahren wir, dass eine Führung pro Person 53$ kosten soll, das ist mir immer noch zu teuer. Garantiert drei Nester, vorher ½ Stunde Vortrag, ob die Vögel fliegen, können sie natürlich nicht sagen. Nein, sehe ich ein, aber das Geld können wir besser anlegen. So trinken wir in dem wunderschönen verglasten Café einen Cappuccino und freuen uns tierisch, als wir drei/vier mal einen dieser großen Vögel draußen fliegen sehen! Und auch als wir losfahren wollen, zeigen sie sich noch einmal in ihrer Schönheit! Was für ein großartiger Ausflug!

 

7.12
Hinein in die Catlins
Ich hab schlecht geschlafen in dieser Nacht, irgendwie wußte ich nicht, wie ich liegen sollte. Manchmal vermisse ich ja doch mein großes Bett. So lassen wir auch diesen Tag, der endlich wieder Sonne bereithält, langsam angehen. Wir fahren zunächst zur Universität in der Stadt, die erste in Neuseeland. Sie ist in ihrem viktorianischen Stil sehr beeindruckend, unglaublich gepflegt und einladend. Man sieht allerdings auch, dass die Studiengebühren sehr hoch sein müssen….

Gerade werden einige Studenten eingekleidet, sie stehen vor der geologischen Fakultät Schlange und kommen mit Plastikbeuteln heraus, in denen ihre Robe und der Hut drin ist – die Tüten sind alle durchsichtig, wir haben uns nicht den Inhalt zeigen lassen!
Bei schönster Sonne sitzen wir auf einen Balkon einer kleineren Kantine, genießen einen Ihr weißt schon was und erfahren, dass es kein öffentliches Wifi gibt, sondern nur das der Uni. Bernd braucht dringend einen internetzugang, da er einen Untermieter-Vertrag von Sven durchlesen möchte. Was sind wir erstaunt, als unsere Geräte selbständig ins Netz gehen- mit dem Code unserer Kinder. Dass wir in deren Universitäten im Netz waren, haben die Computer sich gemerkt, das verwunderten nicht. Aber dass offenbar dieser Zugang international ist, hat uns doch vom Hocker gehauen. So fühlten wir uns zur Abwechslung mal in Dunedin wie Studenten….
Nun verlassen wir aber endgültig die Stadt und machen uns auf den Weg in die Catlins. Die wunderschöne Scenic-Route führt meist an der Küste entlang, es ist traumhaft. Sanfte Berge auf der einen Seite, das grüne Meer auf der anderen. Und Bernd fährt…. Ich biete ihm an, ihn abzulösen, meine es aber nicht wirklich ernst.
Unser ersten Ziel ist der Nugget-Point – ein Leuchtturm, um den herum viele „Nuggets“, Felsen, im Meer stehen. Wunderschön, und das bei Sonne! Dazu weiße flauschige Wolken…


Letztes Mal bin ich nicht mehr hergefahren, die Strasse war eng und Schotter – heute ist sie ausgebaut und wunderbar befahrbar. Wie schön, dass wir es probiert haben, erst wollte ich ihn wieder auslassen…
Nicht nur die Natur hier ist faszinierend – dazu kommen, wir haben ja Fernglas dabei, dutzende Seelöwen, die unten auf den Felsen ruhen oder ihren Stolz präsentieren. Mütter säugen ihre Jungen und helfen ihnen aus der „Badewanne“ – einem Wasserloch auf dem Felsen. Kormorane brüten an steilen Felsen – nun weiß ich auch, warum die so große Füße haben!

Die Zeit ist vorangeschritten und wir müssen nach einem Schlafplatz Ausschau halten. Nach der wunderbaren Dusche heute morgen reicht natürlcih ein Naturplatz, den wir auf der App wählen. Eine fiese Schotterstrasse führt über 7 lange km hin, man hat Angst, das Auto bricht einem auseinander. Noch 3, noch 2,5 , noch 1 km, endlich sind wir da, erwarten, die einzigen zu sein, statt dessen stehen da bestimmt 20 andere Camper – große, kleine, Zelte. Wir suchen uns ein Grasstück, auf dem wir halbwegs gerade stehen, Blick aufs Meer und besuchen den Strand, bevor wir unser Essen zubereiten. Nachdem wir gestern Brot mit Spiegelei hatten, sind heute aber mal wieder Nudeln mit… dran!

2 Replies to “7. 12: Ab in die Catlins”

  1. Hallo ihr beiden, da kommen viele Erinnerungen hoch: an der Dunedin Uni hat Kareen promoviert, mit Toga und Hut. Silke, hast du genug Lausitz dabei? Ich kann Kareen was schicken und ihr holt es ab ?. Gute Fahrt weiter, ich geniesse mit euch, Els

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