09.12.2018

Heute morgen beschließt Bernd, dass er eigentlich nicht unbedingt zum Slope-Point möchte, und mir ist es recht – ich bin dort gewesen und muss es nicht noch mal. Nett, aber es reicht einmal. Das Wetter lädt auch wirklich nicht zum Wandern oder überhaupt zum Draußen-Sein ein. Es ist gelinde gesagt, norddeutsches Schmuddel-Wetter! Pisswetter! Grau, nieselig, bald Regen. Unser Anlaufziel ist nun Invercargill, die nächste größere Stadt, in der wir ein paar Einkäufe erledigen wollen – Sonntags scheint hier der Einkaufstag schlechthin zu sein. Als erstes steuern wir den Supermarkt an, denn wir möchten ein Sonntags-Frühstück mit Brötchen. Naja, Brötchen kann man diese flaffigen Teigbälle zwar nicht nennen, aber witzigerweise sehen sie superkross aus – wie so ein Anblick doch täuschen kann. Ich persönlich finde es ja nicht so schlimm, ich mag ja flaffiges, und Bernd bleibt nichts anderes übrig als damit zu leben, wenn er nicht nur Müsli essen möchte. Inzwischen gießt es allerdings und wir überlegen, wo wir am besten unseren Tisch decken. Da entdecken wir an der Hauptstraße ein Geschäft mit einem großen Vordach, breit genug, dass wir mit dem Auto drunter fahren und dann noch Platz für Tisch und Stühle haben. Der Herd ist schnell aufgebaut, der Tee gekocht und wir genießen ziemlich unorthodox.


Den Tag planen wir nur soweit, dass wir als nächstes die Stadtbibliothek ansteuern wollen. Dort verbringen wir war und gemütlich die nächsten zwei Stunden. Lümmelnd auf einem Sofa, viel Platz und überall Teppich, es ist kuschelig. Gleichzeitig gibt es Strom und Wifi!
In einem Baumarkt sorgen wir dann dafür, dass wir jeder Kontrolle auf einem self-contained Campingplatz Stand halten können: wir kaufen uns ein Campingklo! Und wehe, jemand benutzt es, aber wir rechnen schnell aus, dass es sich lohnt, wenn wir weiterhin umsonst übernachten wollen. Und in Dunedin haben wir ja bereits gelernt, dass Unwissenheit nicht vor Strafe schützt. Von wegen, „es ist gerade kaputt“, oder „morgen kaufen wir uns eines“ wird wahrscheinlich nicht erfolgreich sein.
Von Invercargill nehmen wir weiterhin die Scenic-Route, die über Riverton führt. Ich war letztes Mal so angetan von diesem Städtchen, dass nun sehr ruhig wirkt. Sonntag, grau, später Nachmittag… Unsere Laune ist inzwischen auch nciht mehr so richtig gut – wir haben Hunger, aber es ist einfach zu kalt, um uns draußen hinzusetzen. So bereiten wir uns erst einmal ein Müsli zu und speisen im Wagen. Die Laune ist zwar nun besser, aber trotzdem wissen wir nicht, wie wir nun am besten weitermachen. Und was hilft da am besten? Weiterfahren? Nein! Spazieren? Jawohl! Wir ziehen uns warm an und machen einen richtig langen Strand-/Uferspaziergang, und es tut richtig gut! Mein Schrittzähler stöhnt schon fast, wir sind sicherlich 7 bis 8 km gelaufen, wunderbar.

Bis zum nächsten kostenlosen Campingplatz sind es eine halbe Stunde Fahrt, in die richtige Richtung, und wir landen direkt an der Küste. Der Himmel ist aufgeklart, dick eingemümmelt braten wir uns Spiegeleier und schnibbeln Tomaten und Gurke, ein bisschen dunkles Brot (german bread – genauso zusammendrückbar wie alle!) dazu, wunderbar. Unser Humor siegt wieder und wir haben viel Spaß von wegen „In der Sonne Urlaub machen kann jeder!“ „Wir machen hier ein Café auf und nennen es „das letztes vor der Antarktis“!“und weitere Sprüche. Wer braucht schon Sonne, um glücklich zu sein? (Ein bisschen wärmer würde schon fast reichen…)

Aufräumen…

Und so sieht es abends aus…

 

Ich wünsche euch allen einen fröhlichen zweiten Advent!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.