05.12.2018

Nun muss ich doch glatt wieder einiges nachholen. Da ich abends im Auto nicht schreiben kann, ist es manchmal schwierig…
Wir sind inzwischen in Dunedin angekommen, und es herrschen Temperaturen wie bei Euch: heute morgen 9 Grad, dazu ein eisiger starker Wind. Es fällt schwer aufzustehen – aber das ist Abhärtung, jawoll! Da träumt man vom Frühstück im Freien, im sommerlichen Look, statt dessen habe ich mir heute morgen erst einmal alle warmen Klamotten aus der Kiste geholt, die ich mithabe, inklusive meiner Mütze!

Immerhin sind wir auf einem Campingplatz und können in die warme Küche – und haben vor allem heiße Duschen! Nun sitzen wir in einem gemütlichen Café in der Innenstadt, Bernd telefoniert mit Sven und ich möchte euch weiter auf dem Laufenden!

Wir erreichen also Oamaru, und schon bald, nachdem wir das Café verlassen haben, taucht die Sonne auf, inklusive viel blauem Himmel! Die Seele blüht auf! Wir stellen den Wagen auf einen Parkplatz, wo wir zeitlich nicht begrenzt sind und machen uns auf die Socken, laufen dorthin, wo die Pinguine abends kommen werden, machen tolle Aufnahmen vom Pazifik und freuen uns!


Anschließend gehen wir zum Auto zurück, fahren einkaufen und dann wieder ans Wasser, um ein schönes Picknick zu machen. Tisch und Stühle sind schnell aufgebaut, und wir müssen nur aufpassen, dass uns die Möwen nicht zu nahe kommen. Mehrere Spaziergänger sprechen uns an, geben uns noch Tips, wo wir am Abend Pinguine sehen können. Ein Autofahrer hält an, kurbelt das Fenster runter und meint “it looks lovely!” Oh yes, er hat Recht! Es geht uns supergut!

Die Pinguine kommen allerdings erst bei Dunkelheit und so organisieren wir einen Campground, den gleichen, auf dem ich vor drei Jahren war. Die Pächterin informiert uns wieder darüber, dass auch meistens auf dem Platz Pinguine sind und die auch viel Krach machen – wir werden uns überraschen lassen.
Nachdem wir alles geklärt haben, wollen wir im Städtchen noch einen Kaffee zu uns nehmen – aber alle Cafés sind geschlossen – und es ist man gerade 17:00! Und nicht nur die Cafés, auch die Geschäfte schließen allmählich, andere Länder, andere Öffnungszeiten….
Wir kochen uns auf dem Platz einen Tee und lesen ein wenig, bevor wir dann die obligatorischen Nudeln aufsetzen.
Es ist noch zu hell, als wie auf die possierlichen Tierchen warten, aber wir haben Geduld. Die Stelle, ander letztes Mal recht viele kamen, wird dieses Mal nicht betreut, kein Ranger weit und breit. Die Pforte, durch die sie durch müssen, ist geschlossen und mit einem Netz gesichert. Sollen die Kleinen hier nicht auf die Strasse? Wissen die das? Werden hier gar keine kommen?
Ein junger Mann aus Asien spricht mich an, ob hier welche zu sehen seien und ich erzähle ihm von meine Erfahrungen. Er löchert mich, als ob ich hier täglich stehen würde. Immerhin kann ich ihn motivieren, seiner Gruppe mitzuteilen, dass sie sich ruhig verhalten sollen und auf keinen Fall mit Blitzlicht fotografieren dürfen. Und plötzlich sind sie da, wenige, aber sie kommen! Aus einem Loch, das man nicht mal sehen konnte. Und sie warte, watscheln ein wenig hin und her, erst zwei, dann vier, dort ein fünfter, was watschelt da noch am Wasser?


Es wird immer dunkler, bald kann man nichts mehr sehen. Wir machen uns auf den Weg zum Bett – und entdecken gleich m Ufer, an dem Bernd meinte, hier könne ja keiner mehr sein, einen, der von der Strassenlaterne angeleuchtet wird und in Foto-Pose steht! Was für ein Glück.


Direkt am Platz stehen auch ein paar Leute, die uns zurück halten, weil gerade ein kleiner Pinguin über die Strasse laufen möchte- was für ein Erlebnis!
Erfüllt gehen wir auf den Platz, und dort hören wir sie – die Jungen rufen nach ihren Eltern und andersrum. Laut, fordernd. Einen können wir in der Dunkelheit noch ausmachen, die andren hören wir, und das die ganze Nacht!

