25.12 – das letzte Stück der Westküste

Hinter mir läuft der Fernseher – entsetzlich! Ich verstehe einfach nicht, wie die meisten es aushalten, wenn die Glotze immer im Hintergrund läuft. Ich selbst setze mich dem jetzt aus, weil es das geringere Übel hier in der Kneipe zu den Sandfly-Massen draussen ist. Wir sind auf einem Campingplatz an einer wunderschönen Schlucht, eigentlich ein Hostel mit einem großen Grundstück, dass an Camper oder Zelter sehr günstig vermietet wird. Mit Duschen und Abwaschmöglichkeiten, schon nett – pro Person gerade mal 12$, d.h. 7€!

Auf dem netten Platz bauen wir heute morgen gemütlich unseren immer noch funktionierenden Tisch hinter unserem Auto auf einem Grünstreifen auf, kochen uns Tee und freuen uns über ein Frühstück in der Sonne. Es ist sehr gemütlich, denn die meisten sind noch nicht wach oder frühstücken ebenfalls in Ruhe. Soll heißen, Autoverkehr ist noch sehr wenig.

Auf dem Campervan neben uns
Frühstück

Heute wollen wir weiter in den Norden, bis Westport und dann Richtung Abel Tasman. Hier noch mal ein paar Eindrücke der Häuser:

Die Strasse führt lange direkt an der Küste entlang, ist dermaßen schön, dass ich mich manchmal von der Schönheit erschlagen fühle. Zwischendurch machen wir einen entspannten Strandspaziergang, den Blick immerzu auf den Boden gerichtet, um Steine, die einen ansprechen, mitzunehmen. Es ist so meditativ! Wenn ich hier leben würde, ich hätte ein Zimmer nur für Steine! Ich habe das Gefühl, ich könnte alle mitnehmen, und dann kommt mir der Gedanke, wie unendlich die „Steinwelt“ ist: selbst wenn ich alle schönen vom Strand einsammeln würde, am nächsten Tag, nein schon in der Nacht, oder in den nächsten Stunden, würde das Meer neue anspülen – jeden Tag, jede Minute, unendlich!
Ich hege den Gedanken, ein Paket mit den schönsten per Post nach Hasue zu schicken…. mal sehen! Auf jeden Fall fühle ich mich „steinreich“! Und entspannt! Meine Hose rutscht – nicht, weil ich etwa abgenommen habe, es sind meine Schätze in meinen Hosentaschen! Berge und Meer zusammen, das ist einfach unglaublich!

Und so geht die Strasse genau dazwischen in den Norden.  Neben ein paar „Lookouts“ an den wir Bilder machen, fahren wir nun durch bis zu den „Pancakes“ – Felsen, die aussehen wie aufgeschichtete Pfannkuchen. Eines der letzten Geheimnisse der Forschung – keiner weiß wirklich, wie es zu diesen Formationen gekommen ist. So steht es auf den Plakaten – aber ich glaube ja, dass es noch viel ungelöste Rätsel gibt…
Nichtsdestotrotz sind sie genau beeindruckend wie beim letzten Mal. Nur dass ich da so viel früher war und nahezu alleine, jetzt ist der Parkplatz voll und die Touristen schwirren überall herum. Vor allem in den Cafés. Wir nehmen uns viel Zeit für den Rundgang, der unglaublich gut ausgebaut und gesichert ist. Es erstaunt mich immer wieder, wie gepflegt die Wege sind, und nirgendwo zahlt man Eintritt. Dann und wann stehen da Spendenboxen, die wir dann ein wenig füllen.

Unser Körper ruft zwar laut „Cappuccino“, aber es ist uns zu touristisch und voll. daher fahren wir weiter und finden bald eine kleine Stadt, die Unterwelt-Abenteuer anbietet und ebenfalls ein Café hat. Und hier ist es wesentlich ruhiger und wir machen eine schöne Pause, die ich mit Schreiben und Bernd zum Lesen nutzen.

Nach einer kurzen Weiterfahrt erreichen wir bereits Westport. Ich ahnte nicht mehr, was für ein nettes kleines Städtchen das ist. Erst denke ich, nie da gewesen zu sein, aber dann erkenne ich die Library wieder, die einzige, in der man sich einen Kaffee machen konnte und die ich genutzt hatte, um einen Film zu gucken. Ich weiß noch genau, wo ich mich hingesetzt hatte. (Und was ich geguckt habe…)

Heute Abend ist mir nach einem guten Stück Fleisch und nach Gemüse. Wir haben die Gasflasche in Greymouth auffüllen lassen und somit dürfte Kochen kein Problem sein. Wir kaufen also noch in Westport ein – ein schönes Stück Steak und Tiefkühlgemüse. – und machen uns dann auf den Weg. Wir planen noch eine Strecke zu fahren, daher beruhige ich meinen Magen schon mal mit einer Packung Reiskräcker, einer Banane und ein paar Süßigkeiten. Doch nicht lange drauf kommen wir an diesem Campground vorbei, nicht kostenlos, siehe oben, aber schön, und eigentlich habe ich auch zum Fahren keine Lust mehr. So mieten wir uns hier ein, bauen Tisch, Stühle und Kocher auf und lassen es uns richtig gut gehen!

Danach dann eben noch dieses Bier hier in der Bar, denn draussen kann man es vor Sandflys wirklich nicht aushalten. Gerade in der Dämmerung und am frühen Morgen kommen sie in Scharen! Sie mögen zwar das Anti-Mücken-Öl nicht, setzen sich aber trotzdem auf die Haut, um es zuprobieren…

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