28.12. – eine heiße Fahrt

Eine heiße Fahrt

Gegen den jetzigen Platz zum Schreiben war der gestrige allerdings Gold wert – nun sitze ich an der Hauptstrasse, 30 km vor dem angepeilten Ort, Autos und Laster rasen vorbei, immerhin haben wir ein schattiges Plätzchen unter einem Baum.
Nein, freiwillig würden wir hier keine Pause einlegen!
Doch nach einer anständigen Berg- und Talfahrt blinkt plötzlich ein Lämpchen im Auto auf. Mein Blick geht gleich zur Temperaturanzeige, das bin ich ja noch gewöhnt vom letzten Toyota hier, und die sieht so aus als wolle sie explodieren, es geht kaum höher! Schnell halten wir an, haben zum Glück einen Seitenstreifen und sehen, dass Wasser ausläuft. Es qualmt unter der Motorhaube durch. Wir öffnen sie und lassen nun erst mal den Motor auskühlen, bis wir den Kühlwasserbehälter öffnen. Zum Glück sind wir zu zweit, zum Glück haben wir Netz-Empfang und zum Glück auch ein gutes Buch zum Lesen. Am glücklichsten bin ich aber darüber, dass ich mir keine Sorgen mache.
Nach einer gefühlten Ewigkeit ist der Wasserbehälter kühl genug, dass wir Wasser nachfüllen können.   Wir starten und versuchen, als alles im grünen Bereich bleibt, weiterzufahren. Wir kommen jedoch keine 500 m weit, eher 300 m (darauf können wir uns gerade nicht einigen), da schnellt die Anzeige wieder rapide in die Höhe, so schnell kann man kaum gucken. Nun heißt es sofort wieder anhalten, und hier gibt es keinen Seitenstreifen. Egal, Warnblinker raus und sicher auf den Grünstreifen. Wir rufen den AA, den ADAC von Neuseeland, an. Was bin ich froh, dass ich in Deutschland noch auf der ADAC-Seite gesehen habe, dass ich eine Bescheinigung auf Englisch brauche, die ich dann auch angefordert habe. Mit der bin ich dann hier in ein AA-Büro gegangen und habe eine Membership-Karte mit einer entsprechenden Nummer bekommen. So rufen wir da an, die nette Frau gleicht die Daten ab und schickt uns einen Monteur. Inzwischen haben wir uns einen neuen Schattenplatz gesucht, und schon 10 min später kommt die Hilfe. Doch der Mann kann ebenfalls nichts machen und wird uns nun einen Abschleppwagen schicken, den wir so in einer Viertelstunde erwarten. Über das Smartphone haben wir die Nachricht bekommen, dass er unterwegs ist. Diese Vorteile der digitalen Welt begeistern mich immer wieder!
Wie es weitergeht, werde ich dann also später berichten!

20 km ungefähr fahren wir mit dem Abschleppdienst und sind dann in einer kleinen Stadt, in der auch dessen Werkstatt ist. Der Monteur macht sich sofort an die Arbeit und hat bald eine bzw. Drei Vermutungen. Die günstigste könnte heute noch gemacht werden, für alles andere müssten wir länger warten, könnten aber bis Nelson, die nächstgrößere Stadt fahren. Jetzt kommt ja der Jahreswechsel und die meisten Werkstätten haben dann ca. 1 Woche geschlossen…

Im Abschlappwagen

Wir gehen ins Café im Dorf und warten. Und um 16:00 die ziemlich erleichternde Mitteilung: es musste wirklich nur ein kleines Teil getascht werden, und die Wahrscheinlichkeit, dass nun die Temperatur da bleibt, wo sie hingehört, ist sehr groß. Was sind wir erleichtert, nur ein kleiner REstzweifel bleibt, der uns die restliche Fahrt nach Nelson auf die Anzeige starren lässt.  Doch alles bleibt brav!

Wir suchen uns nun einen „anständigen“ TOP 10 Platz, um auch mal wieder Wäsche zu waschen. Leider gibt es keinen Platz mehr, doch als ich vorschlage auf einem normalen Parkplatz zu nächtigen, fällt der Mitarbeiterin, die im Hintergrund das mitbekommt, ein, dass eine Familie, die eine Kabine gebucht hat, ohne Auto gekommen ist. Dort stellen wir uns hin, bekommen sogar noch Rabatt und sind zufrieden und glücklich! Wäsche waschen, Essen machen, schön draussen sitzen – der Tag hat doch eine schöne Wendung genommen!

Später machen wir uns noch zu Fuß auf ins Städtchen – hier herrscht richtiger Sommertrubel. So viele Menschen sitzen draußen, essen, trinken oder chillen einfach. Life Musik, die sich zum Teil überschneidet, einfach richtig „Leben“! Auch wir setzen uns dazu, ordern einBier, ich mit wenig Alkohol und Bernd ein normales – und trinken uns teuerstes, ekligstes Bier ever had! Bitter, nicht mehr herb – Hopfen pur… Bäh! Aber ich schlage mich und trinke es fast aus – das shcöne Geld, Bernd schafft nur sein halbes…  er meint, es wäre sonst eine teure Übelkeit…

Das wäre doch eine Idee für Worpswede..

Das Bier schmeckt eklig!

Trotzdem, es hat sich gelohnt, denn wir kommen aus dem Lachen gar nicht wieder raus! Als wären wir betrunken. Vielleicht ist es eher der Hopfen, der beschwipst und nicht der Alkohol? Wir wetten zumindest, dass jede Polizei uns pusten lassen würde…

Unser Bett haben wir vorher gebaut, die Zähne auch schon geputzt, nun gibt es noch ienen zuckerfreien Pfefferminz, um den Biergeschmack weg zu bekommen, dass gehts in wieder einmal gemütliche Bett.

Morgen werden wir noch einen Vormittag in Nelsen verbringen, da schreibe ich auch gerade in der Library. NAschließend geht es weiter Richtung AbelTasman, da werden wir wandern, morgen und dann mit einem Wassertaxi zurückfahren. Es ist schade, dass wir nur einen Tag wandern können, haben wir doch die ganze Ausrüstung dafür mitgenommen, aber leider gibt es keinen freien Platz mehr – weder in einer Hütte, damit hatte ich sowieso nicht gerechnet, noch auf einem der diversen Campingplätze… es sind halt Ferine. Im letzten Jahr war ich früher da!

Also werde ich bis mindestens Sonntag kein WLAN haben – wundert euch also nicht…

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