Am nächsten Morgen regnet es, nein, es gießt. Es ist zum Glück nicht weit zu den sanitären Anlagen und zur Küche, trotzdem, muss doch nicht sein…
Weil wir gestern Abend eigentlich noch den weiteren Ablauf planen wollten, aber nicht dazu kamen, halten wir nach dem Auschecken im Café von gestern und breiten die Karte aus, um uns mal einen Überblick zu verschaffen, was wir sehen und erleben wollen und wann wir wo sein wollen.
Zunächst geht es heute zu den Moeraki Bouldern, die wir aber wegen des langen Schlafen bei Flut sehen werden- attraktiv sind sie nur bei Ebbe – und dann sehen wir weiter.
Die Küstenstrasse ist wunderschön und die der Himmel lässt immer mal wieder die Sonne durch! Der grüne Pazifik auf der einen Seite, die seichten Berge, nein Hügel, auf der anderen, von denen man einfach nur runterkullern möchte, es ist wunderschön. Und Bernd fährt…. Ich genieße!
Und wirklich, die Steine stehen noch ziemlich doll im Wasser, es ist sogar auflaufend. Wir machen ein paar Bilder, passen auf, dass wir nicht wegrutschen, es ist unglaublich glitschig – und für mich eindeutig zu kalt, um meine Schuhe auszuziehen. Die Wellen kommen näher, doch da ich auf jeden Fall die Pinguine hier sehen möchte, können wir am Abend noch einmal wiederkommen, dann bei abkaufendem Wasser.
Das Wetter ist weiterhin wechselhaft, immer mal wieder gibt es Schauer, dann kommt wieder der blaue Himmel durch. Ich weiß nicht so recht, wie wir den Tag gestalten wollen, also machen wir erst einmal einen Gang, der uns an der Küste den Berg raufführt – zum Teil so glitschig, dass ich fürchte, gleich wieder runter zu rutschen. Der Boden ist lehmig und haftet sich an den Schuhen fest. Und das bergauf, ich sehe mich schon bäuchlings wieder runtergeeilten. Aber wir kommen beide oben an und die Aussicht ist sehr schön! Oben endet der Weg dann an einem Denkmal an der Strasse. Uns ist klar, dass wir auf keinen Fall den gleichen Weg zurückgehen können, ohne sauber zu bleiben, also suchen wir nach einem weg, am liebsten durch die Häuser durch nach unten, wo unser Auto steht.

 Oben am Ende des Weges

Aber nichts zu wollen – die Strasse, die Google anzeigt, auf der wir ganz deutlich stehen, gibt es real nicht. DA hilft kein Suchen, kein noch mal gucken, kein „das kann doch nicht sein“ – wir müssen den langen Bogen in Kauf nehmen. „Die Fish and Chips“ unten haben wir uns verdient!
Die nette Frau an der Theke erklärt uns, wann und wo wir am besten die Gelbaugenpinguine sehen können – natürlich wieder bei Sonnenuntergang, aber vielleicht sind auch schon jetzt einige da, meinst sie.
Wir fahren zum Leuchtturm, und anders als vor drei Jahren gibt es jetzt nur noch einen Weg. Der direkt zu den offenen Beobachtspunkten führt und nicht einen zum Unterstand, von dem man eh nichts sah. Die Tiere sind weiträumig eingezäunt, so dass sie sich gut verstecken können und die Touristen ferngehalten werden. Dass wir zwischendurch klitschnass werden, uns die Hände von dem harten kalten Regen weh tun, tut der Begeisterung keinen Abruch! Nicht nur dicke Seelöwen sehen wir, Pinguine zeigen sich in ihrer vollen Schönheit, und wir haben unser Fernglas dabei, mit dem wir noch weitere entdecken können! Eine Silbermöwenkolonie brütet direkt neben dem Weg, eine Schar von Mantelmöwen (sehr große Möwen!) direkt daneben! Das Geschrei ist spektakulär und klasse!
Auf der Wiese liegen ein paar Robben – oder sind es Seebären? Keine Ahnung – und dösen vor sich hin. Wir sind vorsichtig, aber sie lassen sich ohne Probleme ablichten!
Total erfüllt machen wir uns wieder auf den Rückweg, fahren noch einmal zu den Steinen, die nun viel mehr von sich preisgeben. Es hat sich gelohnt – alles!


Unser angepeilter nächster Campingplatz befindet sich auf dem Weg nach Dunedin, er soll schön und kostenlos sein. ES ist allerdings klar, dass unser Benzin nicht mehr dahin reichen wird, die Anzeige steht schon sehr weit unten. Es gibt aber noch ein kleines Städtchen zwischendurch, und eine Tankstelle wird auch bei Google angezeigt – doch google weiß leider nicht, dass dort der Sprit alle war. „No more petrol“ . Kann nicht sein, da muss es doch noch eine Tankstelle geben. Nein, der Ort ist wirklich klein. Wir fragen an der Tankstelle nach, ob der Besitzer eine Idee hat – und wirklich , er weist uns zu zwei Tanksäulen in der Nebenstraße, bei denen man mit Karte tanken kann. Wir tanken nur wenig, weil wir lieber das hochwertigere Benzin sonst nehmen und das gibt es hier nicht, und fahren direkt weiter nach Dunedin. Die kostenlosen Campingplätze liegen nun hinter uns und es ist spät geworden, also mieten wir uns auf einem netten, offiziellen ein – mit heißer Dusche und netter Küche – siehe Anfang!
Inzwischen sitze ich in der Bibliothek, wir haben uns nach demonetisier erwähnten Kaffee ein wenig in der Stadt umgesehen und machen hier nun die nächste Pause. Chillen ist angesagt! Weiter gehts als morgen!
Habt einen schönen Nikolaustag!

One Reply to “05.12.2018”

  1. Ihr Lieben,
    da fand ich schon die Filmaufnahmen der Pinguine in der Antarctica Ausstellung im Überseemuseum so faszinierend- sie „in echt“ zu erleben stelle ich mir toll vor !
    Schön, dass Ihr Eure Erlebnisse teilt, bin immer gespannt auf die Fortsetzung.
    Die besten Wünsche für Euch,
    Helga

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.