25.12. – immer noch Hokitika

Wir müssen aufstehen, weil es definitiv zu warm im Auto wird – wunderbar, dann kann das Wetter ja nur gut sein. Und so ist es natürlich auch. Unsere erste Überlegung, zurück nach Ross zufahren umhört zu frühstücken, lassen wir schnell wieder fallen, wir haben doch so gut eingekauft, und so bauen wir Tisch und Stühle auf und essen unser Müsli.

Außerdem wollen wir ja heute vormittag mit den Kindern skypen, die dann Heiligabend – spätnachmittags haben. Abends wollen sie mit Freunden kochen und so konnten wir uns auf diesen Zeitraum einigen. Wir bekommen bald schon fragende SMS, wann wir denn jetzt genau telefonieren wollen – doch ab und zu kommen zwar SMS an aber wir können wegen fehlendem Netz nicht antworten. Also hetze ich Bernd auf die Strasse, und schon können wir den Zeitpunkt festlegen, und 10 Minuten später haben wir in Hokitika Wifi, sitzen in der Sonne und klönen mit den Jungs, die es sich in einem Café gerade gemütlich gemacht haben. Wir stellen einen Temperaturunterschied von 35 Grad fest – bei denen sind minus 15, bei uns plus 20 Grad…
Wir haben nicht so lange Zeit, weil das Café in Montreal um 17:00 schliesst, aber es reicht, um sich frohe Weihnachten zu wünschen und zu hören, dass es Björn wieder ganz gut geht und Sven noch nicht. Trotzdem – beide da gemeinsam zu sehen, mit ihnen zu reden, zu wissen, dass sie füreinander da sind, hat für mich etwas Beruhigendes.

Hokitika ist ziemlich ausgestorben. Da und dort ein paar wenige Touristen, das wars. Die Geschäfte haben bis auf eine Galerie alle geschlossen, ein Café ist geöffnet. Das nehmen wir auch gleich für den ersten Cappuccino, und später noch einmal für einen weiteren inklusive Scone. Man sitzt schön und es ist entspannend. Den Rest des Vormittags verbringen wir am Strand, völlig fasziniert von der Kraft des Wassers, das in hohen Wellen an das Ufer schlägt. Und natürlich kommen die Gedanken, was ein Tsunami anrichten kann…

Das Café schliesst wie sonst auch um 15:00. Ich werde in diesem Leben nicht mehr verstehen, wie ein Café, als solches benannt und beschrieben, dann zumacht, wenn man normalerweise Kaffee trinken möchte. Wann denn, wenn nicht um 15:00/16:00 – es sei denn man hat Urlaub und möchte es den ganzen Tag? Aber auf jeden Fall nachmittags?? Doch in Neuseeland ist bekanntlich vieles anders, und somit verlassen wir zur Kaffeezeit die Stadt und fahren zur Hokitika Gorge, die 30 km entfernt und wunderschön ist. Eine kleine Wanderung, wunderschönes Wasser – und nicht übervoll, weil ja die meisten Weihnachten in ihren Familien feiern. Manche sind sogar am Baden, das wäre mir allerdings viel zu kalt… Aber es herrscht eine tolle Stimmung!

Eigentlich wollen wir anschließend auf dem Campground chillen, lesen oder schreiben, und später kochen – doch der Wind macht uns einen Strich durch die Rechnung. Wir finden keinen windgeschützten Platz – und auf einen steifen Nacken haben wir keine Lust. Überhaupt ist es noch unklar, ob wir hier bleiben wollen. Ich war ja immer begeistert von den DOC-Plätzen, aber die haben die Preise so erhöht, dass es kaum einzusehen ist. 13$ pro Person, auf manchen guten offiziellen Plätzen zahlst du 5 $ mehr und hast Duschen, Kochmöglichkeiten, gute Toiletten usw. Vor drei Jahren zahlte ich 6 $ pro Person…
Wir gucken in die Camping-App und finden sehr nahe einen Campground mit super Bewertungen – und zahlen wirklich pro Person nur 4 $ mehr. Und so können wir nun noch schön drinnen sitzen, haben gekocht und einen leckeren Salat gemacht, frisch geduscht sind wir auch. Der Leiter des Platzes, ein etwas merkwürdiger älterer Mann, ist mit denen, die Lust haben, zu der Glühwürmchen-Höhle gefahren, einAngebot, was er wohl jeden Abend macht. Es stand zumindest mit in den Bewertungen. Aber wir waren ja gestern dort gewesen und das reicht uns.

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